INV-UNS910 Dorfstrasse 55, 1800 (ca.) (Dossier (Bauinventar))

Archive plan context


Ansichtsbild:
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Identifikation

Signatur:INV-UNS910
Signatur Archivplan:UNS910
Titel:Dorfstrasse 55
Bezirk:Baden
Gemeinde:Untersiggenthal
Ortsteil / Weiler / Flurname:Untersiggingen
Adresse:Dorfstrasse 55
Versicherungs-Nr.:127
Parzellen-Nr.:1642
Koordinate E:2661552
Koordinate N:1261516
Situationsplan (AGIS):http://www.ag.ch/app/agisviewer4/v1/html/agisviewer.htm?config=agis_geoportal_fs.json&thema=185&scale=5000&basemap=base_landeskarten_sw&x=2661552&y=1261516

Chronologie

Entstehungszeitraum:approx. 1800
Grundlage Datierung:Schätzung

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Landwirtschaftliche Bauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Bäuerlicher Vielzweckbau

Dokumentation

Würdigung:Das vermutlich um 1800 errichtete Bauernhaus, das den Auftakt zur historischen Bebauung von Untersiggingen markiert, ist ein stattliches gemauertes Mittertennhaus mit einem nur ansatzweise abgewalmten Satteldach des frühen 20. Jahrhunderts. Neben den sechs gleichmässig verteilten Fensterachsen des Wohntrakts setzt am Scheunentrakt das wuchtige, holzgerahmte Korbbogentenntor mit seiner altertümlichen Konstruktion den Hauptakzent an der Strassenfassade. Einen wichtigen Beitrag zur stimmigen Gesamterscheinung des Gehöfts leisten der gepflegte Nutz- und Ziergarten und der aus Muschelkalkstein gehauene Laufbrunnen (Bauinventarobjekt UNS927E) auf dem gepflästerten Hofplatz.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Das Bauernhaus ist auf der Michaeliskarte von 1840 eingezeichnet. Die altertümliche Bauweise des Torbogens am Scheunentrakt, die sich in ähnlicher Forma auch am Ortsmuseum von 1797 und an der Löwenscheune beobachten lässt, könnte jedoch auf eine Entstehung schon um 1800 hindeuten. Der Brunnen auf dem gepflästerten Hofplatz vor dem Haus ist am Trog in das Jahr 1844 datiert. Gemäss Brandkataster gehörte die Liegenschaft 1898 Engelbert Umbricht, Simons, in dessen Familienbesitz sie sich noch heute befindet [1].
Um 1900 oder im frühen 20. Jh. erhielt das Gebäude ein neues Pfetten-Rafendach. Mit der Vermauerung eines der Obergeschossfenster am Wohnteil wurde die zeittypische Symmetrie der stirnseitigen Fassadengestaltung aufgehoben. Auf derselben Seite wurde ein Wintergarten unter Pultdach angebaut. Ein jüngerer, grossvolumiger Ergänzungsbau unter Kreuzfirst befindet sich auf der Rückseite der Stallscheune.
Beschreibung:Stattlicher bäuerlicher Vielzweckbau, der am östlichen Rand des Ortskerns von Untersiggingen auf der südlichen Strassenseite den Auftakt zur historischen Bebauung markiert. Der traufständig zur Strasse gestellte, zweigeschossig in verputztem Mauerwerk aufgeführte Baukörper gliedert sich unter einem weit vorkragenden, geraden Satteldach mit Gehrschilden in einen stattlichen, die westliche Gebäudehälfte einnehmenden Wohnteil und eine ostseitig anschliessende Scheune. An der nach Norden zur Strasse hin gerichteten Hauptfassade bewahrt der Wohnteil sein ursprüngliches Erscheinungsbild mit sechs gleichmässig verteilten Fensterachsen und dem tennseitig angelegten Hauseingang. Die hochrechteckigen Fenster sind am Erdgeschoss mit Hausteingewänden eingefasst, während sie am besser geschützten Obergeschoss Holzrahmen aufweisen.
An der Vorderfront der Ökonomie fällt das breite holzgefasste Korbbogentenntor auf, das mit überstehenden seitlichen Pfosten und miteinander verbundenen Bogensegmenten eine ähnliche Konstruktionsweise zeigt wie die Tenntore an der Löwenscheune aus dem frühen 19. Jh. und am Ortsmuseum von 1797. In die Heubühnenwand sind zur Durchlüftung des Bergeraums grosse rechteckige, ehemals durch hölzerne Jalousien geschützte Lüftungsöffnungen eingelassen. Von den beiden spiegelverkehrt angeordneten Ställen soll der äussere auf eine Remise zurückgehen.
Das Bauernhaus verfügt strassenseitig über eine stimmige Nahumgebung, bestehend aus einem Vorplatz mit Laufbrunnen von 1844 sowie aus einem gepflegten Zier- und Nutzgarten, der sich in nordwestlicher Verlängerung erstreckt und in Anlehnung an die barocke Tradition mit Buchshecken gegliedert ist. Im Zusammenspiel mit der grosszügig gestalteten Schaufront des Hauses ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild von erheblicher Ausstrahlung für das Ortsbild.
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), lokale Bedeutung.
Anmerkungen:[1] Staatsarchiv Aargau, CA.0001/0067: Brandkataster Gemeinde Untersiggenthal 1899-1938.
Literatur:- Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 7, Basel 1995, S. 171.
Quellen:- Staatsarchiv Aargau, CA.0001/0067: Brandkataster Gemeinde Untersiggenthal 1899-1938.
 

URL for this unit of description

URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=45972
 

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