DSI-RHE038 Bahnhofstrasse 14, Haus zum Lustgarten, 16. Jh. (Dossier (Denkmalschutzinventar))

Archive plan context


Ansichtsbild:
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Identifikation

Signatur:DSI-RHE038
Signatur Archivplan:RHE038
Titel:Bahnhofstrasse 14, Haus zum Lustgarten
Bezirk:Rheinfelden
Gemeinde:Rheinfelden
Adresse:Bahnhofstrasse 14
Versicherungs-Nr.:200
Parzellen-Nr.:1398
Grundbuch-Nr.:1298.04
Koordinate E:2626587
Koordinate N:1267112
Situationsplan (AGIS):http://www.ag.ch/app/agisviewer4/v1/html/agisviewer.htm?config=agis_geoportal_fs.json&thema=185&scale=5000&basemap=base_landeskarten_sw&x=2626587&y=1267112

Typologie

Nutzung (Stufe 1):Sakrale Bauten und Anlagen
Nutzungstyp (Stufe 2):Chorherrenhaus

Schutz / Status

Kantonale Unterschutzstellung (DSI):6/30/1993
Kantonaler Schutzumfang:Integral

Dokumentation

Entstehungszeitraum:16th cent.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Das dreigeschossige Eckhaus im spitzen Winkel zwischen Bahnhofstrasse und Tempelgasse gehört in seinem stattlichen Zuschnitt mit repräsentativer fünfachsiger Vorderfront zu den Oberschichtbauten im Umfeld der Stadtkirche.
Der nachgotisch instrumentierte Treppenturm lässt darauf schliessen, dass das Gebäude um die Mitte des 16. Jh. sein heutiges Aussehen erhielt. Das Anwesen scheint identisch zu sein mit einer Behausung im Besitz von Johanniterschaffner Johann Baptist Bröchin, welche nach dem französischen Beschuss (1678) in Stand gestellt werden musste, wobei der damals notdürftig abgestützte Dachstuhl vollständig erneuert wurde. 1759 erwarb der Landschreiber der Herrschaft Rheinfelden, Franz Anton Fetzer (amt. 1768–1779), das Anwesen. Es bestand aus Wohnhaus, Scheune, Stallung und Garten, "alles mit einer Mauer umfangen, allhier bey dem tempel". Fetzers Witwe überliess die kurz nach 1805 renovierte Liegenschaft 1835 ihrem Sohn, Regierungsrat Johann Karl Fetzer (1768–1847). Dieser veranlasste 1838 weitere Innenausbauten, welche den Gebäudewert fast verdoppelten. Baumeister Julius Hess, Eigentümer seit 1894, liess das Äussere dem Zeitgeschmack entsprechend mit Fensterbekrönungen auffrischen. Vermutlich wurde damals der rückwärtige Grundstückteil mit dem grosszügigen, zur Futtergasse abfallenden Garten abparzelliert. 1992/93 Gesamtrenovation: Abtrennung des Quergangs im Erdgeschoss vom Treppenturm, Ausbau der beiden oberen Stockwerke und des Dachstocks zu Etagenwohnungen.
Beschreibung:Das Haus zum Lustgarten, ein dreigeschossiger, schlank proportionierter Putzbau unter südseitig abgewalmtem Satteldach, ist in den spitzen Südwinkel eines Eckgrundstücks zwischen Bahnhofstrasse und Tempelgasse eingepasst. Der traufbetonte Hauskörper zeigt nach Osten eine repräsentative fünfachsige Schaufassade, deren Mittelachse von Freitreppe und Hauptportal mit fein gestuftem, geohrtem Rechteckgewände der Zeit um 1700 akzentuiert wird; am barocken Türblatt wurde die geschweifte obere Füllung durch eine vergitterte Verglasung ersetzt. Die schlanken Steinrahmenfenster des frühen 19. Jh. weisen kantig geschnittene Simse und nachträglich applizierte Bekrönungen auf. Die Stirnfront zur Tempelgasse besitzt lediglich ostseitig eine Fensterachse. Ein ungefähr mittig anbindender, polygonal ummantelter Treppenturm beherrscht die Gartenfassade. Er überragt die Traufe des Hauptdachs und endet mit einem Walmdächlein. Die ansteigenden Turmfensterchen sind mit Kehlprofilen geschmückt, von denen einzelne volutenförmig auslaufen. Ein ehemaliges Aborttürmchen verstellt die Südfassade des "Schneggen", der das Kellergeschoss und die beiden oberen Stockwerke erschliesst.

Der quer zum First angelegte Gewölbekeller nimmt nur den Südteil des über einem trapezförmigen Grundriss errichteten Gebäudes ein. Prunkstück des Hauses ist die aus Buntsandstein gearbeitete Wendeltreppe. Ihre für Rheinfelden einzigartige Qualität manifestiert sich in der mit einem Kehlprofil verzierten, elegant tordierten Spindel. Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss haben sich barocke Füllungstüren samt profilierten Eichenholzrahmen erhalten. In den beiden Obergeschossen sind die Wohnräume mit erneuerten Kreuzriemenböden und Stuckdecken mit Randleisten ausgestattet; Fensterverkleidungen und Lambris stammen aus dem 19. Jh. In der Mittelstube des zweiten Obergeschosses steht ein hellblauer Kastenofen, signiert "Joh. Jacob Andres aelter Hafner in Arau", um 1830/40. Die weissgrundigen Frieskacheln mit manganfarbener Bemalung (Girlanden mit Früchte- und Instrumentenbouquets) sind für Ofenmaler Johann Heinrich Egli typisch, der oft für Hafner Andres tätig war. Zweigeschossige Sparrenkonstruktion auf einfach liegendem Stuhl, um 1700.
Literatur:- Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9, Bern 2011. S. 214-215.
Reproduktionsbestimmungen:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

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URL: http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=25386
 

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