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Dialogverfahren für die Sanierung des Böhlerknotens in Unterkulm ist abgeschlossen

Grundlagenerhebung für langfristige Lösung gestartet

Mit dem Informationsanlass vom 28. April 2022 wurde das Beteiligungsverfahren zum Böhlerknoten in Unterkulm abgeschlossen. Im Dialog mit der Bevölkerung konnten Anpassungen am Sanierungsprojekt erzielt und zugleich die Weichen für langfristige Verkehrslösungen in Unterkulm gestellt werden.

Der Grosse Rat ist 2019 auf das Projekt zur Sanierung der Hauptstrasse (K242) mit dem Böhlerknoten in Unterkulm nicht eingetreten und hat stattdessen den Auftrag zum Dialog mit der Bevölkerung formuliert. "Entsprechend haben die Gemeinde Unterkulm, die Aargau Verkehr AG und wir vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt die Zeit genutzt, um das Sanierungsprojekt am Böhlerknoten mit der Bevölkerung zu diskutieren und gemeinsam weiterzuentwickeln", sagt Kantonsingenieur Dominik Studer. Dieser Prozess ist nun abgeschlossen und die Ergebnisse wurden der Bevölkerung am 28. April 2022 vorgestellt.

Im Dialogverfahren wurden die Fragestellungen der Beteiligten aufgenommen und mittels Variantenstudien beantwortet.

  • Die Variante mit einer einfachen Bahnsicherungssanierung wird aufgrund von Kosten-Nutzen-Überlegungen und der mangelhaften Erfüllung der Strassen-, Bahntrasse-, Lärm- und Werkleitungs-Sanierungszielen nicht weiterverfolgt.
  • Die Variante mit Vollausbau, bei der die meisten Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmenden erfüllt werden, wurde aufgrund der zu erwartenden Kosten und aufgrund des massiven Eingriffs in das Ortsbild von Unterkulm verworfen. Dafür wäre der Rückbau von mehreren, zum Teil denkmalgeschützten Gebäuden notwendig.
  • In einer dritten Variante wurde geprüft, ob die Gleisanlage in die beiden Fahrspuren integriert werden kann. So könnte der von der Bahn belegte Raum zugunsten des Fuss- und Veloverkehrs genutzt werden, für beidseits breite Fuss- und Velowege. Dafür müsste die Haltestelle Zentrum aufgehoben und auf das Gemeindegebiet von Oberkulm verlegt werden. Dadurch nimmt die Erschliessungsqualität des öffentlichen Verkehrs in Unterkulm ab. Die Leistungsüberprüfungen zeigen, dass so mit wesentlich mehr Rückstau als heute auf den beiden Kantonsstrassen zu rechnen wäre.
  • Als vierte Variante wurde das bereits vorliegende Sanierungsprojekt mit dem Knoten mit Lichtsignal weiterentwickelt.

Sanierungsprojekt mit Ergänzungen wird weiterverfolgt

Die Gemeinde Unterkulm, die Aargau Verkehr AG und das Departement Bau, Verkehr und Umwelt haben die Varianten abgewogen und kamen zum Schluss, das ursprüngliche Sanierungsprojekt voranzutreiben und weiterzuentwickeln. "Durch das Dialogverfahren wurden Anpassungen im Bereich der Fussgänger- und Veloquerungen sowie der Bahnsicherungsanlagen vorgenommen", fügt Kantonsingenieur Dominik Studer an.

Das Sanierungsprojekt beinhaltet einen lichtsignalgesteuerten Knoten mit zusätzlichen Abbiegespuren. So wird bei Zugsdurchfahrt der Strassenverkehrsstrom aufrechterhalten und die Leistungsfähigkeit des Knotens gesichert. Weiter werden sichere Fussgänger- und Veloquerungen im Knotenbereich angeboten und die Haltestelle Zentrum wird nach den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes umgebaut.

Langfristige Lösungsansätze werden geprüft

Ein weiteres, wichtiges Ergebnis des Beteiligungsverfahrens ist der Entscheid, dass die langfristigen Lösungsansätze in einem separaten Projekt untersucht werden. Die langfristigen Verkehrslösungen werden mit dem Sanierungsprojekt nicht verwehrt. Im Gegenteil, sie sind explizit möglich.

Die im Dialogverfahren ausgelöste Analyse von Raum und Verkehr im Wynental zeigt, dass bezüglich der Bevölkerungs- und Verkehrsentwicklung kein unmittelbarer Handlungsdruck besteht. Hingegen besteht langfristiger Handlungsbedarf aufgrund der Platzverhältnisse in Unterkulm. Mit der nun gestarteten Wirkungsanalyse wird die Auswirkung auf den Raum und Verkehr sowie auf die Finanzsituation wie auch die planerischen Hürden von möglichen Massnahmen abgeschätzt. Diese Wirkungsanalyse bildet dann die Grundlage für technische Machbarkeitsstudien und erzeugt Klarheit über das langfristige Vorgehen. Die Wirkungsanalyse wird bis voraussichtlich Ende 2022 erarbeitet. Diese Überlegungen sollen von Vertretern der Bevölkerung von Unterkulm und der Region begleitet werden.

Als nächstes werden Projektkosten ermittelt

Ein weiteres Resultat aus dem Beteiligungsverfahren ist eine kurz- bis mittelfristige Entwicklung von Massnahmen für den Veloverkehr. Diese hat zum Ziel, parallel zur Kantonsstrasse eine sichere und attraktive Infrastruktur für den Veloverkehr zu schaffen.

Das Sanierungsprojekt wird nun für den nächsten Verfahrensschritt vorbereitet sowie die Kosten für die verschiedenen Projektelemente ermittelt. Wenn diese bekannt sind, kann der Genehmigungsprozess der Kreditvorlage gemäss Strassengesetz und in Absprache mit der Gemeinde Unterkulm endgültig bestimmt werden. Nach der Kreditsprechung wird das zurzeit hängige Auflageprojekt mit dem Kreisel zurückgezogen und das neue Projekt erneut öffentlich aufgelegt. Im Anschluss erfolgt das Landerwerbsverfahren.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt