DSI-SEE001 Schloss Hallwyl, 12. Jh. (Dossier (Denkmalschutzinventar))

Archive plan context


Ansichtsbild:
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Identifikation

Signatur:DSI-SEE001
Signatur Archivplan:SEE001
Frühere Signaturen:ab 2012 wurde die Nr. SEE001 neu auf die verschiedenen Gebäude aufgeteilt; die unter SEE001 erfassten Akten und Berichte bleiben bestehen!!!
Titel:Schloss Hallwyl
Bezirk:Lenzburg
Gemeinde:Seengen
Versicherungs-Nr.:s. Baugeschichte
Parzellen-Nr.:3269
Grundbuch-Nr.:2911, Plan 7
Koordinate E:2657127
Koordinate N:1241647
Situationsplan (AGIS):http://www.ag.ch/app/agisviewer4/v1/html/agisviewer.htm?config=agis_geoportal_fs.json&thema=185&scale=5000&basemap=base_landeskarten_sw&x=2657127&y=1241647

Typologie

Nutzung (Stufe 1):Wehrbauten, militärische Bauten und Anlagen
Nutzungstyp (Stufe 2):Burg

Schutz / Status

Unterschutzstellung Bund:9/25/2003
Kantonale Unterschutzstellung (DSI):2/12/1960
Kategorie Inventar Kulturgüterschutz:A (nationale Bedeutung)
Kantonaler Schutzumfang:Integral

Dokumentation

Entstehungszeitraum:12th cent.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Ursprünglich bestand die Burg aus einem Wohnturm am Westufer des Aabachs, der von einem trockenen Graben umschlossen war. Um 1265 wurde ein Palas errichtet. Im 14. Jahrhundert wurde die Anlage unter Johann I. von Hallwyl zu einer zweiteiligen Wasserburg ausgebaut. Östlich der Wohnanlage liess er eine künstliche Insel aufschütten und von einer Ringmauer und Wassergräben umgeben. Auf der neuen Insel wurden eine Burgkapelle, der heute noch erhaltene Rundturm, ein hölzernes Backhaus, das Alte Haus und ein Schalenturm für die Toranlage errichtet. Durch den Ausbau der Befestigungsanlage entstand auf der Hinteren Insel eine stark befestigte Kernburg.
1415 steckten die Eidgenossen bei der Eroberung des Aargaus die Burg in Brand. Lediglich der Wohnturm und einige Räume im Palas der hinteren Burg blieben verschont. Noch im selben Jahr wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Im Zuge dieser mehrere Jahre andauernden Aufbauarbeiten wurde die Anlage weiter ausgebaut. Von 1420 bis 1520 erweiterte man den Palas nach Süden und errichtete das heutige Vordere Haus sowie dessen Westbau, auf der Hinteren Insel wurden zwei Geschütztürme – Verlies- und Archivturm – gebaut und das Alte Haus auf der Vorderen Insel abgebrochen und an seiner Stelle das Kornhaus errichtet.
Von 1578 bis 1590 liess Burkhart III. von Hallwyl (1535-1698) die Burg zum Schloss ausbauen. Ausser den Treppentürmen, einer neuen Befensterung und dem Bau des Palas-Nordtraktes wurden lediglich die Innenräume umgestaltet. 1583/84 wurde anstelle des Backhauses die Schlossscheune errichtet.
Ab 1742 wurden Sanierungsarbeiten an der Vorderen Insel vorgenommen, 1757 liess man für die Verlängerung der Schlossscheune die Schlosskapelle abreissen. Bei Renovationsarbeiten an der Hinteren Insel von 1803-1816 wurden der alte Wohnturm, der Palaswesttrakt und der Nordtrakt abgebrochen. Von 1871-73 wurde das Vordere Haus mit dem Torhaus und dem Westbau im Stil der Neugotik umgebaut.
1874 wurde das Schloss an Walther von Hallwyl verkauft.
1904-16 archäologische Erforschung und Gesamtrestaurierung
1993 geht das Schloss durch Schenkung an den Kanton Aargau über
1995-2004 archäologische Forschungen und Gesamtsanierung
Beschreibung:Das Schloss steht auf zwei künstlich angelegten Inseln im Aabach. Die östliche Insel, oder Vordere Insel, liegt in der Bachniederung und hat eine unregelmässige Hufeisenform. Die westliche, bzw. Hintere Insel, ist halbkreisförmig und wurde aus der westlichen Uferzone des Aabachs herausgeschnitten.
Die Vordere Insel wird von Osten her über eine steinerne Brücke erschlossen, welche in einen Torturm mündet. Nördlich des Tors folgen das Kornhaus, der Rundturm mit Spitzhelm und die Schlossscheune mit Walmdach, welche alle in Verbund mit der Ringmauer errichtet sind. Das dreigeschossige Vordere Haus mit Schneckenturm, Erker und dem angegliederten Westbau ist südlich des Tors daran angebaut und ebenfalls mit der Ringmauer verbunden. Die Ringmauer umgibt die Vordere Insel auf drei Seiten und reicht bis zum Mittelgraben, der die beiden Inseln trennt.
Die Vordere Insel ist über eine Holzbrücke über den Mittelgraben mit der Hinteren Insel verbunden.
Auf der Ostseite der Hinteren Insel steht direkt am Mittelgraben das Hintere Haus. Es besteht aus dem hochmittelalterlichen, dreigeschossigen Palas im Norden und dem spätmittelalterlichen Palassüdtrakt. An der Südostecke der Burg ist der runde Archivturm mit Kegeldach dem Palassüdtrakt eingebunden, an der nordöstlichen Ecke steht sein Gegenstück, der Verliesturm, welcher durch eine Mauer mit dem Hinteren Haus verbunden ist. Von den Ecktürmen ausgehend schliesst die Ringmauer in halbkreisförmigem Verlauf die Insel nach Westen ab.
Im Zentrum der Hinteren Insel stehen die noch erhaltenen Erdgeschossmauern des ehemals mächtigen Wohnturms.
Literatur:- Peter Frey, Das Stammhaus der Herren von Hallwyl. Die archäologischen Untersuchungen auf dem Wasserschloss Hallwyl 1995-2003, Baden 2007.
- Nachrichten des Schweizerischen Burgenvereins, 2000/3 (Bibliothek-Signatur: ZS MITTE 2003/3)
Reproduktionsbestimmungen:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL: http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=25770
 

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