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U12 Klima

Trotz Reduktionen der Treibhausgasemissionen bestehen erhebliche Lücken zum angestrebten Klimaziel des Kantons Aargau, welches "Netto-Null"-Emissionen bis 2050 vorsieht. Die Herausforderungen sind entsprechend gross.

Zielrichtung aus Nachhaltigkeitssicht

Der Klimawandel hat Auswirkungen auf Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft und stellt für eine nachhaltige Entwicklung eine grosse Herausforderung dar. Es gilt den Klimawandel durch eine rasche Absenkung der Treibhausgasemissionen zu bremsen, negative Auswirkungen zu minimieren und die klimabedingten Chancen zu nutzen. Bevölkerung, Sachwerte und natürliche Lebensgrundlagen müssen geschützt und die Anpassungsfähigkeit von Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft erhöht werden. Dies bedingt, dass die verschiedenen Akteure über die notwendigen Informationen und Handlungskompetenzen verfügen.

Der Kanton Aargau unterstützt das Klimaziel des Bundes und senkt seine Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 auf "Netto-Null", wobei eine zeitlich raschere Zielerreichung und eine starke Mitwirkung in Bundesprogrammen angestrebt wird (Regierungsrat 2020).

Die Fortschritte im Klimaschutz werden anhand der kantonalen Treibhausgasemissionen und der CO?-Emissionen des kantonalen Gebäudeparks gemessen.

Stand Klima 2020

Die kantonalen Treibhausgasemissionen sind gemäss Modellrechnung zwischen 2000 und 2018 um 5,5 Prozent gesunken und kamen 2018 auf rund 4,1 Millionen Tonnen CO?-eq zu liegen. Betrachtet man die Pro-Kopf-Emissionen, konnte im gleichen Zeitraum eine Reduktion von 23,6 Prozent erreicht werden, so dass diese 2018 6,1 Tonnen CO?-eq betrugen (EcospeedRegion 2020).

Schweizweit zeigt die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in dieselbe Richtung. Gemäss dem präziseren, nationalen Treibhausgasinventar haben die absoluten Treibhausgasemissionen zwischen 2000 und 2018 um 12,8 Prozent abgenommen, wobei jedoch erst ab 2010 eine Reduktion zu beobachten war. Mit einem Anteil von rund 80 Prozent ist CO? das weitaus wichtigste Treibhausgas (BAFU 2020a). Im Inventar nicht berücksichtigt sind Emissionen des internationalen Flug- und Schiffsverkehrs sowie die Emissionen, die bei der Produktion von Importgütern (inklusive Importstrom) entstehen (BAFU 2020b). Die Pro-Kopf-Emissionen nahmen im gleichen Zeitraum um 26,4 Prozent ab und kamen auf 5,5 Tonnen CO?-eq zu liegen (BAFU 2020c). Berücksichtigt man aber die durch Importgüter im Ausland verursachten Emissionen, beläuft sich das Total der Pro-Kopf-Emissionen auf mehr als das Doppelte (2015: 14 Tonnen CO?-eq). Damit liegt der sogenannte Treibhausgas-Fussabdruck der Schweiz deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von knapp 6 Tonnen CO?-eq (BAFU 2020d).

Mit 32 Prozent verursacht der Verkehr (ohne internationalen Flug- und Schiffsverkehr) schweizweit die meisten Treibhausgasemissionen und diese gehen erst seit wenigen Jahren leicht zurück. Je 24 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen stammen von den Gebäuden und der Industrie, 14 Prozent aus der Landwirtschaft. Für 5 Prozent sind die Abfallbehandlung und der Ausstoss von synthetischen Gasen verantwortlich (BAFU 2020a).

