INV-UNS921 Hinterdorfstrasse 5, 1800 (ca.) (Dossier (Bauinventar))

Archive plan context


Ansichtsbild:
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Identifikation

Signatur:INV-UNS921
Signatur Archivplan:UNS921
Titel:Hinterdorfstrasse 5
Bezirk:Baden
Gemeinde:Untersiggenthal
Ortsteil / Weiler / Flurname:Untersiggingen
Adresse:Hinterdorfstrasse 5
Versicherungs-Nr.:112
Parzellen-Nr.:1680
Koordinate E:2661267
Koordinate N:1261649
Situationsplan (AGIS):http://www.ag.ch/app/agisviewer4/v1/html/agisviewer.htm?config=agis_geoportal_fs.json&thema=185&scale=5000&basemap=base_landeskarten_sw&x=2661267&y=1261649

Chronologie

Entstehungszeitraum:approx. 1800
Grundlage Datierung:Schätzung

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Landwirtschaftliche Bauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Bäuerlicher Vielzweckbau

Dokumentation

Würdigung:Das aus dem 18. oder frühen 19. Jh. stammende Bauernhaus, dessen Dach um 1900 als ausladende Pfetten-Rafenkonstruktion erneuert wurde, bildet mit seinem üppig bepflanzten Nutzgarten einen strassenraumprägenden Blickfang. Es besteht aus einem stattlichen Wohnteil und einer heute umgenutzten Kleinstökonomie, die sich auf ein grosses Tenn mit ehemals dahinter liegender Stallung beschränkt. Der gemauerte Wohntrakt bewahrt gegen Osten zur Hinterdorfstrasse die rhythmische, sechs Fensterachsen zählende Fassadengliederung samt Biedermeier-Hauseingang, während das Tenn nach wie vor mit holzverschalter Front und Rechtecktor mit typischem Mannstürchen in Erscheinung tritt.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Das im Winkel zwischen Hinterdorfstrasse und Rebbergstrasse stehende Bauernhaus ist bereits auf der Michaeliskarte von 1840 eingezeichnet. Vermutlich wurde es im späten 18. oder frühen 19. Jh. erbaut, wobei das gerade Pfetten-Rafendach auf einen Umbau um 1900 hindeutet. 1985-86 erfuhr das Gebäude anlässlich einer Fassadenrenovation einen durchgreifenden Umbau im Innern, bei dem sämtliche Zwischenwände herausgebrochen und die Böden in Beton ersetzt wurden. Von den beiden neu eingebauten Stockwerkswohnungen blieb die untere über den Vordereingang erschlossen, während die obere Wohnung über eine Laube auf der Rückseite zugänglich war. 2013 erfolgte die Verbindung beider Wohngeschosse durch eine neue verglaste Holzlaube mit Treppenaufgang.
Beschreibung:Bäuerlicher Vielzweckbau aus dem späten 18. oder frühen 19. Jh., der an der Ecke zwischen Hinterdorfstrasse und Rebbergsstrasse einen prominenten Platz einnimmt. Das mit der Hauptfassade nach Südosten auf die Hinterdorfstrasse ausgerichtete Gebäude ist als zweigeschossiger Mauerbau mit verputztem Fachwerkgiebel aufgeführt. Es ruht unter einem durchlaufenden Satteldach mit ungestörten Dachflächen, dessen Untersicht mit Brettern verschalt ist und nur giebelseitig die Pfettenvorstösse zeigt. Gegen Nordosten erstreckt sich der mit sechs Fensterachsen stattlich ausgebildete Wohnteil, während sich die südwestlich angegliederte Scheune auf die Breite eines grossen Tenns beschränkt, dem ursprünglich wohl im hinteren Bereich ein kleiner Stall angegliedert war (heute zu Wohnzwecken ausgebaut). Die Vorderfront des Wohnteils ist durch die zur einer Dreier- und einer Zweiergruppe zusammengerückten Fensterachsen rhythmisch gegliedert und macht die ehemalige räumliche Aufteilung des Vorderhauses in Stube und Nebenstube heute noch ablesbar. Die unmittelbar neben dem Tenn liegende Eingangsachse, die ursprünglich einen vom inneren Raumgeviert geschiedenen Quergang enthielt, ist im Fassadenbild leicht abgesetzt. Der Hauseingang besitzt ein Türblatt im Stil des Biedermeier. Spärlicher und - teilweise infolge jüngerer Veränderungen - unregelmässig mit Fenstern besetzt sind die nordöstliche Giebel- und die hinter der geschlossenen Laube nur noch teilweise einsehbare Rückfront. Hier befinden sich in Verlängerung des Quergangs auch der Hintereingang sowie der Zugang zum Obergeschoss. Der mehrheitlich in Stein gefügte Scheunenteil schliesst mit einer bis auf Traufhöhe wohl massiv gemauerten und im Giebelfeld als Fachwerk aufgeführten Stirnmauer ab. Er zeigt zur Strasse hin unter dem holzverschalten Heubergeraum ein grosses Rechtecktor mit Mannstürchen und im hinteren Bereich gegen Süden und Westen seit der Umnutzung (im EG Abstellraum, Heizung und Tank, im OG Zimmer und Waschraum) eine Tür und neue hochrechteckige Lichter, die sich durch ihre gewändelose Form von den traditionellen holzgerahmten Fenstern unterscheiden.
Vor der Stubenfront führt von Nordosten her ein langer Treppenabgang in den tonnengewölbten Keller. Dieser liegt interessanterweise nur zur Hälfte unter dem Hausgrundriss, wobei ein kleiner Teil sogar unter das Tenn greift. Die andere Hälfte des Kellerraums befindet sich unter dem Vorplatz, was die Existenz eines von den heutigen Ausmassen des Gebäudes abweichenden Vorgängerbaus vermuten lässt.
Das Haus ist von einem grossen Garten umgeben, der als üppiger Nutzgarten gepflegt wird und wesentlich zur stimmigen Gesamtsituation beiträgt.
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), lokale Bedeutung.
Anmerkungen:[1] Gemäss div. Baugesuchsakten und Korrespondenz, Baugesuchsarchiv Gemeinde Untersiggenthal.
 

URL for this unit of description

URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=46044
 

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