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Coronavirus – Informationen für Unternehmen

Welche Betriebe und Läden dürfen bald wieder öffnen und welche müssen geschlossen bleiben? Antworten auf diese Fragen sowie zur Kurzarbeitsentschädigung und wirtschaftlichen Soforthilfe finden Sie hier.

Die Schweiz befindet sich im Notstand, der alle betrifft. Es geht vor allem darum, die Verbreitung des Coronavirus (COVID-19) rasch einzudämmen. Aus diesem Grund müssen einige Läden und Unternehmen ihren Betrieb einstellen. Bund und Kantone versuchen, den betroffenen Firmen so schnell wie möglich zu helfen.

Schutzkonzepte für Betriebe, die wieder öffnen

Schutzkonzepte für Betriebe, die wieder öffnen dürfen

Seit dem 27. April 2020 dürfen gewisse Betriebe und Geschäfte gemäss Bundesratsbeschluss wieder offen haben, sofern sie über ein Schutzkonzept verfügen.

Als Branchenverband klicken Sie auf Musterschutzkonzept (öffnet in einem neuen Fenster) .

Für Unternehmen braucht es ein Standard-Schutzkonzept (öffnet in einem neuen Fenster) .

Für Coiffeursalons: Informationen des Verbandes Coiffure Suisse, inkl. Schutzkonzept (öffnet in einem neuen Fenster)

Trinkwassersysteme vor Wiederinbetriebnahme durchspülen

In Betrieben, die über längere Zeit ihre Tore geschlossen hatten, sind auch die Trinkwasserinstallationen ungenutzt geblieben. Vor Inbetriebnahme müssen diese Trinkwasserinstallationen zwingend durchgespült werden, da sich allenfalls Mikroorganismen wie Legionellen bilden können. Diese können eine schwere Lungenentzündung (Legionärskrankheit) auslösen.

Mehr dazu erfahren Sie im Merkblatt "Sicherstellen der Hygiene in vorübergehend ungenutzten Trinkwasserinstallationen in Gebäuden" (PDF, 125 KB) des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches

Betriebe, die wieder öffnen dürfen

Seit dem 27. April dürfen folgende Geschäfte mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen wieder öffnen:

Coiffeur- und Kosmetiksalons, Gärtnereien, Blumenläden, Bau- und Gartencenter

Arzt- und Zahnarztpraxen, Physiotherapie, Massage. In den Spitälern dürfen wieder alle Eingriffe vorgenommen werden.

Seit dem 11. Mai dürfen folgende Geschäfte öffnen:

Alle Einkaufsläden und Märkte

Restaurants (Tische mit vier Personen)
FAQs Wiedereröffnung Restaurationsbetriebe (PDF, 2 Seiten, 123 KB)

Reisebüros

Bibliotheken (ohne Lesesäle)

Sportanlagen für Trainings

Museen

Geschlossen bleiben: Bars, Freizeitbetriebe, Discos und Nachtclubs

Am 8. Juni werden voraussichtlich geöffnet:

Theater und Kinos

Zoos, botanische Gärten

Schwimmbäder

Sind Sie unsicher, ob Sie Ihr Geschäft wieder öffnen dürfen?

Welche Betriebe weiterhin geschlossen bleiben müssen, können Sie in der Verordnung 2 und den Erläuterungen nachlesen. Diese werden laufend präzisiert und aktualisiert. Sie finden sie auf folgender Seite des BAG (öffnet in einem neuen Fenster) samt vielen hilfreichen Informationen:

Sind Sie unsicher, ob Ihr Geschäft geschlossen bleiben muss oder wieder öffnen darf? Dann wenden Sie sich an coronavirus@ag.ch. Auch die Berufsverbände können Ihnen weiterhelfen.

Betriebe, die schliessen mussten

Der Bund hat am 16. März 2020 einschneidende Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus' beschlossen. Dazu gehört auch die Schliessung diverser Betriebe. Folgende öffentlich zugängliche Einrichtungen für die Bevölkerung sind seitdem geschlossen: Läden, Märkte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzert- und Theaterhäuser, Sportzentren, Schwimmbäder und Skigebiete. Ebenso sind zur Zeit noch Betriebe geschlossen, in denen das Abstand halten nicht eingehalten werden kann, wie Coiffeursalons, Physiotherapiepraxen oder Kosmetikstudios.

Betriebe, die offen bleiben dürfen

Die Versorgung der gesamten Bevölkerung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Waren des täglichen Gebrauchs ist sichergestellt. Lebensmittelläden, Take-aways, Betriebskantinen, Lieferdienste für Mahlzeiten und Apotheken bleiben geöffnet, ebenso Tankstellen, Bahnhöfe, Banken, Poststellen, Hotels, die öffentliche Verwaltung und soziale Einrichtungen. Auch Werkstätten für Transportmittel, können geöffnet bleiben. Alle diese Einrichtungen müssen die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit zum Abstand halten und zur Hygiene einhalten.

