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SDG 10: Weniger Ungleichheiten

SDG 10 Ziel: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

SDG 10: Entwicklungsstand im Kanton Aargau

Ungleiche Chancen für verschiedene Bevölkerungsgruppen und Menschen konnten im Aargau zwar verringert werden, bestehen aber weiterhin. Ungleiche Chancen zeigen sich etwa zwischen Schweizerinnen und Schweizern und der ausländischen Wohnbevölkerung. Personen mit Migrationshintergrund, besonders ausländische Staatsangehörige, haben im Durchschnitt eine signifikant geringere Lebensqualität als schweizerische Staatsangehörige in Bezug auf die Wohnsituation, Arbeit, Ausbildung, Gesundheit und subjektives Wohlbefinden. Die unzureichende Integration der ausländischen Wohnbevölkerung zeigt sich auch daran, dass die Arbeitslosenquote dieser Bevölkerungsgruppe im Aargau seit Jahren mehr als doppelt so hoch ist wie diejenige der Schweizer Bevölkerung. Aber auch zwischen den Geschlechtern bestehen weiterhin bedeutende Ungleichheiten im Kanton Aargau, was sich unter anderem in einer Untervertretung von Frauen in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsgremien zeigt. Bezüglich Chancengerechtigkeit von behinderten Menschen hat der Kanton Aargau in gewissen Bereichen Fortschritte erzielt, es bleiben aber wichtige Herausforderungen bestehen, zum Beispiel bezüglich hindernisfreiem Zugang im öffentlichen Verkehr.

Trotz diverser Ungleichheiten ist der gesellschaftliche Zusammenhalt im Aargau insgesamt stabil. Dies zeigt sich etwa an der hohen Zufriedenheit der Bevölkerung mit den persönlichen Beziehungen oder daran, dass sich fast die Hälfte der Wohnbevölkerung im Rahmen unbezahlter Freiwilligenarbeit engagiert. Die Zahl an freiwillig Tätigen hat jedoch seit Ende der 1990er-Jahre in fast jedem Bereich abgenommen, insbesondere bei politischen oder öffentlichen Ämtern.

Der Entwicklungsstand des SDGs 10 basiert auf den Fakten folgender Themenbereiche:

SDG 10: Schweizer Unterziele mit Relevanz für den Kanton Aargau

Die ausgewählten Schweizer Unterziele des SDG 10 (Stand Oktober 2020) sind für die Kantone relevant und unterstützen bei der Einordnung des beschriebenen Entwicklungsstands.

10.1 Die Schweiz fördert die gemeinsame Wohlfahrt. Sie sorgt für eine möglichst grosse Chancengleichheit unter den Bürgerinnen und Bürgern. Der Bund und die Kantone setzen sich in Ergänzung zu persönlicher Verantwortung und privater Initiative für die Erreichung der Sozialziele der Bundesverfassung ein

10.2 Die Schweiz fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt

10.3 Niemand darf diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der Lebensform, der religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung

10.4 Ungleichheiten und Unterschiede, welche aufgrund von gesellschaftlichen Entwicklungen nicht mehr gerechtfertigt sind, werden bei künftigen Gesetzesrevisionen progressiv beseitigt

10.7 Für den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Wohlstand der Schweiz wird die erforderliche Zuwanderung gewährleistet. Flüchtlingen und vulnerablen Personen wird unter Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse und Verletzlichkeiten von Frauen und Kindern Schutz gewährt. Irreguläre Migration wird bekämpft und reguläre Migrantinnen und Migranten werden rasch und nachhaltig in der Schweiz integriert

10a Die öffentliche Entwicklungshilfe der Schweiz setzt einen Schwerpunkt auf Länder, die stark von Armut betroffen sind und Staaten in fragilen Kontexten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in Staaten in Sub-Sahara Afrika

SDG 10: Beziehungen mit anderen SDGs (generisch formuliert)

Die allgemeingültige (generische) Beschreibung der Beziehungen des SDG 10 mit anderen SDGs zeigt wichtige Zusammenhänge und kann Hinweise auf mögliche Handlungsansätze geben

Insbesondere tiefe Einkommen, ein tiefer Bildungsstand und Chancenungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern zählen zu den Treibern von gesellschaftlichen Ungleichheiten. Daneben mindern oder verstärken auch strukturelle Aspekte wie die Verfügbarkeit von günstigem Wohnraum oder der Städtebau Ungleichheiten zwischen den Menschen. Der Klimawandel verstärkt die Ungleichheiten zwischen den Ländern und führt zu mehr Migration.

Ungleichheiten können das psychische Wohlbefinden benachteiligter Bevölkerungsgruppen sowie deren Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen verringern und die Bereitschaft für Gewalt erhöhen. Schliesslich können Ungleichheiten die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mindern, sofern dadurch das Arbeitskräftepotenzial nur mangelhaft ausgeschöpft wird. Eine Verringerung von gesellschaftlichen Ungleichheiten trägt umgekehrt zu einer Entlastung der Sozialwerke bei.

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