INV-NIL901 Altes Schulhaus, 1837 (Dossier (Bauinventar))

Archive plan context


Ansichtsbild:
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Identifikation

Signatur:INV-NIL901
Signatur Archivplan:NIL901
Titel:Altes Schulhaus
Bezirk:Lenzburg
Gemeinde:Niederlenz
Adresse:Hauptstrasse 20
Versicherungs-Nr.:108
Parzellen-Nr.:140
Koordinate E:2655687
Koordinate N:1250360

Chronologie

Entstehungszeitraum:1837
Grundlage Datierung:Schriftliche Quelle

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Öffentliche Bauten und Anlagen
Nutzungstyp (Stufe 2):Schulhaus

Dokumentation

Würdigung:Ältestes, um 1837 erbautes Schulhaus der Gemeinde, das im Dorfzentrum unmittelbar gegenüber dem Zehntenhaus (Kantonales Denkmalschutzobjekt NIL001) gelegen ist. Der äusserlich intakt erhaltene Mauerbau spätklassizistisch-biedermeierlicher Prägung zeigt eine streng axiale Gestaltung mit Steilgiebel und markantem, für Schulgebäude jener Zeit typischem Uhrtürmchen. Die strassenseitige Schaufront beherrscht eine monumentale doppelläufige Treppenanlage, welche zum zentral gelegenen Hauptportal führt. Als prägender Bestandteil der zeilenartigen östlichen Strassenbebauung entfaltet das Gebäude einen erheblichen Situationswert.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Nach neueren Erkenntnissen wurde das Alte Schulhaus von Niederlenz 1837 erstellt [1]. Zuvor hatte der Schulunterricht in den Räumlichkeiten der Bandfabrik und in einem Haus am Dorfrain stattgefunden [2]. Im ersten verfügbaren Brandkataster von 1850 ist das Gebäude als "2-stöckiges Schulhaus mit 2 gewölbten Kellern, von Stein unter Ziegeldach" verzeichnet. 1867 wird ein "Umbau in ein Wohnhaus" erwähnt [3]. Zwischenzeitlich diente das Alte Schulhaus auch als Gemeindehaus; heute sind darin Beratungsstellen und ein Kindergarten eingerichtet.
Beschreibung:Das an zentraler Stelle bei der Einmündung des Dorfrains in die Hauptstrasse stehende Alte Schulhaus tritt als stattlicher zweigeschossiger Mauerbau mit Steilgiebel und bekrönendem Dachreiter prominent in Erscheinung. Der längliche, traufbetonte Baukörper ist in spätklassizistisch-biedermeierlicher Art straff gegliedert. Die strassenseitige Schaufront weist sieben regelmässig gesetzte Fensterachsen auf, wobei die innere Achse das Hauptportal aufnimmt. Die Stirnseiten besitzen jeweils drei Achsen; in den durch Vordächlein ausgeschiedenen Giebelfeldern sitzen zwei Rechteckfenster und darüber eine halbkreisförmige Lüftungsöffnung (Lünette). Der quadratische Dachreiter mit Turmuhr ist mit einem Schindelkleid versehen und trägt ein steiles, blechverkleidetes Pyramidendach.
Zum Hauptportal in der Mitte der Strassenfront gelangt man über eine mächtige doppelläufige Treppe mit Muschelkalkstufen, unter den Podest der rundbogige Kellerzugang liegt. Das fein gestufte klassizistische Hausteingewände wird betont durch eine klassizistisch profilierte Bekrönung (Türflügel modern verglast). Noch aus der Erbauungszeit stammen die gefalzten Fenstergewände mit kantigem Blocksims, gearbeitet aus Muschelkalkstein. Strassenseitig und an den Stirnfronten tragen grün gestrichene Jalousieläden wesentlich zum harmonischen Erscheinungsbild des Hauses bei.
Die innere Erschliessung erfolgt über einen Mittelkorridor und einen rückwärtig angefügten Treppenhausrisalit, wo sich ein zweiter, vermutlich jüngerer Aussenzugang befindet (Inneres nicht gesehen).
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), regionale Bedeutung.
Anmerkungen:[1] Nachweis mittels Gemeinderatsprotokollen (725 Jahre Niederlenz 2016, S. 23). – In älteren Publikationen hingegen war von einem Baudatum von 1827 die Rede (Schenkel 1945, S. 23; Chronik Gemeinde Niederlenz 1989, S. 167).
[2] In der für die 13– bis 15jährigen "Fabrikkinder" eigens eingerichteten Fabrikschule der Hünerwadel'schen Leinenspinnerei betrug die Unterrichtszeit damals lediglich sechs Stunden pro Woche. Auch nach der gesetzlichen Einführung der acht obligatorischen Grundschuljahre 1865 bestand die Fabrikschule noch bis 1873, da man auf die billigen Arbeitskräfte offenbar nicht verzichten wollte. Zum Schulunterricht in Niederlenz vgl. Chronik Gemeinde Niederlenz 1989, S. 167ff.; Niederlenz Dorfchronik 1961, S. 88ff.
[3] Staatsarchiv Aargau, CA.0001/0427-0429: Brandkataster Gemeinde Niederlenz 1850-1938.
Literatur:- Karl Schenkel, Niederlenz vom Werden und Wachsen einer aargauischen Industriegemeinde, Aarau 1945.
- Niederlenz Dorfchronik, Niederlenz 1961.
- Chronik der Gemeinde Niederlenz, Niederlenz 1989.
- 725 Jahre Niederlenz, das Buch zum Jubiläumsjahr, Niederlenz 2016 (Hrsg. Ortsbürgergemeinde Niederlenz).
- Michael Stettler/Emil Maurer, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band II: Die Bezirke Lenzburg und Brugg, Basel 1953.
- Kunstführer durch die Schweiz, Bd. 1, Bern 2005, S. 65.
Quellen:- Staatsarchiv Aargau, CA.0001/0405-0407: Brandkataster Gemeinde Niederlenz 1850-1938.
 

Related units of description

Related units of description:siehe auch:
DOK-NIL839.001 Hauptstrasse 20, Altes Schulhaus (=NIL901), Keine Angabe (Dossier (Dokumentationsobjekte))
 

URL for this unit of description

URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=43476
 

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