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PSI-Forschende finden Wirkstoff gegen Parasiten

 
PSI-Forschende Aswani Sharma und Natacha Gaillard haben einen Wirkstoff gegen Parasiten gefunden. Bild: Paul Scherrer Institut/Markus Fischer

Villigen AG - Forschende am Paul Scherrer Institut (PSI) haben eine chemische Verbindung identifiziert, die einzellige Parasiten wie die Erreger von Malaria und Toxoplasmose an ihrer Vermehrung hindert. Nach weiteren Labortests soll daraus ein Medikament entwickelt werden.

Am Paul Scherrer Institut ist ein neuer Wirkstoff gegen Parasiten gefunden worden. Zwei seiner Forschenden haben laut einer Mitteilung des PSI dafür ein Prinzip angewandt, das schon seit Langem erfolgreich bei Chemotherapien eingesetzt wird. Dabei werden Substanzen verabreicht, die in Krebszellen den Eiweissstoff Tubulin blockieren. Das ist wirkungsvoll, weil Tubulin für die Zellteilung entscheidend ist. Ashwani Sharma und Natacha Gaillard vom Labor für Biomolekulare Forschung haben nun dieses Prinzip auf einzellige Parasiten ausgeweitet.

Dazu mussten sie die molekulare Struktur von Tubulin in bestimmten, Apicomplexa genannten, einzelligen Parasiten entschlüsseln. Dazu zählen etwa die Erreger von Malaria und Toxoplasmose. Die Entschlüsselung gelang mithilfe der Synchrotron Lichtquelle Schweiz des PSI und der Elektronenmikroskopie. Dann suchten und fanden die beiden Forschenden eine chemische Verbindung, die das Protein hemmen kann. Sie nannten sie Parabulin.

In Tests der Kooperationspartner des PSI von der Universität von Kalifornien zeigte sich, dass sich der Parasit unter Parabulin so gut wie nicht mehr vermehren kann. Auf die menschlichen Zellen hatte die Verbindung hingegen keine Wirkung. „Das ist ein gutes Zeichen“, so Sharma. „Die Substanz wirkt anscheinend ausschliesslich auf das Tubulin des Parasiten – eine Grundvoraussetzung, um es als Medikament gegen Infektionskrankheiten einsetzen zu können.“ Die Forschungsergebnisse wurden am Montag im Journal „EMBO Molecular Medicine“ veröffentlicht.

Das PSI hat jetzt ein Patent eingereicht und plant, Parabulin weiter im Labor zu testen. Danach soll es mithilfe der Pharmaindustrie zu einem Medikament weiterentwickelt werden. mm

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