Navigation

Sprunglinks

Publikationen der Kantonsarchäologie

Wissenschaftliche Erkenntnisse veröffentlicht die Kantonsarchäologie in Fachpublikationen. Diese erlauben einen vertieften Einblick in die Vergangenheit.

Die Kantonsarchäologie schützt, gräbt und forscht. Aber erst die Publikation ihrer Erkenntnisse macht das gewonnene Wissen zugänglich.

Open access

Wissen soll zugänglich sein für alle. Deshalb publiziert die Kantonsarchäologie ihre wissenschaftlichen Publikationen seit 2013 teilweise und seit 2017 ganz im open access. Das heisst, die Publikation ist kostenfrei für alle im Download erhältlich. Parallel dazu kann man weiterhin das gedruckte Buch erwerben.

Archäologie im Aargau

Buchcover mit Lebensbild von bronzezeitlichem Fest Bild vergrössern
Foto Kantonsarchäologie; © Kanton Aargau

Mit der Reihe Archäologie im Aargau, in der bislang zwei Monografien erschienen sind, reaktiviert die Kantonsarchäologie Aargau eine Publikationslinie, die in Zukunft intensiver für wissenschaftliche Veröffentlichungen genutzt werden soll. Im Zentrum stehen dabei – wie der Name schon sagt – die überaus reichhaltigen archäologischen Befunde und Funde im Kanton Aargau.

Im Kontext der starken Bautätigkeit werden dank einer klaren strategischen Schwerpunktsetzung sowie einer intensivierten Zusammenarbeit mit Universitäten und verschiedenen Kooperationspartnern laufend neue archäologische Daten erschlossen und aufgearbeitet, die die Kantonsarchäologie der Fachwelt im In- und Ausland möglichst zeitnah zur Verfügung stellen möchte. Parallel zum gedruckten Buch erscheint die Publikation open access zum freien Download, sodass eine zeitgemäße, schnelle und weitreichende Verbreitung der Forschungsergebnisse sichergestellt ist.

Arme Siechen? Laufenburg-Siechebifang: Ein aussergewöhnlicher Einblick in das Inventar eines spätmittelalterlichen Siechenhauses (Reto Bucher)

Im Spätmittelalter erreichte die Ausbreitung der gefürchteten Lepra ihren Höhepunkt. Die von der damals unheilbaren Krankheit befallenen Personen wurden von der gesunden Gesellschaft ausgeschlossen («aussätzig») und in den ausserhalb der Siedlungen gelegenen Siechenhäusern untergebracht.

Bei Ausgrabungen auf den ehemaligen Kraftwerkwiesen in Laufenburg kam im Frühling 2014 der Keller eines solchen Siechenhauses zum Vorschein. Die über 4300 aus dem Keller geborgenen Funde geben ein breites und gut erhaltenes spätmittelalterlichesMaterialspektrum wieder und bieten einen einzigartigen Einblick in das Inventar eines Siechenhauses, einer typisch städtischen Institution, die aus archäologischer Sicht noch wenig erforscht ist.

Der Rest vom Fest − Eine spätbronzezeitliche Grube voller Scherben vom Seckeberg in Frick (Miriam Hauser)

Archäologie im Aargau (Brugg 2019)

Was vom Fest übrig blieb, der Erde übergeben wurde und dreieinhalb Jahrtausende später unverhofft wieder zum Vorschein kam: Auf diese Kurzformel könnte man den Inhalt einer Grube aus der beginnenden Spätbronzezeit bringen, die 1997 bei der Verlegung einer Gasleitung auf dem Seckeberg bei Frick entdeckt wurde. Zum einen befand er sich nicht im Kontext einer Siedlung, sondern isoliert an einem Ort, von wo aus man einen hervorragenden Ausblick hat. Zum andern enthielt die Grube nicht die üblichen Siedlungsabfälle, sondern mehrere Lagen stark verbrannter Keramikscherben, die mit grosser Sorgfalt dicht an dicht nebeneinander geschichtet worden waren.

Mit dem Buch eröffnet die Autorin Miriam Hauser einen Einblick in die bislang kaum bekannten bronzezeitlichen Festpraktiken.

Meienberg − eine mittelalterliche Stadtwüstung im oberen Freiamt (Peter Frey u.a.)

Archäologie im Aargau (Baden 2013)

Meienberg, die Habsburgerstiftung im oberen Freiamt, ist das Aargauer Pompeij: Die Stadt wurde um 1240 gegründet und während des Sempacherkrieges 1386 zerstört – und konserviert. Nach Sondiergrabungen in den 1980er- und 1990er-Jahren führte die Aargauer Kantonsarchäologie 2005 eine umfassende Grabung durch, die bis 2012 ausgewertet wurde. Die Untersuchung der archäologischen Funde, darunter auch Tierknochen aus Abfallgruben oder Pflanzenreste, ergänzen die Erkenntnisse aus den historischen Quellen: Meienberg war im 14. Jahrhundert eine von einer Stadtmauer umgebene Kleinstadt von regionaler Bedeutung mit einem regen Handwerkermilieu.

Das Stammhaus der Herren von Hallwyl (Peter Frey u.a.)

