zurück

Die nationale Demokratieforschung ist in Aarau zu Hause

Bereits zum zehnten Mal führt das Hochschulinstitut Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA) in diesem Jahr die Aarauer Demokratietage durch. Die Vertreter der vier Träger Landammann Alex Hürzeler, Kanton Aargau, Stadtpräsident Dr. Hanspeter Hilfiker, Stadt Aarau, Prof. Dr. Michael O. Hengartner, Universität Zürich und Prof. Dr. Crispino Bergamaschi, Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), zeigten sich anlässlich einer Medienkonferenz zufrieden mit dem Erreichten und stellten den Entwicklungsplan für die nächsten vier Jahre vor.

Die Stadt Aarau, der Kanton Aargau, die Universität Zürich und die Fachhochschule Nordwest-schweiz (FHNW) führen seit 2008 in gemeinsamer Trägerschaft das Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA). Dieses setzt sich aus drei Abteilungen zusammen, die interdisziplinär in den Bereichen Recht, Politikwissenschaften sowie Geschichtsdidaktik und politische Bildung forschen. Der Aufwand beträgt knapp 4 Millionen Franken pro Jahr und wird durch Beiträge der beiden Mutterhochschulen, der öffentlichen Hand (Stadt Aarau Fr. 785'000.–, Kanton Aargau Fr. 800'000.–) sowie durch Drittmittel wie beispielsweise des Schweizerischen Nationalfonds finanziert. Am Standort des ZDA in der Villa Blumenhalde sind 40 Mitarbeitende tätig, die sich 23 Vollzeitstellen teilen.

Vierfache Trägerschaft als Grundstein des Erfolgs

Das ZDA wurde mit dem Ziel geschaffen, dieses innerhalb der Schweizer Hochschullandschaft mit einer nationalen Ausstrahlung zu positionieren und dank Veranstaltungen und Publikationen einen Beitrag zur politischen Bildung in der Schweiz leisten zu können. Aus Sicht seiner Träger wird das ZDA diesem Auftrag gerecht: Mit Stolz könne er festhalten, so Landammann Alex Hürzeler, dass sich das ZDA in den vergangenen neun Jahren zu einem bedeutenden Kompetenzzentrum für Demokratieforschung und politische Bildung entwickelt habe. Seine Mitarbeitenden seien gefragte Auskunftspersonen für Verantwortungsträger des Bunds, der Kantone und der Gemeinde geworden. Hürzeler erwähnte in diesem Zusammenhang speziell die VOTO-Abstimmungsanalysen, die das ZDA im Nachgang zu den Abstimmungen seit 2016 im Auftrag des Bundesrats durchführen dürfe.

Auch der Rektor der Universität Zürich, Prof. Dr. Michael O. Hengartner, würdigte die geleistete Arbeit des ZDA: "Das ZDA betreibt wissenschaftlich exzellente Forschung zu hochaktuellen Fragen der Demokratie, die national und international Beachtung findet. Dank dem einzigartigen Zusammenspiel verschiedener Träger kann das ZDA Themen weiter bearbeiten, die vom Nationalen Forschungsschwerpunkt NCCR Democracy an der Universität Zürich lanciert wurden. Die Universität Zürich steht voll hinter dem ZDA und wird es auch weiterhin unterstützen!"

Transfer in die Schulen

Vom ZDA profitiert auch die Pädagogische Hochschule der FHNW und damit einhergehend der Kanton Aargau als ihr grösster Träger. Die Vernetzung der fachlichen Entwicklungsarbeit für politische Bildung mit den beiden anderen Grundlagendisziplinen am ZDA (Recht und Politikwissenschaft) ist schweizweit einmalig. Es resultierten daraus national beachtete Lehrmittel und Materialien zur politischen Bildung. Wie Prof. Dr. Crispino Bergamaschi, Direktionspräsident der FHNW zudem hervorhob, pflegen die FHNW und die Universität Zürich am ZDA eine gezielte und wichtige Zusammenarbeit. "Mit dem Zentrum für Demokratie haben wir eine effiziente, hochschul- und fachübergreifende reelle Kooperationsplattform, auf welcher hochqualifizierte Fachpersonen Wissen generieren: die Universität Zürich grundlagenorientiert, die Pädagogische Hochschule der FHNW anwendungsorientiert.", so Bergamaschi.

Fokus auf gesellschaftlichen Entwicklungen wie Digitalisierung und Globalisierung

Aus Sicht der Direktion des ZDA zeigt sich die gewinnbringende Kooperation in der täglichen Forschungstätigkeit. Prof. Dr. Andreas Glaser, Vorsitzender der Direktion, unterstrich die sich daraus ergebende einzigartige Kombination aus wissenschaftlicher Unabhängigkeit und Nähe zur politischen Praxis. Die von den Trägern weiterhin zugesicherte Grundfinanzierung ermögliche echte Grundlagenforschung zur direkten Demokratie. Die Forschungsagenda der kommenden Jahre bis 2021 wird in dem heute erscheinenden Entwicklungsplan dargelegt. Wie Glaser erläuterte, soll aufbauend auf den klassischen Forschungsschwerpunkten gesellschaftlichen Entwicklungen wie Digitalisierung und Globalisierung besondere Beachtung geschenkt werden. Auch soll der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse noch zielgruppenspezifischer erfolgen.

Mehrwert für Stadt und Kanton

In Aarau hat das ZDA mit seiner Unterbringung in der Zschokke-Villa Blumenhalde nicht nur ein geschichtsträchtiges Zuhause gefunden, sondern es stösst mit seinen Tätigkeiten auf fruchtbaren Boden. So ist das ZDA gemäss Stadtpräsident Hans Peter Hilfiker in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil der Bildungs- und Kulturstadt Aarau geworden. Der Aargauer Regierungsrat und der Stadtrat von Aarau unterstützen das ZDA aus Überzeugung: Denn die gesellschaftliche Innovationskraft und wirtschaftliche Lage einer Stadt und eines Kantons sind in hohem Mass von einem leistungsfähigen Hochschulnetz abhängig. Als Nicht-Universitätskanton will sich der Kanton Aargau zusammen mit der Stadt dort besonders engagieren, wo ein möglichst hoher Nutzen und Mehrwert resultiert. Das Zentrum für Demokratie Aarau bietet ihn.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport
  • Extern
zurück