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SDG 2: Kein Hunger

SDG 2 Ziel: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

SDG 2: Entwicklungsstand im Kanton Aargau

Die landwirtschaftliche Produktion im Kanton Aargau steht von verschiedenen Seiten unter Druck, übt ihrerseits aber auch Druck auf die Ökosysteme aus. Aufgrund des Bodenbedarfs für die Siedlungsentwicklung und für Infrastrukturbauten ausserhalb Bauzone haben die für die Produktion und die Ernährungssicherheit besonders wertvollen Fruchtfolgeflächen lange Zeit kontinuierlich abgenommen. Vorübergehend ist die Fläche stabil, die langfristige Entwicklung der Fruchtfolgeflächen ist jedoch als kritisch einzustufen. Der Klimawandel stellt eine besondere Herausforderung für die Landwirtschaft dar. So führte 2018 extreme Trockenheit schweizweit zu Ernteausfällen und zu Engpässen bei der Wasserversorgung. In der Folge haben auch im Aargau einige Gemeinden den Wasserbezug aus dem Trinkwassernetz eingeschränkt oder erliessen gar einen Entnahmestopp für die landwirtschaftliche Produktion.

Landwirtinnen und Landwirte zeigen zunehmendes Interesse an einer umwelt- und ressourcenschonenden Produktion. Sie tragen so zu einer gesunden Ernährung und zur Versorgung mit regional produzierten Lebensmitteln bei. So werden kantonale Programme und Projekte, welche einen Verzicht von Pflanzenschutzmitteln vorsehen, vermehrt nachgefragt und jeder zehnte aller direktzahlungsberechtigten Betriebe hat eine Bio-Zertifizierung. Auch der Anteil von Biodiversitätsförderflächen nimmt dank kantonalen Förderprogrammen zu. Der Absatz von Pflanzenschutzmitteln, insbesondere Mittel für die konventionelle Landwirtschaft, ging in den letzten Jahren zurück. Ihr Einsatz sowie die Zerstörung und Isolierung von Lebensräumen (beispielsweise durch Strassenbau) üben jedoch weiterhin Druck auf die Biodiversität aus. Im Aargau sind die Einträge von Stickstoff über die Luft in empfindliche Ökosysteme an vielen Orten überschritten (Critical Loads). Insbesondere die Ammoniakemissionen der Landwirtschaft führen im Aargau zu Überdüngung und Versauerung von empfindlichen Ökosystemen. Der grösste Teil davon stammt aus der Nutztierhaltung.

Der Entwicklungsstand des SDGs 2 basiert auf den Fakten folgender Themenbereiche:

SDG 2: Schweizer Unterziele mit Relevanz für den Kanton Aargau

Die ausgewählten Schweizer Unterziele des SDG 2 (Stand Oktober 2020) sind für die Kantone relevant und unterstützen bei der Einordnung des beschriebenen Entwicklungsstands.

2.1/2.2 Die Bevölkerung hat Zugang zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung

2.3 Der Bund fördert die Chancengleichheit von Personen in Bezug auf Zugang zu selbst bewirtschaftetem landwirtschaftlichem Land und unterstützt dabei insbesondere die geschlechterspezifische Gleichbehandlung

2.4 Basierend auf den vom Bundesrat verabschiedeten „Umweltzielen Landwirtschaft“ verfolgt der Bund mit der Weiterentwicklung der Agrarpolitik die langfristige Erhaltung der Tragfähigkeit der Ökosysteme und der Ökosystemleistungen. Die Landwirtschaft passt sich vorausschauend an den Klimawandel an, reduziert die landwirtschaftliche Umweltbelastung und Treibhausgasemissionen, fördert die Biodiversität und steigert ihre Ressourceneffizienz und trägt damit zur Verringerung des ökologischen Fussabdrucks der Schweiz bei

2.5 Die Landwirtschaft erhält und fördert die einheimische genetische Vielfalt für Ernährung und Landwirtschaft, einschliesslich der wilden Verwandten der landwirtschaftlich genutzten Arten. Damit trägt sie wesentlich zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von einheimischen Sorten landwirtschaftlicher Kulturpflanzen und von Schweizer Nutztierrassen bei

SDG 2: Beziehungen mit anderen SDGs (generisch formuliert)

Die allgemeingültige (generische) Beschreibung der Beziehungen des SDG 6 mit anderen SDGs zeigt wichtige Zusammenhänge und kann Hinweise auf mögliche Handlungsansätze geben

Die landwirtschaftlichen Produktionsflächen und damit die Ernährungssicherheit der Bevölkerung werden durch die Siedlungsentwicklung bedrängt. Auch die Auswirkungen des Klimawandels, wie Trockenheit, veränderte Niederschlagsmuster oder Hitze, setzen die Landwirtschaft unter Druck. Der Erhalt der Artenvielfalt sowie von fruchtbaren Böden sind zentrale Voraussetzungen für die lokale landwirtschaftliche Produktion. Aus- und Weiterbildungsprogramme ermöglichen es Landwirtinnen und Landwirten, sich in der komplexer werdenden Land- und Ernährungswirtschaft zu behaupten. Die Verbesserung der Situation von Bäuerinnen, insbesondere bezüglich deren sozialen Absicherung, erhöht die Chancengleichheit in der Landwirtschaft.

Treibhausgasemissionen aus der landwirtschaftlichen Produktion, insbesondere aus der Nutztierhaltung, tragen zum Klimawandel bei. Gleichzeitig leistet die Land- und Ernährungswirtschaft über einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Boden und erneuerbaren Energien einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Klimaproblematik. Ausserdem stellen in der Landwirtschaft eingesetzte Pflanzenschutzmittel und weitere Emissionen aus der Landwirtschaft eine Belastung für lokale Ökosysteme und die Artenvielfalt dar, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Wasserqualität und aquatische Ökosysteme. Eine regionale und nachhaltige Produktion fördert den verantwortungsvollen Konsum und leistet – auch über die Landschaftspflege – einen Beitrag zur Gesundheit und zum persönlichen Wohlbefinden sowie zur Wertsteigerung von Ökosystemen.

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