Navigation

Sprunglinks

zurück

Regierungsrat unterstützt Aufarbeitung allfälliger Medikamentenversuche im letzten Jahrhundert in der Psychiatrischen Klinik Königsfelden

Ergebnisse der Studie der Universität Bern werden Mitte 2020 erwartet

Der Regierungsrat hat entschieden, dass das Institut für Medizingeschichte der Universität Bern mit der Aufarbeitung allfälliger Medikamentenversuche im letzten Jahrhundert in der Psychiatrischen Klinik Königsfelden beauftragt wird. Die Ergebnisse der Universität Bern werden voraussichtlich Mitte 2020 vorliegen.

Seit knapp 150 Jahren befindet sich auf dem Areal Königsfelden in Windisch eine psychiatrische Klinik, die für die Bevölkerung des Kantons Aargau die psychiatrische Versorgung weitgehend abdeckt. Die Psychiatrische Klinik Königsfelden war bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine kantonale Anstalt. Im Jahr 2004 wurde die Institution als Psychiatrische Dienste Aargau AG (PDAG) in eine Aktiengesellschaft in vollständigem Besitz des Kantons Aargau überführt.

Im Jahr 2015 rückte die Frage nach Medikamentenversuchen in psychiatrischen Kliniken in den Fokus der Schweizer Öffentlichkeit, nachdem bekannt geworden war, dass zwischen 1940 und 1980 in der Thurgauer Psychiatrie Münsterlingen Medikamente an Patienten getestet wurden. In der Folge liess der Kanton Thurgau die Thematik wissenschaftlich untersuchen. Weitere Kantone wie Basel-Stadt, Bern und Zürich haben daraufhin entsprechende Untersuchungsprojekte in Auftrag gegeben.

Es muss davon ausgegangen werden, dass mit dem Beginn der modernen Psychiatrie ab den 1950er-Jahren auch im Kanton Aargau, in der damaligen Psychiatrischen Klinik Königsfelden, Medikamententestungen vorgenommen wurden. Aus diesem Grund ist es sowohl dem Regierungsrat als auch den PDAG ein grosses Anliegen, eine wissenschaftliche Untersuchung durchführen zu lassen, um das Thema aufzuarbeiten – und so auch die historische und gesellschaftliche Verpflichtung wahrzunehmen. Das grosse öffentliche Interesse an Medikamentenversuchen in psychiatrischen Kliniken sowie das im Grossen Rat des Kantons Aargau überwiesene Postulat der SP betreffend unabhängiger Studie zu Medikamentenversuchen in Aargauer Institutionen unterstreicht das breite Interesse und den Handlungsbedarf an der Durchführung dieser Studie.

Die von den PDAG beantragte wissenschaftliche Aufarbeitung wird im November dieses Jahres beginnen und voraussichtlich bis Mitte 2020 andauern. Mit der Durchführung der wissenschaftlichen Untersuchung ist das Institut für Medizingeschichte der Universität Bern betraut worden, das bereits in anderen Kantonen ähnlich gelagerte Analysen durchgeführt hat.

Die Kosten der Untersuchung belaufen sich auf 38'000 Franken. Rund zwei Drittel werden durch den Swisslos-Fonds finanziert. Die PDAG beteiligen sie sich mit einem Drittel an den Studienkosten und übernehmen zudem die Kosten der Vorabklärungen.

  • Regierungsrat
  • Departement Gesundheit und Soziales
zurück
Nach oben