DSI-ZOF068 Gen.-Guisan-Str. 18, Museum, 1899-1901 (Dossier (Denkmalschutzinventar))

Archive plan context


Ansichtsbild:
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Identifikation

Signatur:DSI-ZOF068
Signatur Archivplan:ZOF068
Titel:Gen.-Guisan-Str. 18, Museum
Bezirk:Zofingen
Gemeinde:Zofingen
Adresse:Gen.-Guisan-Str. 18
Versicherungs-Nr.:782
Parzellen-Nr.:1010
Grundbuch-Nr.:1170
Koordinate E:2638430
Koordinate N:1237854
Situationsplan (AGIS):http://www.ag.ch/app/agisviewer4/v1/html/agisviewer.htm?config=agis_geoportal_fs.json&thema=185&scale=5000&basemap=base_landeskarten_sw&x=2638430&y=1237854

Objekt-Infos

Autorschaft:Vogt, Emil (1863-1936)

Typologie

Nutzung (Stufe 1):Öffentliche Bauten und Anlagen
Nutzungstyp (Stufe 2):Museum
Epoche / Baustil (Stufe 3):Historismus

Schutz / Status

Kantonale Unterschutzstellung (DSI):9/30/2004
Kategorie Inventar Kulturgüterschutz:A (nationale Bedeutung)
Kantonaler Schutzumfang:Integral

Dokumentation

Entstehungszeitraum:1899 - 1901
Bau- und Nutzungsgeschichte:Das von 1899–1901 als Museum und Bibliothek errichtete Gebäude – das heutige Historische Museum – verdankt seine Entstehung einer Schenkung des Fabrikanten Gustav Rudolf Straehl (1845–1929). Die Ortsbürgergemeinde stellte den Bauplatz am Rand der Altstadt unentgeltlich zur Verfügung. Dieses Gelände war durch die Niederlegung der ehemaligen Befestigungsanlage im 19. Jh. frei geworden. Angrenzend liegen das Gemeindeschulhaus (1873–1876, Felix Wilhelm Kubly) und der ehemalige Schützenacker mit dem Alten Schützenhaus (1825). Mit dem Museumsbau beabsichtigten die Initianten Zofingen kulturell zu beleben. Gemäss dem Wunsch des Gönners wurde der bekannte Luzerner Architekt Emil Vogt (1863–1936) mit der Bauplanung und Bauleitung beauftragt. Vogt hatte von 1882–1886 am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich Architektur studiert und war u.a. bei Gustav Gull sowie im Büro Citterio in Mailand angestellt gewesen; seit 1891 hatte er sein eigenes Büro in Luzern. Vogt machte sich vor allem mit der Errichtung von repräsentativen Hotelbauten im In- und Ausland einen Namen. 1941 wurde das Museum im UG erstmals ausgebaut und um einen Archivraum ergänzt. Während des 2. Weltkriegs war auf dem Flachdach ein Flakgeschütz stationiert. 1943/44 wurde der Estrich mit Leichtbauplatten (Durisol) ausgekleidet und die Beleuchtung in der Bibliothek verbessert. 1955 war eine Fassadenrestaurierung notwendig. Unter Beratung des Architekten Könz (Guarda) wurden die Sgrafitti vom Kunstmaler Heinz Balmer restauriert. Innenrestaurierungen erfolgten 1982 und 1985, die Fassadensanierung in den Jahren 2003/2004. Nach einem heftigen Unwetter im Juli 2011 wurden erneut Sicherungsmassnahmen notwendig, die in den Jahren 2012–2014 ausgeführt wurden.
Im EG war die Bibliothek eingerichtet, die 1975 ins ehemal. Lateinschulhaus an der Hinteren Hauptgasse verlegt wurde. Im 1. OG und 2. OG befinden sich die historische und naturhistorische Sammlung. Das Museum beherbergt die Sammlung der Familie Ringier, eine Schenkung Hermann Fischer-Siegwarts, eine Münzsammlung, wertvolle Erzeugnisse der Zofinger Zinn- und Glockengiesser sowie eine reiche Kollektion von St.-Urban-Backsteinen.
Beschreibung:Das Erscheinungsbild des freistehenden Museumsbaus ist vom historisierenden Stil der Neorenaissance geprägt.
Der dreigeschossige Baukörper auf beinahe quadratischem Grundriss zeigt im Erdgeschoss über einem Gebäudesockel eine Rustikaquaderung. Die Gurtgesimse gliedern, die in der Vertikalen durch eine kräftige Eckquaderung zusammengebundenen Obergeschosse, die mit spitzbogig gefassten, teils gekuppelten Fenstern versehen sind. Den Abschluss bildet ein reiches Kranzgesims mit Zahnschnitt- und Konsolenfries. Darüber erhebt sich ein flachgeneigtes Walmdach mit zentralem Flachdach. Die, der Altstadt zugewandte Fassade, wird um eine Mauerstärke verengt und durch einen Mittelrisalit akzentuiert. Den Eingang flankieren zwei muschelbekrönte Nischen, welche ursprünglich zur Aufstellung von Statuen gedacht waren. Das rechteckige Portal ist mit dorischen Säulen aus hellem Kalkstein und einem Metopen-Triglyphen-Fries als Bekrönung instrumentiert. Zwischen der vorherrschenden architektonischen Gliederung durch Natursteinrahmungen sind die Putzflächen mit Sgraffitodekorationen ausgeschmückt. Die vorzüglichen Sgraffiti mit eingestreuten Porträtclipei und illusionistischen Nischen schuf der Luzerner Kunstmaler und Sgraffito-Fachmann Seraphin Weingartner (1844–1919).
Das Innere erschliesst sich über das Vestibül und eine grosszügige, reich ausgestattete Treppenanlage. Eine dreibogige Arkade mit schlanken Säulen auf hohen Postamenten trennt die Eingangshalle vom Treppenaufgang. Die stuckierten Kassettendecken des Treppenhauses wurde von Carl Weidmann (Luzern) ausgeführt. Die Arkadenleibungen und -zwickel tragen qualitätsvolle Neorenaissance-Dekorationsmalereien von Thomas Clavadetscher (Präsident, Malermeisterverband Luzern). Die Terrazzoböden in der Halle und im Treppenhaus schuf Hans Kurth (Bern) und die mit Kunstschlosserarbeiten gehen auf die Gebrüder Schnyder (Luzern) zurück. Die Obergeschosse sind im Grundriss ähnlich aufgebaut. Übers Treppenhaus und Foyer führen je zwei Türen zu den zwei rechteckigen Sälen sowie in ein kleines Nebenzimmer. Die Saaldecke, eine mit Unterzügen verfertigten Eisenbetondecke, imitiert eine hölzerne Balkendecke, die mit Blattfriesen und allerlei Fabelwesen bemalt ist.
Literatur:- Ein Musterbeispiel der Museumsarchitektur: 100 Jahre Museum Zofingen, 1999, S. 108-115.
Reproduktionsbestimmungen:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL: http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=27750
 

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