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SDG 4: Hochwertige Bildung

SDG 4 Ziel: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern

SDG 4: Entwicklungsstand im Kanton Aargau

Die Aargauerinnen und Aargauer verfügen im Allgemeinen über eine gute Bildung, wobei sich bei der Inklusion der Bildung Herausforderungen stellen. So gelingt beispielsweise den allermeisten Schulabgängerinnen und -abgängern der direkte Übertritt von der obligatorischen Schule in eine nachobligatorische Ausbildung. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede zwischen dem vorgängig besuchten Schultyp: Während der direkte Übertritt aus der Bezirksschule am besten gelingt, klappt dieser bei Schülerinnen und Schülern aus der Sekundarschule etwas weniger und bei Schülerinnen und Schüler aus der Realschule deutlich weniger. Unterschiede zeigen sich auch bei den Nationalitäten der Schülerinnen und Schüler: Fremdsprachige Schülerinnen und Schüler sind in der Realschule überproportional, in der Bezirksschule unterproportional vertreten. Sie beginnen nach der obligatorischen Volksschule seltener als Schweizer Schülerinnen und Schüler direkt eine berufliche Grundbildung oder Allgemeinbildung. Kinder mit Beeinträchtigungen werden nach wie vor unterdurchschnittlich häufig in Regelschulen integriert und der Übergang in weiterführende Ausbildungen und das Berufsleben gestaltet sich für diese Kinder besonders herausfordernd.

Einen Abschluss auf Sekundarstufe II, der den Zugang zu Höheren Fachschulen und Hochschulen ermöglicht, erlangen insgesamt 92 Prozent der 25-jährigen, wobei sich auch hier deutliche Unterschiede zwischen den Nationalitäten zeigen. Die Hochschulabschlussquote ist im Kanton Aargau leicht steigend. Zudem schliessen im gesamtschweizerischen Vergleich überdurchschnittlich viele Aargauer Maturandinnen und Maturanden das Bachelorstudium erfolgreich ab.

Der Entwicklungsstand des SDGs 4 basiert auf den Fakten folgender Themenbereiche:

SDG 4: Schweizer Unterziele mit Relevanz für den Kanton Aargau

Die ausgewählten Schweizer Unterziele des SDG 4 (Stand Oktober 2020) sind für die Kantone relevant und unterstützen bei der Einordnung des beschriebenen Entwicklungsstands.

4.1 Während der obligatorischen Schule erwerben und entwickeln alle Kinder grundlegende Kenntnisse und Kompetenzen sowie eine kulturelle Identität, welche es ihnen erlauben, lebenslang zu lernen und ihren Platz in Gesellschaft und Berufsleben zu finden. Während des an öffentlichen Schulen unentgelt-lichen Grundschulunterrichts erwirbt jede Schülerin und jeder Schüler die Grundbildung, die den Zu-gang zur Sekundarstufe II ermöglicht

4.2 Kinder sind im Genuss von Rahmenbedingungen, die es ihnen ermöglichen, ihre Fähigkeit zum Zu-sammenleben, ihr gesellschaftliches Engagement, ihre Kreativität und Selbstständigkeit zu entwickeln und zu unabhängigen und sozial verantwortlichen Personen heranzuwachsen Die Angebote der fami-lienergänzenden Betreuung im Frühbereich bieten eine stabile und qualitativ gute Betreuung, Erfah-rungs- und Entwicklungsmöglichkeiten und die soziale und sprachliche Integration der Kinder werden unterstützt. Alle Kinder können den Kindergarten oder die ersten beiden Jahre einer Eingangsstufe während mindestens zwei Jahren unentgeltlich besuchen. Die Lehrpläne für diese Schuljahre sind in-tegrierter Bestandteil der Lehrpläne der obligatorischen Schule

4.3 Es bestehen Zugänge zu qualitativ hochstehender Bildung in den Bereichen der allgemeinen, berufli-chen und tertiären Bildung. Diese sind für alle erschwinglich und weisen keine geschlechtsbedingten Benachteiligungen auf

4.4 95% aller 25-jährigen verfügen über einen Abschluss auf der Sekundarstufe II. Im ganzen Bildungssys-tem werden Ein-, Um- und Wiedereinstiege gefördert. Die Berufs- und Studienwahl ist verbessert

4.5 95% aller 25-Jährigen, inklusive derjenigen, die im postobligatorischen Alter zuwandern, verfügen in der Schweiz über einen Abschluss der Sekundarstufe II

4.6 Im ganzen Bildungssystem werden Ein- Um- und Wiedereinstiege gefördert. Personen mit fehlenden Grundkompetenzen können praxisnah vermittelte, grundlegende Kompetenzen in Lesen, Schreiben und mündlicher Ausdrucksfähigkeit in einer Landessprache, Alltagsmathematik oder Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien erwerben, was ihre Integration in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt verbessert. Die Nachfrage nach Bildungsmassnahmen im Bereich Grundkompeten-zen steigt, die Massnahmen verzeichnen mehr Teilnehmende

4.7 Die Menschen sind befähigt zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung beizutragen. […] Unter Be-rücksichtigung der von Kantonen und Gemeinden sowie der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft einge-leiteten Schritte sollen insbesondere die Eigenverantwortung und die Eigeninitiative der einzelnen Ak-teure sowie ihre Fähigkeit gefördert werden, sich als Multiplikatoren nachhaltigen Denkens und Han-delns betätigen zu können

4a Bildungseinrichtungen sind für Menschen mit Behinderungen ohne Hindernisse zugänglich

4b Die Schweiz vergibt weiterhin jährlich rund 300 Stipendien an junge Forschende und Kunstschaffende aus dem Ausland aufgrund von Exzellenz-Kriterien, von welchen rund die Hälfte an junge Forschende aus Entwicklungsländern gehen

SDG 4: Beziehungen mit anderen SDGs (generisch formuliert)

Die allgemeingültige (generische) Beschreibung der Beziehungen des SDG 4 mit anderen SDGs zeigt wichtige Zusammenhänge und kann Hinweise auf mögliche Handlungsansätze geben

Die Qualität des öffentlichen Bildungsangebots hängt von den vorhandenen finanziellen Ressourcen und damit vom öffentlichen Haushalt ab. Zentrale Voraussetzungen für eine hochwertige Bildung für alle sind ferner genügend und funktionstüchtiger Schulraum sowie ein barrierefreier Zugang zu den Bildungseinrichtungen. Gesellschaftliche Ungleichheiten wie zum Beispiel eine schlechte Integration der fremdsprachigen Bevölkerung, stellen eine Herausforderung für die Bildungssysteme dar.

Hohe Abschlussquoten auf Sekundarstufe II und bei den Hochschulen sichern der Wirtschaft gut ausgebildete Fachkräfte und ermöglichen damit eine hohe Innovationsfähigkeit. Ein hoher Bildungsstand trägt zu einer tiefen Arbeitslosenquote bei, schmälert das Armutsrisiko und entlastet damit die Sozialsysteme. Ausserdem dient eine hochwertige Bildung der Gesundheitsprävention. Eine hochwertige und inklusive Bildung kann auch die Chancengerechtigkeit und Eigenverantwortung fördern und wirkt sich damit positiv auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus. Ausserdem fördert sie die Kenntnisse und das Wissen über Umwelt- und Klimazusammenhänge sowie den verantwortungsvollen Konsum.

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