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Die Stadtmauer von Zofingen

Im Mai dieses Jahres agierte das Mittelalterteam der Kantonsarchäologie erneut in Zofingen: im Bereich des Pulverturms gruben sie Teile der Zofinger Stadtmauern aus, die infolge der Platzsanierung zum Vorschein kamen.

Das Mittelalterteam legte einen Abschnitt der sogenannten äusseren und der inneren Ringmauer frei. Die archäologischen Arbeiten wurden im Zuge der Platzsanierung beim Pulverturm nötig. Im letzten Jahr überraschte während der ersten Bauetappe die Entdeckung der "oberen Badestube" aus dem Mittelalter. Die freigelegten Mauern der inneren Ringmauer waren mit dem 1361 bis 1363 errichteten Pulverturm verbunden, währenddem die äusseren Ringmauern zum sogenannten Sporentürmchen führten. Dieser kleine, flankierende Rundturm wurde 1482 errichtet. Bei der diesjährigen Grabung kam dieser Turm jedoch nicht zum Vorschein.

Eine Falle für Angreifer

Im Mittelalter umschlossen Stadtmauern meist die ganze Stadt, weshalb sie Ringmauern genannt werden. In diese integriert wurden Türme und Tore. In Zofingen entstanden die Ringmauern wohl im 13. Jahrhundert. Anlässlich des Alten Zürichkrieges wurde ab 1442 die Stadtmauer bzw. innere Ringmauer nach und nach mit einer äusseren Ringmauer erweitert. Vollendet wurde sie 200 Jahre später.

Diese äussere Mauer war niedriger als die Innere. Die Absicht dahinter: Wenn Angreifer diese erste Mauer, die sogenannte Zwingermauer überwinden konnten, waren sie in der Folge zwischen den beiden Stadtmauern gefangen, da die innere, zweite Mauer unüberwindbar hoch war. Sie landeten also im "Zwinger". Der eingekesselte Feind wurde dadurch ein leichtes Ziel für die Verteidiger.

Verborgene Altstadt-Geschichte

Im Vordrgrund die Reste der Stadtmauer, links hinten Bauarbeiter. Bild vergrössern
Die Reste der Stadtmauer. Foto: Kantonsarchäologie Aargau, © Kanton Aargau

Im 19. Jahrhundert baute man die Befestigung von Zofingen zurück. Einzelne Abschnitte der Stadtmauer sind heute noch sichtbar, oder aber verbergen sich in den Rückwänden der anstossenden Liegenschaften. Der Grossteil der Stadtbefestigung wich jedoch grünen Gärten. Diese charakteristische unbebaute, freie Zone gibt es nicht nur in Zofingen, sondern auch andernorts um mittelalterliche Altstädte herum.

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