GemässModellrechnungen verursachten die Wohn- und Dienstleistungsgebäude im Kanton Aargau im Jahr 2018 rund 800'000 Tonnen CO?-Emissionen, wovon knapp zwei Drittel durch Heizöl, ein knappes Drittel durch Erdgas verursacht wurden (EcospeedImmo 2020, BVU 2020). Über einen längeren Zeitraum konnte der Gebäudestandard mit Hilfe der kantonalenEnergiegesetzgebungen kontinuierlich gesteigert werden. Der Anteil Ölheizungen bei Neubauten liegt mittlerweile im tiefen einstelligen Prozentbereich (GWR 2020). Neben den rechtlichen Bestimmungen spielt insbesondere bei den bestehenden Gebäuden auch die energieberatungAARGAU sowie das Förderprogramm eine wesentliche Rolle. Die kantonalen Verwaltungsgebäude waren 2017 für rund 3'500 Tonnen CO? verantwortlich. Das entspricht etwa 0,5 Prozent der CO?-Emissionen aller Wohn- und Dienstleistungsgebäude auf kantonalem Hoheitsgebiet (Immobilien Aargau). Ziel gemäss der kantonalenEnergiestrategie "energieAARGAU" ist es, dass kantonseigene Bauten bis 2050 zu 100 Prozent ohne fossile Brennstoffe betrieben werden (BVU 2015). Die Auswirkungen des Klimawandels – grössereHitzebelastungen, zunehmende Trockenheit und häufigere Starkniederschläge die das Überschwemmungsrisiko erhöhen – sind schweizweit und somit auch im Aargau bereits heute spürbar und werden weiter zunehmen (NCCS 2018). Besonders negative Auswirkungen werden im Kanton Aargau in den Bereichen Gesundheit und Biodiversität erwartet (BAFU 2013). Im Rahmen des vom Bund lancierten Pilotprogramms "Anpassung an den Klimawandel" war und ist der Kanton Aargau in diverse Anpassungsprojekte involviert (NCCS 2020). Mit dem Entscheid des Regierungsrats 2019, einen EntwicklungsschwerpunktKlimaschutz und Klimaanpassung zu schaffen, werden die Aktivitäten des Kantons im Zusammenhang mit dem Klimawandel in Zukunft verstärkt koordiniert, überwacht und kommuniziert.

Indikator U12.1: Treibhausgasemissionen Aargau, 2000−2018

Entwicklung Indikator in Richtung Nachhaltigkeit
langfristig (seit 2000) unverändert
kurzfristig (seit 2016) positiv
Visualisierung der Daten. Bild vergrössern
(Daten: EcospeedRegion 2020, Aufbereitung BVU)

Die in dieser Grafik dargestellten Daten können im Excel-File abgerufen werden: Excel-Datei abrufen (XLSX, 18 KB)

Der Indikator zeigt die jährlich ausgestossene Menge Treibhausgase im Kanton Aargau. Diese werden – in Anlehnung an das Treibhausgasinventar des BAFU – mit Hilfe eines Modells (EcospeedRegion) berechnet und in Tonnen CO?-Äquivalenten (CO?-eq) ausgewiesen. Dabei werden nationale Statistiken mit kantonalen Daten ergänzt. Emissionen, die durch Importgüter im Ausland anfallen, werden nicht berücksichtigt.
Die ausgestossenen Treibhausgase im Kanton Aargau sollen abnehmen.

Indikator U12.2: CO?-Emissionen Gebäudepark Aargau, 2016–2018

Entwicklung Indikator in Richtung Nachhaltigkeit
langfristig (seit 2000) Aussage nicht möglich
kurzfristig (seit 2016) unverändert
Visualisierung der Daten. Bild vergrössern
Die Daten sind witterungsbereinigt. (Daten: EcospeedImmo 2020, Aufbereitung BVU)

Im Gebäudebereich liegt die Hauptverantwortung für klimapolitische Massnahmen bei den Kantonen. Die CO?-Emissionen des Gebäudebestands werden mit Hilfe eines Modells (EcospeedImmo) berechnet. Die CO?-Emissionen des Gebäudebestands eines Kantons ergeben sich durch eine Summation der CO?-Emissionen aller Gebäude auf dem Kantonsgebiet.
Die CO?-Emissionen des kantonalen Gebäudeparks sollen abnehmen.

Herausforderungen für das Thema Klima

Für den Kanton Aargau bringt der Klimawandel in verschiedener Hinsicht grosse Herausforderungen mit sich. Einerseits erfordert das Klimaziel "Netto-Null" bis 2050 zusätzliche, effektive Klimaschutzmassnahmen. Emissionsbedingt besonders relevant sind dabei die Bereiche Industrie und Gewerbe, der Verkehr sowie die Gebäude. Für letzteren Bereich liegt die Hauptverantwortung für klimapolitische Massnahmen bei den Kantonen. Andererseits sind zahlreiche Bereiche vom Klimawandel bereits beeinträchtigt, was Folgen für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt haben kann. Hier gilt es, sich an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels anzupassen.

Welches die konkreten Herausforderungen einzelner Bereiche im Kanton Aargau sind und Beispiele für Massnahmen, die bereits ergriffen oder geplant sind, finden sich in den einzelnen Kapiteln in sogenannten "Spotlights Klima".

