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Gentechnisch veränderte Organismen

Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind Organismen, deren Erbanlagen mittels gentechnischer Methoden gezielt verändert worden sind. In der Schweiz müssen Lebensmittel, die aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden, über eine Bewilligung des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen verfügen.

Warum werden Organismen gentechnisch verändert

Mit einer gezielten Veränderung des Erbguts können ganz spezifische Effekte erzielt werden. Bei der "grünen Gentechnik", der Manipulation von Pflanzen, wird meist eine Resistenz gegen bestimmte Schädlinge oder gegen Unkrautbekämpfungsmittel angestrebt. Es ist aber mittels Gentechnik beispielsweise auch möglich, bei Reis die Stärke-Zusammensetzung zu beeinflussen oder ihn so zu verändern, dass er Provitamin A produziert.

Das Anwendungsgebiet der Gentechnologie ist schier unbegrenzt. Sie ermöglicht die Zucht von schnell wachsendem Lachs oder fluoreszierenden Zierfischen, aber auch von für Forschungszwecke manipulierten Tieren. Sie dient der Medizin (Gendiagnostik, Gentherapie, Herstellung von Arzneimitteln), vermag chemische Prozesse bei der Herstellung von Enzymen zu ersetzen (Waschmittel, Kunststoffe, Bioethanol) und lässt sich in der Umwelttechnik einsetzen (Einsatz von Mikroorganismen zur Reinigung von Abwasser).

Der Einsatz der Gentechnik wird kontrovers diskutiert, da die Folgen nur schwer abschätzbar sind.

Gesetzliche Regelungen

In der Schweiz ist das Inverkehrbringen von GVO bewilligungspflichtig. Lebensmittel, die unbewilligte GVO-Erzeugnisse darstellen oder solche enthalten, sind nicht verkehrsfähig.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen führt vor Erteilung einer Bewilligung ein strenges Prüfverfahren unter Einbezug verschiedener anderer Bundesstellen durch. Mit Stand August 2014 sind in der Schweiz lediglich drei Maissorten und eine Sojasorte bewilligt. Zudem dürfen Vitamin B12, Vitamin B2 sowie 2 Enzyme aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden.

Deklaration von GVO

Eine Deklarationspflicht für GVO-haltige Lebensmittel besteht, wenn

  • das Lebensmittel selbst ein bewilligter gentechnisch veränderter Organismus ist (z. B. Sojabohnen),
  • bei einem zusammengesetzten Lebensmittel der Anteil an GVO je Zutat 0,9 Massenprozent übersteigt oder
  • das Lebensmittel aufgrund technisch bedingter Vermischungen (z. B. Transport, Verarbeitung) mehr als 0,9 Massenprozent GVO enthält.

Geregelt ist auch die Negativdeklaration "ohne Gentechnik hergestellt". Sie darf nur erfolgen, wenn

  • mit einer lückenlosen Dokumentation bewiesen wird, dass das betreffende Produkt tatsächlich ohne Gentechnik hergestellt wurde,
  • in der Schweiz gleichartige gentechnisch veränderte Lebensmittel bewilligt worden sind und
  • bei einem zusammengesetzten Lebensmittel der Anteil an GVO je Zutat 0,9 Massenprozent nicht übersteigt.

Überwachung

Das Amt für Verbraucherschutz sowie weitere kantonale Laboratorien überprüfen mit risikobasierten Kontrollen, ob Lebensmittel mit nicht deklarierten oder unbewilligten GVO im Handel sind.

Die Resultate (öffnet in einem neuen Fenster) der schweizweit erfolgten Analysen werden ebenfalls auf der Webseite des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen veröffentlicht.

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