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SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

SDG 6 Ziel: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten.

SDG 6: Entwicklungsstand im Kanton Aargau

Die Wasserqualität im Kanton Aargau ist grösstenteils gewährleistet und die benötigten Trinkwasserressourcen sind vorhanden. Bei einem Viertel der Trinkwasserfassungen überschreitet der Nitratgehalt den Anforderungswert für Grundwasser das zur Trinkwasserversorgung genutzt wird. Zudem wird bei zwei Dritteln der Aargauer Wasserversorgungen der gesetzliche Höchstwert für Abbauprodukte des seit 2020 verbotenen Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil überschritten. Die Hauptursache liegt in der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung mit Spezial- und Ackerkulturen.

Die Wasserqualität bei Fliessgewässern ist, gemessen an verschiedenen chemischen Parametern, gut bis sehr gut und hat sich seit 2009 deutlich verbessert. Beim Hallwilersee ist der weiterhin zu hohe Phosphoreintrag problematisch. Auch Belastungen durch Mikroverunreinigungen wie zum Beispiel Pestizide, Medikamentenrückstände oder Haushaltschemikalien stellen einen Stressfaktor für den aquatischen Lebensraum dar. Bis 2035 sollen 60 Prozent der Bevölkerung an eine Abwasserreinigungsanlage (ARA) angeschlossen sein, die über eine Behandlungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen verfügt. Eine erste Abwasserreinigungsanlage hat eine entsprechende Behandlungsstufe bereits eingebaut. Auch hohe Wassertemperaturen und temporärer Wassermangel wirken sich nachteilig auf Tiere aus, die auf Feuchtlebensräume angewiesen sind. Zudem stellen die hohen Temperaturen zunehmend eine Herausforderung für die Gewährleistung der Wasserqualität und Versorgungssicherheit dar.

Im Rahmen der Umsetzung Auenschutzpark Aargau und des Gewässerrevitalisierungsprogramms wird unter anderem die Renaturierung von Fliessgewässern vorangetrieben.

Der Entwicklungsstand des SDGs 6 basiert auf den Fakten folgender Themenbereiche:

SDG 6: Schweizer Unterziele mit Relevanz für den Kanton Aargau

Die ausgewählten Schweizer Unterziele des SDG 6 (Stand Oktober 2020) sind für die Kantone relevant und unterstützen bei der Einordnung des beschriebenen Entwicklungsstands.

6.1 Die Schweiz sorgt für die Erhaltung der Grundwasserressourcen, damit die Qualität des Trinkwassers nachhaltig gesichert wird, und plant die Werterhaltung der Infrastruktur für die Trinkwasserversorgung

6.3 Bis 2040 sollen mehr als 50% der kommunalen Abwässer in der Schweiz durch den gezielten Bau von Kläranlagen, grossen Kläranlagen in Seeeinzugsgebieten und weiteren Kläranlagen an Fliessgewässern mit hohem Abwasseranteil zur Entfernung von Mikroverunreinigungen aufbereitet werden. Die mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) verbundenen Risiken werden um 50% reduziert und die Gewässer vor schädlichen Einwirkungen geschützt

6.4 Die Wasserversorgung und angemessene Restwassermengen sind ungeachtet der Vielzahl der Nutzerinnen und Nutzer der Gewässer und ihrer Umgebung gesichert. Von zentraler Bedeutung sind dabei die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Raumplanung und Gewässerschutz sowie die Sensibilisierung für einen massvollen Wasserverbrauch

6.5 Die Schweiz fördert die integrale Bewirtschaftung des Wassers im Einzugsgebiet und setzt sich für grenzüberschreitende Kooperation in diesem Bereich ein

6.6 In den kommenden Generationen wird der natürliche Zustand eines Teils der Gewässer, deren Ufer stark verbaut sind, so weit wie möglich wiederhergestellt, und für alle Gewässer wird ausreichend Raum ausgeschieden, der zum Zwecke des ökologischen Ausgleichs nur extensiv bewirtschaftet wird (Biodiversitätsförderflächen seit 2014). Darüber hinaus werden die negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung auf die Gewässer (Schwall-Sunk, Geschiebehaushalt, Fischwanderung) in den kommenden 20 Jahren so weit wie möglich eliminiert

SDG 6: Beziehungen mit anderen SDGs (generisch formuliert)

Die allgemeingültige (generische) Beschreibung der Beziehungen des SDG 6 mit anderen SDGs zeigt wichtige Zusammenhänge und kann Hinweise auf mögliche Handlungsansätze geben

Die in der landwirtschaftlichen Produktion in privaten Haushalten, auf Sportanlagen und bei Unterhaltsarbeiten eingesetzten Pflanzenschutzmittel, aber auch die Mikroverunreinigungen aus anderen Quellen, wie zum Beispiel durch Medikamenten- und Kosmetikakonsum oder durch Pneuabrieb haben negative Auswirkungen auf die Wasserqualität. Auch zunehmende Hitze und Trockenheit aufgrund des Klimawandels beeinflussen die Wasserqualität langfristig negativ und können zu Nutzungskonflikten führen. Die Siedlungsentwicklung hemmt durch die Bodenversiegelung die Grundwasserneubildung und kann die Sicherung der Grundwasserschutzzonen erschweren. Zur Sicherung der Wasserinfrastruktur ist ein gesunder öffentlicher Haushalt eine notwendige Bedingung.

Die Wasserqualität und -verfügbarkeit beeinflussen umgekehrt die landwirtschaftliche Produktion, zum Beispiel aufgrund eingeschränkter Wasserbezugsmöglichkeiten. Trinkwasserverunreinigungen stellen ein Risiko für die menschliche Gesundheit dar. Belastete Oberflächengewässer wirken sich negativ auf die Biodiversität und Ökosysteme aus. Aufgrund des Abflusses in Flüssen hat die Wasserqualität schliesslich auch grenzüberschreitende Bedeutung.

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