Quellen

Mitarbeit Abteilung Energie
Referenzen Bundesamt für Statistik BFS (2020): Treibhausgasemissionen in der Schweiz. Entwicklung in CO2-Äquivalente und Emissionen nach Sektoren, Neuchâtel: BFS
- (Kein Eintrag)  Bundesamt für Umwelt BAFU (2020a): Kenngrössen zur Entwicklung der Treibhausgasemissionen in der Schweiz, 1990–2018, Bern: BAFU
- (Kein Eintrag)  Bundesamt für Umwelt BAFU (2020b): Treibhausgasinventar, Webseite: https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/klima/daten-indikatoren-karten/daten/treibhausgasinventar.html, abgerufen am: 09.06.2020
- (Kein Eintrag)  Bundesamt für Umwelt BAFU (2020c): Indikator Klima, Webseite: https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/klima/daten-indikatoren-karten/indikatoren.html,abgerufen am 09.06.2020
- (Kein Eintrag)  Bundesamt für Umwelt BAFU (2020d): Klima: Das Wichtigste in Kürze, Webseite: https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/klima/inkuerze.html, abgerufen am 09.06.2020
- (Kein Eintrag)  Bundesamt für Umwelt BAFU (2013): Risiken und Chancen des Klimawandels im Kanton Aargau, Ergebnisbericht
- (Kein Eintrag)  Departement Bau, Verkehr und Umwelt BVU (2020): Abteilung Energie, Datenlieferung, Aarau: BVU
- (Kein Eintrag)  Departement Bau, Verkehr und Umwelt BVU (2015): Energiestrategie Kanton Aargau, Aarau: BVU
- (Kein Eintrag)  EcospeedImmo, Stand April 2020
- (Kein Eintrag)  EcospeedRegion, Stand April 2020
- (Kein Eintrag)  Gebäude- und Wohnungsregister Aargau GWR (2020), Stand Juni 2020
- (Kein Eintrag)  National Centre for Climate Services NCCS (2020): Aargau, Webseite: https://www.nccs.admin.ch/nccs/de/home/regionen/kantone/aargau.html, abgerufen am 21.05.2020
- (Kein Eintrag)  National Centre for Climate Services NCCS (2018): CH2018, Klimaszenarien für die Schweiz, Zürich: NCCS
- (Kein Eintrag)  Regierungsrat (2020): Regierungsratsbeschluss Nr. 2020-000295: Entwicklungsschwerpunkt Klimaschutz und Klimaanpassung; Grundsatzfragen zur Stossrichtung; Aussprachepapier, Aarau: Regierungsrat
- (Kein Eintrag)  Regierungsrat (2019): Aufgaben und Finanzplan 2020-2023, Aarau: RR
- (Kein Eintrag)  TEP Energy (2020): Zwischenbericht Kantonale Energiekennzahlen und CO2-Emissionen im Gebäudebereich, Zürich: TEP Energy
Links Klimawandel im Aargau
- (Kein Eintrag)  Ecospeed (öffnet in einem neuen Fenster)

Für das Thema "Klima" relevantes SDG der Agenda 2030

Die Symbole der 17 SDG in der Übersicht.

Spotlight Klima

Visualisierung der klimatischen Erwärmung über die letzten Jahrzehnte: Kühle Jahre werden als Striche in kühlen Farben, warme Jahre in warmen Farben dargestellt. Über die Jahre nehmen die warmen Farben zu.

Nachhaltiges Immobilienmanagement

"Immobilien Aargau verantwortet Planung, Bau und Betrieb der Immobilien des Kantons Aargau. Bei Neubauten legen wir Wert auf erneuerbare oder rezyklierbare Baustoffe (beispielsweise Holz) und die Steigerung der Biodiversität im Rahmen der Umgebungsgestaltung. Die Optimierung der Gebäudedämmung und der Einsatz von erneuerbaren Energieträgern bei der Ablösung von veralteten Heiz- und Kühlanlagen stehen bei der Optimierung des bestehenden Portfolios im Vordergrund. Alle Massnahmen sollen jeweils die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit − Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaftlichkeit − berücksichtigen."

DFR, Immobilien Aargau

Der Klimawandel ist eine der wichtigsten Herausforderungen die ein nachhaltiges Handeln fordert. Die Spotlights-Klima beleuchten aktuelle Herausforderungen oder laufende Projekte in Zusammenhang mit dem Klimawandel aus Sicht der kantonalen Verwaltung.
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