Archäologie im Aargau (Baden 2007)

90 Jahre nach der wegweisenden Untersuchung und Restaurierung der Hallwyl unter der Leitung des schwedischen Archäologen Nils Lithberg ist das eindrückliche Wasserschloss ein weiteres Mal im Detail unter die Lupe genommen worden. Diese beiden Untersuchungen haben eine für die Schweiz einzigartige Vielfalt an Erkenntnissen zur Entwicklung der Schlossanlage und zum Alltagsleben auf der Burg über die Zeit von sieben Jahrhunderten hervorgebracht. Ausgewertet wurden nicht nur bauliche Zeugnisse und andere materielle Artefakte. Auch die Überreste des Speisezettels der Burgbewohnerinnen und -bewohner, ja selbst ihre Abfallgruben waren Gegenstand der Untersuchung. Damit entsteht ein anschauliches Bild des Lebens auf der Wasserburg Hallwyl, die nach und nach zum repräsentativen Wohnschloss umgebaut worden ist.

Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa

Die Monografienreihe umfasst vornehmlich wissenschaftliche Publikationen zu Vindonissa und seinem Umland. Die Kantonsarchäologie besitzt Gastrecht in der renommierten Reihe und publiziert regelmässig darin.

Mortaria-Stempel von Vindonissa (Stefan F. Pfahl)

Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa XXV (Brugg 2020)

Die Publikation verzeichnet die gestempelten Reibschüsseln aus Vindonissa und untersucht, aus welchen Töpfereien Legionäre wie Zivilisten ihre Reibschüsseln bezogen.

Gegenwärtig liegen 121 beschriftete mortaria vor. Mehrheitlich wurden sie im Schutthügel und innerhalb des Legionslagers gefunden; aus den canabae legionis und aus Gräbern liegen nur wenige vor. Diese Unterschiede in der Fundmenge sprechen entweder für unterschiedliche Essgewohnheiten oder verweisen auf abweichende Vorlieben beim Erwerb gestempelter Markenware. Aus Italien (u. a. Campanien) stammen die frühesten Importe, danach folgen Produktionsorte in Gallien (Aoste und Coulanges-Mortillon). Zu einem späteren Zeitpunkt übernehmen die näher gelegenen obergermanischen Töpfereien von Baden, Bern-Enge und Oberwinterthur die Versorgung des Marktes.

Einer in der Forschung wenig beachteten Keramikgattung widmet sich die Publikation von Stefan Pfahl im Band XXIV der Reihe Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa.

Religion in Vindonissa (Andrew Lawrence)

Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa XXIV (Brugg 2018)

Umschlag der Publikation Religion in Vindonissa.

Seit 150 Jahren sind in Vindonissa und seiner Umgebung wiederholt Baustrukturen und unzählige Funde zutage gekommen, die ein weites Spektrum der Religion in römischer Zeit dokumentieren. Sie reichen von Zeugnissen privater Frömmigkeit bis hin zu kollektiven Handlungen an öffentlichen Kultplätzen, und dies aus der Zeit des 1. bis 3. Jahrhunderts n. Chr.

Einen gesamthaften Überblick über die Formen von Religion in Vindonissa bietet der Band XXIV der Reihe Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa von Andrew Lawrence.

Vor den Toren von Vindonissa (Hannes Flück)

Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa XXIII (Brugg 2017)

Buchumschlag der Publikation Vor den Toren von Vindonissa.

Eine Grossgrabung vor dem Bau des Campus Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg forderte die Kantonsarchäologie beträchtlich. Über 15'000 Quadratmeter mussten archäologisch untersucht werden. Die Grabungen dauerten von 2006 bis 2009, geborgen wurden Tausende von Fundobjekten, dokumentiert wurden Hunderte von Befunden; die Grabungsdokumentation umfasst ganze 112 Bundesordner.

Die Dissertation von Hannes Flück umfasst die Teilauswertrung der Befunde dieser Grossgrabung und ist als Band XXIII in der Reihe Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa erschienen.

Am Südtor von Vindonissa (Jürgen Trumm/Matthias Flück)

Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa XXII (Brugg 2013)

Buchumschlag der Publikation Am Südtor von Vindonissa.

Am Südtor von Vindonissa

Die Umwehrung des Legionslagers, die Steinbauten der 21. und 11. Legion und ju?ngere Befunde nach Auflassung der Garnison stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung. Die Publikation in der Reihe "Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa" ist in zwei Teile gegliedert.

Das gedruckte Buch von Jürgen Trumm und Matthias Flück umfasst als Band XXII der REihe Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa die Zusammenfassungen, Grundlagen, Synthese, archäologisch-historische Auswertung, Exkurse, Literatur und Beilagen. Es ist ist erhältlich beim librumstore (öffnet in einem neuen Fenster) .

Der hier zur Verfügung gestellte digitale Teil enthält Detailauswertung, Befundkatalog, Tabellen sowie Tafeln und Katalog:

Jahresbericht der Kantonsarchäologie

In der Zeitschrift Argovia erscheint der Jahresbericht der Kantonsarchäologie unter der Rubrik "Berichte der kantonalen Institutionen". Der Beitrag beschreibt kurz und verständlich die Arbeit des letzten Jahres.