Spitäler, Kliniken und Arztpraxen bleiben geöffnet, müssen aber auf nicht dringend angezeigte medizinische Eingriffe und Therapien verzichten. Besonders gefährdete Personen erledigen ihre Arbeit zu Hause. Ist dies nicht möglich, werden sie vom Arbeitgeber beurlaubt. Ihren Lohn erhalten sie weiterhin.

Unternehmen in der Baubranche und in anderen Branchen, die nicht von der Schliessung betroffen sind, sollen solange wie möglich weiter funktionieren können. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit betreffend Hygiene und sozialer Distanz einzuhalten. Die zuständigen kantonalen Behörden können einzelne Betriebe oder Baustellen schliessen, falls diese ihrer Verpflichtung zum Schutz der Angestellten und anderen Personen im Unternehmen nicht nachkommen.

Wirtschaftliche Soforthilfe des Kantons

Der Regierungsrat hat am 15. April 2020 ein Massnahmenpaket für die Unternehmen geschnürt, die von den Folgen der COVID-19-Pandamie betroffen sind. In einer ersten Phase sollen von den geplanten 300 Millionen Franken die Hälfte – 150 Millionen Franken – eingesetzt werden. Der Fokus liegt auf der kurzfristigen Nothilfe und der Liquiditätssicherung. Mehr dazu finden Sie unter www.ag.ch/wirtschaftsmassnahmen.

Wirtschaftliche Soforthilfe des Bundes

Der Bundesrat hat in den vergangenen Wochen verschiedene Massnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft beschlossen. Insgesamt sollen 60 Milliarden Franken zur Verfügung stehen. Ziel ist es, die Beschäftigung zu erhalten, Löhne zu sichern und Selbständige aufzufangen.

Ausweitung von Kurzarbeitsentschädigung

Ausdehnung auf weitere Personengruppen

  • Auch Lernende, arbeitgeberähnliche Personen und ihre mitarbeitenden Ehegatten haben Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Dies gilt bis zum 31. Mai 2020.
  • Temporär, befristet und auf Abruf Angestellte haben bis zum 31. August 2020 Anspruch.
  • Inhaberinnen und Inhaber von Einzelfirmen können für ihre Angestellten Kurzarbeit beantragen, für sich selber müssen sie jedoch via AHV-Ausgleichskasse Taggelder einfordern (vgl. Entschädigungen für Selbstständige via AHV-Ausgleichskassen). Dies gilt bis zum 31. Mai 2020.

Vereinfachung der Kurzarbeitsentschädigung

  • Die bereits gesenkte Karenzfrist (Wartefrist) für Kurzarbeitsentschädigungen wird aufgehoben. Damit entfällt die Beteiligung der Arbeitgeber an den Arbeitsausfällen.
  • Neu müssen Arbeitnehmer nicht mehr zuerst ihre Überstunden abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können.
  • Vereinfachung in der Abwicklung der Gesuche und der Zahlungen: Damit wird bspw. eine Bevorschussung von fälligen Lohnzahlungen via KAE möglich.
  • Aufhebung der maximalen Bezugsdauer von 4 Monaten bei einem Arbeitsausfall von 85% und mehr.

Entschädigungen bei Erwerbsausfällen für Selbstständige

Selbständig Erwerbende, die wegen behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus Erwerbsausfälle erleiden, werden entschädigt, sofern nicht bereits eine Entschädigung oder Versicherungsleistung besteht. Eine Entschädigung ist für folgende Fälle vorgesehen:

  • Schulschliessungen
  • Ärztlich verordnete Quarantäne
  • Schliessung eines selbstständig geführten öffentlich zugänglichen Betriebes
  • Selbständigerwerbende, die zwar weiterarbeiten dürfen, aber wegen den Massnahmen weniger oder keine Arbeit mehr haben, wie beispielsweise Taxifahrer

Die Regelung gilt auch für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, die einen Erwerbsunterbruch erleiden. Die Entschädigungen werden als Taggelder über die AHV-Ausgleichskasse ausgerichtet und betragen 80 Prozent des Einkommens sowie höchstens 196 Franken pro Tag.

Die Anzahl Taggelder für Selbstständige in Quarantäne oder mit Betreuungsaufgaben ist auf 10, respektive 30 Tage befristet. Die AHV-Ausgleichskassen prüfen den Anspruch und nehmen die Auszahlungen der Leistungen vor.

Bitte melden Sie sich bei Ihrer Ausgleichskasse, bei der Sie AHV-Beiträge bezahlen und abrechnen. Diese informiert Sie darüber, wie Sie Entschädigung für Erwerbsausfälle aufgrund des Coronavirus' beantragen können.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Verbandsausgleichskassen (öffnet in einem neuen Fenster) .

