Erwerbstätigkeit im Asylbereich

Unter welchen Voraussetzungen können Personen aus dem Asylbereich arbeiten?

Personen aus dem Asylbereich mit Ausweisen N und S wird unter gewissen Voraussetzungen ein provisorischer Stellenantritt erlaubt. Es gibt aber keine generelle Arbeitserlaubnis für diese Personen. Ein Stellenantritt kann immer nur anhand des konkreten Gesuchs eines interessierten Arbeitgebers geprüft werden.

Die Arbeit darf erst nach Erhalt der schriftlichen Bewilligung des Amts für Migration und Integration aufgenommen werden. Bei einem Verstoss ist mit einer Verzeigung zu rechnen.

Arbeitgebende haben die Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der Austrittsmeldung für Personen aus dem Asylbereich schriftlich zu melden.

Anerkannte Flüchtlinge (Ausweis B) und vorläufig Aufgenommene (Ausweis F):

Jede Aufnahme und Beendigung einer Erwerbstätigkeit sowie jeder Stellenwechsel dieser Personen muss vom Arbeitgeber bzw. Selbständigerwerbenden rechtzeitig kostenlos gemeldet werden.

Die Arbeit darf sofort nach getätigter Meldung aufgenommen werden. Das Amt für Migration und Integration erstellt keine Melde- oder Arbeitsbestätigungen für diese Personenkategorien.

Asylsuchende (Ausweis N) und Schutzbedürftige (Ausweis S)

Provisorischer Stellenantritt für Asylsuchende (Ausweis N) beantragen

Asylsuchende dürfen frühstens drei Monate nach Einreichung des Asylgesuchs arbeiten. Nicht unter dieses Arbeitsverbot fallen vom Kantonalen Sozialdienst organisierte gemeinnützige oder rückkehrorientierte Beschäftigungsprogramme. Ein Stellenantritt kann Asylsuchenden nur unter Beachtung des Inländervorrangs bewilligt werden.

Voraussetzungen

Asylsuchende Personen können unter der Voraussetzung, dass

  • die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage es erlaubt
  • das Gesuch einer Arbeitgeberin/eines Arbeitgebers vorliegt
  • die Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten werden
  • und der Inländervorrang eingehalten wird

zu einer Erwerbstätigkeit zugelassen werden. Ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht aber nicht.

Ablauf

  • Meldung der offenen Stelle beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) sowie Veröffentlichung per Inserat
  • Unterlagen und Formular A1270: Gesuch um Erteilung einer Bewilligung zum provisorischen Stellenantritt an Personen mit einem hängigen Asylverfahren (Ausweis N) oder an Schutzbedürftige zusammen mit dem Originalausweis N beim Amt für Migration und Integration einreichen
  • Prüfung durch das Amt für Migration und Integration
  • Zustellung des Entscheids des Amts für Migration und Integration (bei Ablehnung inkl. Rechnung)

Benötigte Unterlagen

Die potentielle Arbeitgeberin/der potentielle Arbeitgeber hat folgende Unterlagen beim Amt für Migration und Integration einzureichen:

  • Nachweis, dass über das RAV und ein Inserat keine inländische Arbeitskraft gefunden werden konnte
  • Formular A1270: Gesuch um Erteilung einer Bewilligung zum provisorischen Stellenantritt an Personen mit einem hängigen Asylverfahren (Ausweis N) oder an Schutzbedürftige
  • Originalausweis N
  • Kopie des Arbeitsvertrags

Fristen & Termine

Asylsuchende unterstehen während der ersten drei Monate nach Einreichung des Asylgesuchs einem generellen Arbeitsverbot. Ergeht innerhalb dieser Frist erstinstanzlich ein negativer Entscheid, verlängert der Kanton die Sperrfrist um weitere drei Monate.

Die Arbeit darf erst nach Erhalt der schriftlichen Bewilligung des Amts für Migration und Integration aufgenommen werden. Bei einem Verstoss ist mit einer Verzeigung zu rechnen.

Die Arbeitserlaubnis erlischt nach Ablauf der mit dem rechtskräftig negativen Ausgang des Asylverfahrens festgesetzten Ausreisefrist, selbst wenn ein ausserordentliches Rechtsmittel oder ein Rechtsbefehl ergriffen und der Vollzug der Wegweisung ausgesetzt wurde. Ein Stellenantritt ist in diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.

Arbeitgebende haben die Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit dem Formular A1230: Austrittsmeldung für Personen aus dem Asylbereich (Ausweis N, S) schriftlich zu melden.

Kosten

Dieses Verfahren ist – auch bei negativem Ausgang – gebührenpflichtig.

Formulare & Online-Dienstleistungen

Rechtliche Grundlagen

Provisorischen Stellenantritt für schutzbedürftige Person (Ausweis S) beantragen

Schutzbedürftige unterstehen während der ersten drei Monate nach der Einreise einem generellen Arbeitsverbot. Anschliessend kann unabhängig von der Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage eine Erwerbstätigkeit bewilligt werden, wenn das Gesuch einem Arbeitgegenden vorliegt und die Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten werden.

