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Den Energieverbrauch in Gebäuden senken

Öffentliche Anhörung zur Teilrevision des kantonalen Energiegesetzes vom 6. April bis 6. Juli 2018

Die Ausgabe 2014 der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) leistet einen wesentlichen Beitrag, um die Ziele der Energiestrategie 2050 des Bundes sowie der kantonalen Energiestrategie energieAARGAU zu erreichen. Die MuKEn sehen Massnahmen vor, um den Verbrauch von Energie in Gebäuden zu reduzieren. Sie sollen im Rahmen einer Teilrevision des kantonalen Energiegesetzes umgesetzt werden, die vom 6. April bis am 6. Juli 2018 öffentlich aufliegt.

Der Aargau hat als erster Kanton der Schweiz die Ziele der Energiestrategie 2050 des Bundes übernommen beziehungsweise diese Ziele auf den Kanton heruntergebrochen. Dies ist mit der deutlichen Annahme der kantonalen Energiestrategie energieAARGAU durch den Grossen Rat im Juni 2015 geschehen. Die Ausgabe 2014 der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKen, siehe Kasten) leistet einen wesentlichen Beitrag, um diese Ziele zu erreichen. Sie sollen im Rahmen einer Teilrevision des kantonalen Energiegesetzes umgesetzt werden.

Gemäss der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen beziehen sich die von der Konferenz der kantonalen Energiedirektoren verabschiedeten MuKEn auf den Verbrauch von Energie in Gebäuden. Die MuKEn gliedern sich in ein Basismodul, das die Energiedirektoren als verpflichtend erklärt haben, sowie 10 weitere Module, deren Umsetzung durch die Kantone freiwillig ist. Der Regierungsrat schickt das gesamte Paket der MuKen in die öffentliche Anhörung – also auch jene Module, die er selber zur Ablehnung empfiehlt.

Massnahmen bei Neu- und bestehenden Bauten

Ein wesentliches Element ist die Steigerung der Energieeffizienz von Neubauten. Diese sollen strengere Anforderungen in Bezug auf die Gebäudehülle erfüllen, weniger Energie verbrauchen und einen Teil der für ihren Betrieb benötigten Energie selber erzeugen. Bei bestehenden Bauten sollen die Anforderungen an die Gebäudehülle in etwa gleich bleiben. Beim Ersatz bestehender Wärmeerzeuger soll der massgebliche Bedarf für Heizung und Warmwasser höchstens zu 90 Prozent mit nicht erneuerbaren Energien gedeckt werden; die restlichen 10 Prozent sind durch erneuerbare Energien oder durch baulich-technische Massnahmen zu decken. Zudem soll eine Ersatzpflicht von bestehenden zentralen Elektroheizungen mit Wasserverteilsystem (Bodenheizungen oder Radiatoren) und von zentralen Elektro-Wasserwärmern (in Wohnbauten) innert einer Frist von 15 Jahren eingeführt werden. Damit kann der Verbrauch von elektrischer Energie im Winter reduziert und ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet werden.

Zweckbauten ab einer bestimmten Grösse sollen generell mit einer Gebäudeautomation ausgerüstet werden. Der finanzielle Aufwand dafür ist relativ gering; die dadurch möglichen Einsparungen lassen eine Amortisation in kurzer Zeit zu. Weiter sollen Betriebsstätten ab einem bestimmten Verbrauch elektrischer Energie verpflichtet werden, eine Betriebsoptimierung durchzuführen. Dadurch können Fehlfunktionen oder -einstellungen im Bereich der Gebäudetechnik erkannt und behoben werden. So kann ein weiteres erhebliches Potenzial an Energieeinsparung ausgeschöpft werden.

Regierung möchte nicht alle Module umsetzen

Gemäss Empfehlung des Regierungsrats sollen verschiedene freiwillige MuKEn-Module im Kanton Aargau nicht umgesetzt werden: so etwa Bestimmungen zur Sanierungspflicht dezentraler Elektroheizungen (ohne Wasserverteilsystem) und von Elektroheizungen in Ferienhäusern oder die Verpflichtung für Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer, in bestimmten Fällen einen Gebäudeenergieausweises zu erstellen. Diese Massnahmen sind entweder bereits durch die bestehenden Bestimmungen abgedeckt oder die Kosten für ihre Umsetzung sind angesichts der zu erwartenden Wirkung unverhältnismässig hoch.

Die öffentliche Anhörung der Teilrevision des kantonalen Energiegesetzes dauert vom 6. April bis am 6. Juli 2018.

Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn)

Gemäss Bundesverfassung sind für Massnahmen, die den Verbrauch von Energie in Gebäuden betreffen, in erster Linie die Kantone zuständig. Sie erfüllen diesen Auftrag, indem sie gemeinsam so genannte Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) erarbeiten – mit dem Ziel, in den kantonalen Energiegesetzen eine grösstmögliche Harmonisierung zu erreichen sowie die Bauplanung und die Bewilligungsverfahren für die Bauherrschaft und die Fachleute zu vereinfachen. Die Konferenz der kantonalen Energiedirektoren (EnDK) hat mit den Mustervorschriften 1992 erstmals Bestimmungen im Gebäudebereich erarbeitet. Diese wurden im Jahre 2000 revidiert und als MuKEn 2000 publiziert. Die aktuelle, vierte Auflage stammt aus dem Jahr 2014. Die MuKEn leisten einen wesentlichen Beitrag, um die Ziele der Energiestrategie 2050 des Bundes zu erreichen. Falls die Umsetzung nicht im Sinne dieser Bundesziele erfolgt, muss der Bund selber Vorgaben und Gesetze erlassen. Dies würde dazu führen, dass die Kantone Kompetenzen im Gebäudebereich verlieren und sich ihre Tätigkeiten auf Vollzugsaufgaben beschränken würden. Im Entwurf des revidierten CO2-Gesetzes auf Bundesebene kommt dies klar zum Ausdruck.

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  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt
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