NL.A-0196 Zschokke, Heinrich (1771-1848), 1791-1975 (Bestand)

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Ref. code:NL.A-0196
Ref. code AP:NL.A-0196
Title:Zschokke, Heinrich (1771-1848)
Creation date(s):1791 - 1975
Level:Bestand

Information on context

Name of the creator / provenance:Zschokke, Heinrich (1771-1848)
Administration history:Johann Heinrich Daniel Zschokke (* 22. März 1771 in Magdeburg; † 27. Juni 1848 in Aarau), Staatsmann, Journalist, Naturforscher, Schriftsteller
Zschokke besuchte das Pädagogium am Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg sowie das altstädtische Gymnasium. Ab 1788 war er Theaterdichter einer Wandertruppe, im Herbst 1790 nahm er ein Studium der Philosophie und Theologie an der Universität Frankfurt (Oder) auf. Nach der Promotion 1792 war er bis 1795 Privatdozent für Philosophie. 1795 und 1796 reiste Zschokke durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz, wo er sich schließlich niederließ. Zschokke arbeitete in verschiedenen Ämtern für die Helvetische Regierung in Luzern. Von November 1798 bis Mai 1799 war er Leiter des "Bureaus für Nationalkultur", von Mai bis September 1799 Distriktskommissär in Stans. Danach war er Regierungskommissär in drei verschiedenen Kantonen: Von September 1799 bis Februar 1800 im Kanton Waldstätte, von Mai bis September 1800 im Kanton Tessin und von September 1800 bis November 1801 im Kanton Basel. Zschokke ließ sich in Aarau und zeitweise im Schloss Biberstein nieder. Die Regierung des neu geschaffenen Kantons Aargau ernannte ihn 1804 zum Oberforst- und Bergrat, was seinem naturwissenschaftlichen Interesse entgegenkam. In dieser Funktion verfasste er ein zweibändiges Handbuch für Forstbeamte und reorganisierte die aargauische Forstwirtschaft grundlegend. 1815 wurde Zschokke in den Grossen Rat des Kantons Aargau gewählt. Er gehörte zwar keiner Partei an, stand aber den liberalen Kräften nahe. Er nahm während der Restaurationszeit mehrmals das Amt eines Tagsatzungsabgeordneten für den Aargau ein. Als Mitglied und später als Präsident der Helvetischen Gesellschaft setzte er sich offen für eine Reform der Schweiz in liberalem Sinn ein. Als die Liberalen 1830 die Macht im Kanton übernahmen, erreichte er eine Stärkung der Volksrechte in der neuen Kantonsverfassung. 1833 wurde Zschokke aargauischer Abgesandter an der Tagsatzung und setzte sich für die Bildung eines modernen Bundesstaates ein.
Als Schriftsteller wandte sich Zschokke anfangs der Räuber- und Schauerromantik zu. Später schrieb er moralische Erzählungen mit aufklärerischer Tendenz. Seine Novellen waren beim Publikum sehr beliebt. Zschokke machte sich daneben verdient durch Forschungen zur älteren Geschichte der Schweiz und mit der Herausgabe volkserzieherischer Zeitschriften. Das von ihm 1804 gegründete Wochenblatt "Der Schweizerbote" erschien bis 1878. [Vgl. Wikipedia, 13.09.2010]
Archival history:Der Bestand setzt sich aus verschiedenen Zugängen zusammen, welche zwischen 1900 und 2014 ins Staatsarchiv gelangten. Ein Teil wurde von der Aargauer Kantonsbibliothek übernommen (Altsignaturen: Ms BNF 36, Ms BNF 38, Ms BNF 39, Ms BNF 40, Ms BNF 63, Ms BN 10)

Information on content and structure

Contains:Briefe; wissenschaftliche Vorarbeiten; Werke; Akten (betr. seine Tätigkeit als Regierungskommissär der Helvetischen Republik); Notizbücher; Bildmaterial; Sammlung von Akten und Werken der Schweizergeschichte; Tagebücher von Sohn Julius Zschokke (1816-1845); Dokumentation über die Nachkommen Heinrich Zschokkes (1975 zusammengestellt von Hannes Zschokke); Der Nachlass betrifft auch Felix Lindinner (1728-1807)

Zugangs- und Benutzungsbestimmungen

Reproduction conditions:© Staatsarchiv Aargau

Information on related materials

Related material:CH-000051-7 NL.A-0195: Nachlass Zschokke, Familie; CH-000051-7 NL.A-0197: Nachlass Zschokke, Theodor (1806-1866); CH-000051-7 HA: Helvetische Kantone 1798-1803; CH-000051-7 ZwA 2004.0027: Nachlass Sauerländer AG (Geschäftsunterlagen) 1771-2006; CH-000051-7 DF.F01: Forstverwaltung 1804-1852. Das Wochenblatt "Der aufrichtige und wohlerfahrne Schweizer-Bote" 1804-1878 ist in der Aargauer Kantonsbibliothek einsehbar.
Publications:Máthé, Piroska R.: Der Zschokke-Nachlass im Staatsarchiv und in der Kantonsbibliothek in Aarau. In: Zschokke-Brief 1 (2001), 12-15.
Graf, Ruedi: Zschokke, Heinrich. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 24.02.2014, URL: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D5532.php
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

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URL:https://www.ag.ch/staatsarchiv/suche/detail.aspx?ID=2114
 

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