DSI-RUP006 Alte Spinnerei, 1861 (Dossier (Denkmalschutzinventar))

Archive plan context


Ansichtsbild:
1/1

Identifikation

Signatur:DSI-RUP006
Signatur Archivplan:RUP006
Titel:Alte Spinnerei
Bezirk:Lenzburg
Gemeinde:Rupperswil
Versicherungs-Nr.:248
Parzellen-Nr.:2010
12 (Kanal) seit 2011 im Eigentum Staat Aargau
Grundbuch-Nr.:2010
Koordinate E:2651699
Koordinate N:1250941
Situationsplan (AGIS):http://www.ag.ch/app/agisviewer4/v1/html/agisviewer.htm?config=agis_geoportal_fs.json&thema=185&scale=5000&basemap=base_landeskarten_sw&x=2651699&y=1250941

Typologie

Nutzung (Stufe 1):Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Fabrikgebäude, Manufakturgebäude
Epoche / Baustil (Stufe 3):Klassizismus

Schutz / Status

Kantonale Unterschutzstellung (DSI):6/15/2005
Kantonaler Schutzumfang:Äusseres, Konstruktion, Treppenhaus und Kanalanlage

Dokumentation

Entstehungszeitraum:1861
Bau- und Nutzungsgeschichte:1836 erhielt die Handelsgesellschaft Richner & Comp., Rupperswil, eine Radrechtskonzession zum Betrieb einer mechanischen Baumwollweberei, die im Schachen an einem von der Aare abgeleiteten Kanal erstellt wurde - die Alte Spinnerei von 1837 (vgl. KI Nr. 906) besteht noch. Das Unternehmen wurde 1846 an Heinrich Bebié aus Turgi verkauft. Unter ihm und seit 1856 unter Sohn Hermann Bebié wurde die Spinnerei sukzessive vergrössert. 1850: zweistöckiges Magazin mit Scheune und Schmiedewerkstätte; 1853: Wohnhaus mit Scheune und neues Radhaus; 1856: Wohnhaus "Villa Steiner" (vgl. RUP005); 1857: Sägemühle; 1867: Kosthaus in der Au (vgl. KI Nr. 908); 1872: Magazingebäude; 1875: Gedeckte Holzbrücke (1988 ersetzt), Petroleummagazin; 1899: Turbinenhaus. Abschluss der Kanalerweiterung 1865, weiterer Kanalausbau in den 1890er-Jahren. - 1857-1861 Bau des neuen Spinnereigebäudes, Vollbetrieb erst 1870 nach Überwindung der europäischen Textilkrise. Erneuerung der Transmission 1872; Schatzungssumme 1877: über 200'000 Fr. (1861: 130'000 Fr.). 1893 erwarb Emil Steiner, Spross einer Textilfabrikantenfamilie aus Birrwil und seit 1878 mit einer Enkelin von Hermann Bebié verheiratet, den Betrieb und rüstete ihn mit neuen Maschinen aus. Nach dem 2. Weltkrieg automatisiert, galt der Betrieb in den 1960er-Jahren als modernste Spinnerei der Schweiz; Produktion Ende 1970er-Jahre eingestellt.
Umnutzung in Wohnungen und Dienstleistungsräume seit 2003
Beschreibung:Im Gegensatz zur quer gestellten Alten Spinnerei auf der Südseite des Kanals erstreckt sich das 1861 vollendete Fabrikationsgebäude auf dessen Nordseite parallel. Der mit 86,4 m Länge, 18 m Breite und 16,8 m Höhe monumentale Baukörper ist fünfgeschossig aufgeführt und mit 25 x 4 monoton gesetzten Fensterachsen (gefalzte Sandsteingewände mit kantigen Simsen) und einem gestuften Satteldach versehen. In den Giebeln sitzen je drei Lünetten mit radialen Sprossen. Der lediglich mit einer profilierten Gesimsbekrönung ausgezeichnete Haupteingang befindet sich in der Mitteachse der Kanalfront. In der nördlichen Trauffassade liegen, jeweils in der 8. Achse von aussen, zwei Nebenzugänge. Ein mit massivem Mauerwerk abgetrennter, zwei Achsen breiter Mittelbereich, der sich am Aussenbau nicht abzeichnet, beherbergt die Erschliessungszone mit dem grosszügig angelegten Treppenaufgang (insgesamt drei Lifte nachträglich ein- oder angebaut) und scheidet den Baukörper in zwei Hälften mit riesigen, ununterteilten Produktionssälen. In den Obergeschossen besteht das Tragsystem aus drei hölzernen Pfostenreihen. Die Stützen samt den doppelt geführten, auf Gusseisenkonsolen ruhenden Unterzügen sind aus Gründen der Feuersicherheit nachträglich mit Gipsplatten ummantelt worden. Auch die Balkendecken verkleidete man allesamt mit vergipsten Schilfrohrmatten. Der Nordfassade ist das Heizungshaus vorgelagert, das u.a. den mächtigen Kessel der elektrischen Speicherheizung der Spinnerei birgt. Beachtung verdienen auch die Kanal- und Schwellenanlagen sowie die teils entwicklungsgeschichtlich bedeutsamen Anlageteile und Installationen.
Literatur:- Vom alten zum neuen Dorf, 1968, S. 62ff..
Reproduktionsbestimmungen:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

Related units of description

Related units of description:Mutiert von:
INV-RUP907 Alte Spinnerei Aarestrasse 29 (entlassen), 1857-1861 (Dossier (Platzhalter))
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL: http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=25524
 

Social Media

Share
 
Home|Login|de en fr it
Online queries in archival fonds