Voraussetzungen

Schutzbedürftige Personen können unter der Voraussetzung, dass

  • das Gesuch einer Arbeitgeberin/eines Arbeitgebers vorliegt
  • die Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten werden

zu einer Erwerbstätigkeit zugelassen werden. Ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht aber nicht.

Ablauf

  • Unterlagen und Formular A1270: Gesuch um Erteilung einer Bewilligung zum provisorischen Stellenantritt an Personen mit einem hängigen Asylverfahren (Ausweis N) oder an Schutzbedürftige zusammen mit dem Originalausweis S beim Amt für Migration und Integration einreichen
  • Prüfung durch das Amt für Migration und Integration
  • Zustellung des Entscheids des Amts für Migration und Integration (bei Ablehnung inkl. Rechnung)

Benötigte Unterlagen

Die potentielle Arbeitgeberin/der potentielle Arbeitgeber hat folgende Unterlagen beim Amt für Migration und Integration einzureichen:

  • Formular A1270: Gesuch um Erteilung einer Bewilligung zum provisorischen Stellenantritt an Personen mit einem hängigen Asylverfahren (Ausweis N) oder an Schutzbedürftige
  • Originalausweis S
  • Kopie des Arbeitsvertrags oder bei Berufslehre des genehmigten Lehrvertrags (erhältlich bei der Abteilung Abteilung Berufsbildung und Mittelschule

Fristen & Termine

Schutzbedürftige unterstehen während der ersten drei Monate nach der Einreise einem generellen Arbeitsverbot.

Die Arbeit darf erst nach Erhalt der schriftlichen Bewilligung des Amts für Migration und Integration aufgenommen werden. Bei einem Verstoss ist mit einer Verzeigung zu rechnen.

Die Arbeitserlaubnis erlischt nach allfälliger Aufhebung des vorübergehenden Schutzes mit Ablauf der festgesetzten Ausreisefrist. Ein Stellenantritt ist in diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.

Arbeitgebende haben die Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit dem Formular A1230: Austrittsmeldung für Personen aus dem Asylbereich (Ausweis N, S) schriftlich zu melden.

Kosten

Dieses Verfahren ist – auch bei negativem Ausgang – gebührenpflichtig.

Formulare & Online-Dienstleistungen

Rechtliche Grundlagen

Austritt einer Person aus dem Asylbereich mit Ausweis N, oder S melden

Arbeitgebende haben die Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit einer Person aus dem Asylbereich dem Amt für Migration und Integration schriftlich zu melden.

Ablauf

  • Formular A1230: Austrittsmeldung für Personen aus dem Asylbereich (Ausweise N, S) ausfüllen.
  • Formular dem Amt für Migration und Integration per Post oder Telefax zustellen.

Benötigte Unterlagen

Formular A1230: Austrittsmeldung für Personen aus dem Asylbereich (Ausweis N, S)

Fristen & Termine

Die Meldung betreffend Auflösung des Arbeitsverhältnisses soll innert acht Tagen erfolgen.

Kosten

Keine

Formulare & Online-Dienstleistungen

Formular A1230: Austrittsmeldung für Personen aus dem Asylbereich (Ausweis N, S) (PDF, 1 Seite, 658 KB)

Anerkannte Flüchtlinge (Ausweis B) und vorläufig Aufgenommene (Ausweis F)

Stellenantritt für anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene

Jede Aufnahme und Beendigung einer Erwerbstätigkeit sowie jeder Stellenwechsel dieser Personen muss vom Arbeitgeber bzw. Selbständigerwerbenden rechtzeitig kostenlos gemeldet werden. Es ist das offizielle Formular des Bundes (siehe Link unten) zu verwenden.

Voraussetzungen

  • Meldung des Stellenantritts mit dem offiziellen Formular des Bundes
  • Einhaltung der orts-, berufs- und branchenüblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen;

Ablauf

  • Offizielles Formular des Bundes vollständig ausfüllen
  • Elektronische Zustellung des Formulars vor Aufnahme der Arbeit an die zuständige Behörde des Arbeitskantons (Kanton Aargau: das Amt für Migration und Integration)

Benötigte Unterlagen

  • Offizielles Formular des Bundes

Fristen & Termine

Die Meldung muss vor Arbeitsaufnahme erfolgen werden. Die Arbeit darf sofort nach getätigter Meldung aufgenommen werden. Das Amt für Migration und Integration erstellt keine Melde- oder Arbeitsbestätigungen für diese Personenkategorien.

Kosten

Keine

Formulare & Online-Dienstleistungen

Rechtliche Grundlagen

  • Ausländer- und Integrationsgesetz AIG (SR 142.20)
  • Verordnung über die Zulassung und Erwerbstätigkeit VZAE (SR 142.201)