DSI-ARI005 Kapfstrasse 24, Haus Kapf mit Teilen der hist. Gartenanlage, 1736 (Dossier (Denkmalschutzinventar))

Archive plan context


Identifikation

Signatur:DSI-ARI005
Signatur Archivplan:ARI005
Frühere Signaturen:INV-ARI901
Titel:Kapfstrasse 24, Haus Kapf mit Teilen der hist. Gartenanlage
Ansichtsbild:
1/1
Bezirk:Muri
Gemeinde:Aristau
Adresse:Kapfstrasse 24
Ortsteil / Weiler / Flurname:Waldhäusern
Versicherungs-Nr.:182
Parzellen-Nr.:7
Koordinate E:2669404
Koordinate N:1238767
Situationsplan (AGIS):http://www.ag.ch/app/agisviewer4/v1/html/agisviewer.htm?config=agis_geoportal_fs.json&thema=185&scale=5000&basemap=base_landeskarten_sw&x=2669404&y=1238767

Schutz / Status

Kantonale Unterschutzstellung (DSI):3/19/2015
Kantonaler Schutzumfang:Haus Kapf integral, inkl. Gartenanlage als Grünfläche, hist. Umfassungsmauer, Kutschertor, Sodbrunnen, Allee

Chronologie

Entstehungszeitraum:1736

Typologie

Nutzung (Stufe 1):Sakrale Bauten und Anlagen
Nutzungstyp (Stufe 2):Klösterlicher Sommersitz
Epoche / Baustil (Stufe 3):Barock

Dokumentation

Inschriften:Barockportal: Skulpiertes Wappen des Bauherrn (Paul Rey zugeschrieben)
Bau- und Nutzungsgeschichte:Das 1736 im Auftrag vom Murianer Fürstabt Gerold I. Haimb als Ersatz für einen bescheidenen Vorgängerbau erstellte klösterliche Landhaus Kapf, dem ein Lehenhaus mit Rebbaubetrieb angegliedert war, diente ehemals der Erholung von Konventualen. Gemäss einem 1776 angefertigten Plan des Kapfs (KdM Aargau V, Plan Nr. 3) waren dem von Rebpflanzungen umrahmten Hauptgebäude zwei Gebäude zugeordnet: im Süden das Lehenhaus, das nach einem Brand erneuert wurde, im Norden die zu Beginn des 20. Jh. abgebrochene Trotte, in deren Nähe sich ein Sodbrunnen erhalten hat. Der Landsitz steht in aussichtsreicher Lage auf der Wasserscheide zwischen Bünz- und Reusstal in einem weitläufigen Gartenareal mit originaler ziegelgedeckter Umfassungsmauer. Schon 1800 wurde der Kapf an Bauern verliehen. In der Folge wurde das Wohnhaus selbst kaum mehr unterhalten. Um 1920 kam das stark beschädigte Gebäude in den Besitz des Schwiegervaters des heutigen Eigentümers, und diente lange Jahre als Gastwirtschaft.
Beschreibung:Der schlanke, dreigeschossig aufragende Giebeldachbau von 3 x 2 Fensterachsen ist auf der Westseite über ein schmuckes Barockportal zugänglich, dessen Segmentbogenverdachung vom skulptierten Wappen des Bauherrn Fürstabt Gerold I. Haimb überhöht wird (Paul Rey zugeschrieben). Auf allen drei Etagen teilt ein breiter Mittelkorridor mit Podesttreppe im hinteren Teil das Gebäude in zwei Hälften. Unter der nördlichen erstreckt sich ein Gewölbekeller. Dank dem schonungsvollen Umgang mit dem Bauwerk konnte es mehrheitlich die bauzeitliche Raumaufteilung und die ursprünglichen Intérieurs bewahren. Das grosse Südzimmer im 1. Obergeschoss, das zwischenzeitlich als Gaststube diente, bewahrt aus der Bauzeit eine in zwei Felder unterteilte Gipsdecke mit Stuckprofilen. Die gediegenste Ausstattung erhielt der 2. Stock mit bauzeitlichen Stuckdecken und Fussböden sowie bemalten Leinwand-Tapeten. Die repräsentativeren Räume in den Obergeschossen sind über eine prächtige Podesttreppe mit aufgesattelten Blockstufen und zugehörigem Geländer aus gedrechselten Balustern zu erreichen, es ist mit reich verkleideten zierbeschnitzten Nussbaumholz-Füllungstüren verschlossen. Als das Treppenhaus vor einigen Jahren einen neuen Verputz erhielt, entdeckte man geringe Reste der ursprünglichen Farbfassung des Fachwerks. Ein Fragment davon ist sichtbar belassen worden. Grösstenteils haben sich in den repräsentativen Räumen in den Obergeschossen die originalen Stuckdecken und Fussböden erhalten. Als ausgesprochene Rarität gelten die bemalten Tapeten, welche die beiden Nordzimmer des 2. Stocks zieren. Der Landsitz "Kapf" steht in aussichtsreicher Lage in einem weitläufigen Gartenareal mit baumbestandenem Park. Dessen originale ziegelgedeckte Umfassungsmauer ist noch auf drei Seiten vorhanden. Die Zugangssituation präsentiert sich noch genauso wie auf den alten Zeichnungen des Landhauses Kapf. In den Garten gelangt man südseitig durch ein sandsteinernes Rundbogentor, das mit dem zugehörigen Weg auf die Mitte der Südfassade Bezug nimmt. In der Westflanke der Einfriedung öffnet sich ein schmales profiliertes Rechteckportal mit einem Treppenaufgang auf die Eingangsachse des Gebäudes. In der Nähe der abgegangenen Trotte hat sich ein Sodbrunnen erhalten. Hier ist ein aus einer Umfassungsmauer des Gartens geborgenes Säulenfragment mit der Jahreszahl 1601 und einem skulptierten Bischofsstab aufgestellt.
Erwähnung in anderen Inventaren:KI-901
Literatur:- Georg Germann, Die Kunstdenkmäler des des Kantons Aargau, Bd. 5, Bezirk Muri, Basel 1967, S. 20–21.
- Erika Burkart, Ernst Halter, Das verborgene Haus, Zeit und Augenblick, Zürich 2008.
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL: http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=127571
 

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