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SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen

SDG 3 Ziel: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

SDG 3: Entwicklungsstand im Kanton Aargau

Über alles gesehen befindet sich die Gesundheit der im Aargau lebenden Bevölkerung – wie in der Schweiz insgesamt – auf hohem Niveau, wobei die psychische Gesundheit eher abnimmt. Die Lebenserwartung bei Geburt lag 2018 schweizweit bei den Frauen mit 85 Jahren etwas höher als bei den Männern. Davon konnten Schweizerinnen mit rund 72, Schweizer mit rund 71 gesunden Lebensjahren rechnen. Bei den ausländischen Frauen lag der Wert mit 65 gesunden Lebensjahren, bei den ausländischen Männern mit knapp 66 gesunden Lebensjahren deutlich darunter. Die vorzeitige Sterblichkeit nahm insgesamt ab. Krebs, Unfälle und Gewalteinwirkungen sind die häufigsten Todesursachen vor dem 70. Altersjahr. Auch die Anzahl Verkehrsunfälle und Fälle mit schweren Personenschäden im Verkehr sank in den letzten Jahren kontinuierlich und die Anzahl Verkehrstote lag 2019 auf einem historischen Tiefststand.

Die Langzeitbelastung der Luft hat sich deutlich verbessert, wobei Grenzwerte teilweise immer noch überschritten werden, was das Risiko von Gesundheitsbeeinträchtigungen erhöht. Bei der Belastung mit Feinstaub (PM10) ist ein langjährig sinkender Trend festzustellen und die Grenzwerte werden mehrheitlich eingehalten. Problematisch bleiben weiterhin die hohen Ozonwerte während heissen Sommerperioden.

Symptome von psychischem Unwohlsein wie Stress, Schlafstörungen, Einsamkeit und Depressionssymptome nahmen in den letzten Jahren zu. Über die Hälfte der Aargauerinnen und Aargauer gaben 2017 an, über ein mittleres oder tiefes Energie- und Vitalitätsniveau zu verfügen. Selbst Schulkinder von 15 Jahren fühlen sich vermehrt gestresst und bewegen sich zugleich weniger häufig. Der chronisch riskante Alkoholkonsum hat abgenommen, von problematischer Internetnutzung sind mehrheitlich junge Menschen betroffen.

Die Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen nimmt zu: Die Zahl der Hospitalisierten in Aargauer Spitälern ist seit 2001 um fast einen Drittel angestiegen, wobei die Anzahl Pflegetage praktisch gleich blieb. Die Gesundheitskosten nehmen weiter zu. Bei den Gesundheitsberufen herrscht auch im Aargau ein Fachkräftemangel.

Der Entwicklungsstand des SDGs 3 basiert auf den Fakten folgender Themenbereiche:

SDG 3: Schweizer Unterziele mit Relevanz für den Kanton Aargau

Die ausgewählten Schweizer Unterziele des SDG 3 (Stand Oktober 2020) sind für die Kantone relevant und unterstützen bei der Einordnung des beschriebenen Entwicklungsstands.

3.3 Das erreichte hohe Niveau beim Schutz der Gesundheit und bei der Bekämpfung übertragbarer Krankheiten wird gehalten

3.4 Der Anstieg der Krankheitslast durch nichtübertragbare Krankheiten und durch psychische Erkrankungen wird gebremst und die Frühsterblichkeit nimmt ab. Die Zahl der Suizide pro 100'000 Einwohnerin-nen und Einwohner wird bis 2030 um 25% gesenkt

3.5 Der Anteil der Personen, die Substanzen missbrauchen oder davon abhängig sind, wird verringert. Abhängige erhalten die Hilfe und die Behandlung, die sie benötigen. Der illegale Zugang zu alkoholischen Getränken für Minderjährige wird eingeschränkt

3.6 Bis 2020 wird die Anzahl Todesopfer und Schwerverletzter auf den Schweizer Strassen reduziert

3.8 Die Schweiz stellt eine qualitativ hochstehende und bezahlbare Gesundheitsversorgung bereit und sorgt für gesundheitsfördernde Lebensbedingungen; der Anteil der Personen, die aus finanziellen Gründen auf eine Behandlung verzichten, nimmt ab

3.9 Chemikalien haben während ihres gesamten Lebenszyklus keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen. Als grösster Umweltrisikofaktor für die Gesundheit werden Feinstaub-Emissionen (PM10) sowie ihre Vorläufer-Emissionen gegenüber 2005 jeweils um rund 50% reduziert

3d L’objet et la portée du Règlement sanitaire international (RSI) consistent à prévenir la propagation internationale des maladies, à s’en protéger, à la maîtriser et à y réagir par une action de santé publique proportionnée et limitée aux risques qu’elle présente pour la santé publique, en évitant de créer des entraves inutiles au trafic et au commerce international

SDG 3: Beziehungen mit anderen SDGs (generisch formuliert)

Die allgemeingültige (generische) Beschreibung der Beziehungen des SDG 6 mit anderen SDGs zeigt wichtige Zusammenhänge und kann Hinweise auf mögliche Handlungsansätze geben

Gesundheit und Wohlbefinden werden durch vielfältige Faktoren beeinflusst. So stellen etwa ein subjektives Sicherheitsgefühl und die objektive Sicherheit, eine gesunde Ernährung oder eine gute Trinkwasserqualität zentrale Voraussetzung für die Gesundheit dar. Eine gute Bildung, welche gesundheitsfördernde Aspekte thematisiert, befähigt Menschen zu ihrer Gesundheit Sorge zu tragen. Aber auch eine intakte Natur sowie naturnah gestaltete Siedlungsräume begünstigen das Wohlbefinden. Umgekehrt stellen Armut und Lärm Gesundheitsrisiken dar. Für benachteiligte Bevölkerungsgruppen kann der Zugang zu medizinischen Leistungen erschwert sein. Chancenungleichheit auch für Frauen kann zu psychischer Belastung führen. Auch der Leistungsdruck in der Wirtschaft kann sich auf die psychische Gesundheit auswirken. Schliesslich bedeutet der Klimawandel ein Risiko für die Gesundheit, etwa mit Blick auf zunehmende Hitze.

Umgekehrt stellt das Gesundheitssystem einen bedeutenden Wirtschaftsbereich dar, wohingegen die Gesundheitskosten Auswirkungen auf das frei verfügbare Einkommen als Indikator der Wohnqualität sowie die Standortattraktivität haben.


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