Entschädigung bei Erwerbsausfällen für Angestellte

Anspruch auf Entschädigung haben Eltern, die ihre Erwerbsarbeit aufgrund von Schulschliessungen unterbrechen müssen, um ihre Kinder zu betreuen. Ebenfalls Anspruch gibt es bei einem Erwerbsunterbruch aufgrund von einer durch einen Arzt verordneten Quarantäne.

Arbeitgebende können die Entschädigung für sie bei ihrer AHV-Ausgleichskasse einfordern. Wie für die Selbstständigen werden die Erwerbsausfälle über die Erwerbsersatzordnung als Taggeld bezahlt. Dieses entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag. Die Entschädigung ist auf 10 Taggelder für Personen in Quarantänemassnahmen begrenzt.

Soforthilfe mittels verbürgten COVID-Überbrückungskrediten

Damit betroffene KMUs (Einzelunternehmen, Personengesellschaften, juristische Personen) Überbrückungskredite von den Banken erhalten, schafft der Bund ein Garantieprogramm im Umfang von 20 Milliarden Franken. Dieses Programm soll auf bestehenden Strukturen der Bürgschaftsorganisationen aufbauen. Betroffene Unternehmen sollen rasch und unkompliziert Kreditbeträge bis zu 10 Prozent des Umsatzes oder maximal 20 Millionen Franken erhalten

Mehr dazu finden Sie im Merkblatt des Bundes "Spezialregime Bürgschaftswesen" (PDF, 1 Seite, 95 KB).

Zahlungsaufschub bei Sozialversicherungsbeiträgen

Den von der Krise betroffenen Unternehmen kann ein vorübergehender, zinsloser Zahlungsaufschub für die Beiträge an die Sozialversicherungen (AHV/IV/EO/ALV) gewährt werden. Die Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, die Höhe der regelmässigen Akontobeiträge an die AHV/IV/EO/ALV anpassen zu lassen, wenn die Summe ihrer Löhne wesentlich gesunken ist. Dasselbe gilt für Selbstständige, deren Umsätze eingebrochen sind. Zuständig für die Prüfung der Zahlungsaufschübe und der Reduktion der Akontobeiträge sind die AHV-Ausgleichskassen

Liquiditätspuffer im Steuerbereich

Unternehmen sollen die Möglichkeit haben, die Zahlungsfristen zu erstrecken, ohne Verzugszins zahlen zu müssen. Aus diesem Grund wird für die Mehrwertsteuer, für Zölle, für besondere Verbrauchssteuern und für Lenkungsabgaben in der Zeit vom 21. März 2020 bis 31. Dezember 2020 der Zinssatz auf 0,0 Prozent gesenkt. Es werden in dieser Zeitspanne keine Verzugszinsen in Rechnung gestellt. Für die Direkte Bundessteuer gilt dieselbe Regelung ab dem 1. März 2020 bis zum 31. Dezember 2020.

Zusätzliche Hilfe für Kultur, Sport und Tourismus

Kultur und Sport

Auch die Bereiche Kultur und Sport werden unterstützt.

  • 280 Millionen Franken Soforthilfe und Ausfallentschädigungen hat der Bundesrat zugunsten des Kulturbereichs gesprochen.
  • 100 Millionen Franken sind für Sportorganisationen vorgesehen.

Wie die Bereiche Kultur und Sport entschädigt werden, erfahren Sie auf dieser Seite im Detail.

Tourismus

  • Im Rahmen der tourismuspolitischen Förderinstrumente werden bereits seit Februar 2020 Sofortmassnahmen umgesetzt. Im Vordergrund stehen Informations- und Beratungsaktivitäten sowie Massnahmen zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen.
  • Im Rahmen der Regionalpolitik sind zurzeit Bundesdarlehen in der Höhe von rund 530 Mio. Franken in Projekte investiert, davon rund 60 Prozent im Tourismusbereich. Die Administration der Bundesdarlehen ist gesetzlich den Kantonen übertragen. Um die Liquidität der Darlehensnehmer zu stärken, erlaubt der Bund den Kantonen, die Stundungsmöglichkeiten flexibler zu handhaben und teilweise auf fällige Rückzahlungen und Darlehen zu verzichten.
  • Mehr dazu finden Sie auf der Webseite des Bundes (öffnet in einem neuen Fenster) .

Coronavirus: COVID-19-Kredite

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Hygienemassnahmen und Social Distancing für Arbeitgebende

Bei Unternehmen, die nicht von der Schliessung betroffen sind, zum Beispiel das Bauhaupt- und -nebengewerbe und die Industrie, sind die Arbeitgebenden verpflichtet, die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) betreffend Hygiene und sozialer Distanz einzuhalten.

Hier finden Sie die Massnahmen für Betriebe und Baustellen im Detail.

Empfehlungen zu den Hygienemassnahmen finden Sie auf der Webseite des BAG: