Navigation

Sprunglinks

zurück

SDG 13: Massnahmen zum Klimaschutz

SDG 13 Ziel: Umgehend Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

SDG 13: Entwicklungsstand im Kanton Aargau

Trotz Reduktionen der Treibhausgasemissionen bestehen im Kanton Aargau erhebliche Lücken zum angestrebten Klimaschutzziel des Bundes, welches "Netto-Null"-Emissionen bis 2050 vorsieht. Die Herausforderungen sind entsprechend gross. Zwischen 2000 und 2018 sind die Treibhausgasemissionen im Aargau leicht gesunken. Absolut werden rund sechs Tonnen CO2-eq pro Person emittiert. Werden auch die Emissionen des internationalen Flug- und Schiffverkehrs sowie Emissionen, die bei der Produktion von Importgütern entstehen berücksichtigt, belaufen sich die Pro-Kopf-Emissionen auf mehr als das Doppelte. Mit rund einem Drittel verursacht primär der Strassenverkehr schweizweit die meisten Treibhausgasemissionen, gefolgt von den Gebäuden und der Industrie sowie schliesslich der Landwirtschaft. Im Kanton Aargau ist diesbezüglich auch der hohe Motorisierungsgrad hervorzuheben. Im Gebäudebereich verursachten Wohn- und Dienstleistungsgebäude 2018 im Aargau gut 800'000 Tonnen CO2-Emissionen. Der Anteil Ölheizungen bei Neubauten konnte mit verschiedenen Instrumenten auf einen tiefen einstelligen Prozentbereich gesenkt werden. Auch bei den kantonalen Verwaltungsgebäuden konnten die CO2-Emmissionen gesenkt werden. Gemäss Energiestrategie "energieAARGAU" sind kantonseigene Bauten bis 2050 zu 100 Prozent ohne fossile Brennstoffe zu betreiben.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits heute deutlich spürbar und auch künftig ist im Aargau mit grösseren Hitzebelastungen, zunehmender Trockenheit, häufigeren Starkniederschlägen und Überschwemmungen zu rechnen. Besonders negative Auswirkungen werden in den Bereichen Gesundheit und Biodiversität erwartet. Der Kanton beteiligt sich deshalb an diversen Anpassungsprojekten des vom Bund lancierten Pilotprogramms "Anpassung an den Klimawandel".

Der Entwicklungsstand des SDGs 13 basiert auf den Fakten folgender Themenbereiche:

SDG 13: Schweizer Unterziele mit Relevanz für den Kanton Aargau

Die ausgewählten Schweizer Unterziele des SDG 13 (Stand Oktober 2020) sind für die Kantone relevant und unterstützen bei der Einordnung des beschriebenen Entwicklungsstands.

13.1 Die Risiken des Klimawandels sind minimiert, die klimabedingten Chancen genutzt, Bevölkerung, Sachwerte und natürliche Lebensgrundlagen geschützt und die Anpassungsfähigkeit von Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft gesteigert

13.2 Bis 2030 sind die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 50% gesenkt, und davon sind mindestens 30% durch Massnahmen im Inland erfolgt

13.3 Kantonale und Kommunale Behörden, Unternehmen, Konsument/innen, Fachkräfte, Entscheidungsträger und weitere Akteure sind über die Auswirkungen des Klimawandels informiert und verfügen über adäquate Handlungskompetenzen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an den Klimawandel

SDG 13: Beziehungen mit anderen SDGs (generisch formuliert)

Die allgemeingültige (generische) Beschreibung der Beziehungen des SDG 13 mit anderen SDGs zeigt wichtige Zusammenhänge und kann Hinweise auf mögliche Handlungsansätze geben

Der Klimawandel ist ein komplexes Phänomen mit zahlreichen Einflussfaktoren und Auswirkungen aus und auf Gesellschaft, Wirtschaft und Natur. Die Produktionsweise in Industrie und Landwirtschaft sowie die wirtschaftlichen Aktivitäten insgesamt haben bedeutenden Einfluss auf die Treibhausgasemissionen. Dabei spielen Energie- und Materialintensität und damit auch der Innovationsgrad eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig verursacht auch der Konsum von Gütern Treibhausgasemissionen. Durch den Import von Gütern entstehen auch in den Herstellungsländern grosse Mengen an Treibhausgasen. Entscheidender Treiber sowohl bei Produktion als auch beim Konsum sind die Energieproduktion und der Energieverbrauch. Auch der Bau und das Nutzen von Infrastruktur, insbesondere im Mobilitäts- und Gebäudebereich, hat bedeutenden Einfluss auf die Höhe der Emissionen. Bildung für nachhaltige Entwicklung kann über die Vermittlung von Naturzusammenhängen und der Befähigung zu klimagerechtem Handeln positiven Einfluss auf den Klimawandel haben.

Umgekehrt erhöhen Klimaveränderungen ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Risiken und haben damit Auswirkungen auf unseren Wohlstand insgesamt. So wirken sich erhöhte Temperaturen etwa negativ auf individuelles Wohlbefinden und Gesundheit aus und erfordern entsprechende Anpassungsmassnahmen bei der Siedlungs- und Stadtentwicklung; Trockenheit mindert die Wasserqualität und die Verfügbarkeit von Trinkwasser; veränderte Niederschlagsmuster stellen neue Anforderungen an die Infrastruktur. Insgesamt können Klimaveränderungen die landwirtschaftliche und industrielle Produktion mindern sowie negative Auswirkungen auf die Energieproduktion zeitigen (zum Beispiel Kern- und Wasserkraft). Auch die Ökosysteme wie beispielsweise maritime Lebensräume werden durch den Klimawandel massiv unter Druck gesetzt. Klimaveränderungen haben negative Auswirkungen auf Wälder und Böden und führen zu Stress für Tiere und Pflanzen und die Biodiversität insgesamt. Die Emissionen von Treibhausgasen tragen zudem zu sozialen Ungleichheiten zwischen den Ländern bei, indem arme Länder besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

zurück