zurück

Jubiläumsrapport mit Bundesrat Guy Parmelin auf der Habsburg im Zeichen der Weiterentwicklung der Armee

Aargauer Regierung würdigte Verdienste der Offiziere

Hoher Besuch aus Bern am traditionellen Offiziersempfang der Aargauer Regierung: Am 70. Habsburgrapport nahm auch Bundesrat Guy Parmelin, Chef des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) teil. Landammann Alex Hürzeler betonte in seiner Ansprache die grosse Bedeutung der Armee für eine stabile Entwicklung der Schweiz. Der Habsburgrapport 2018 stand im Zeichen der Weiterentwicklung der Armee. Im Zuge des sicherheitspolitischen Reformprojektes gab es zahlreiche personelle Wechsel zu verzeichnen.

Armeekader, Vertreterinnen und Vertreter des Departements Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport sowie weitere Gäste trafen sich am 8. Januar 2018 zum 70. Habsburgrapport im Schloss Habsburg. Dies auf Einladung des Aargauer Regierungsrats, der in corpore am Rapport teilnahm.

Mit dem Habsburgrapport würdigt der Regierungsrat seit 1949 die guten Beziehungen zwischen dem Kanton Aargau und der Schweizer Armee. Truppenkommandanten und Berufsoffiziere mit Bezug zum Kanton Aargau, die eine Funktion abgeben oder neu übernehmen, werden als Dank und Anerkennung für ihre Verdienste und ihr Wirken zu einem Abendessen eingeladen. Das Menü besteht traditionellerweise aus einer "Berner Platte".

Landammann Hürzeler: "Bekenntnis des Aargaus zur Armee"

Landammann Alex Hürzeler würdigte in seiner Ansprache den Grundgedanken des Habsburgrapports: Das Bekenntnis der Aargauer Regierung, der Aargauer Bevölkerung zur Armee. "Ohne Sicherheit gibt es keine Freiheit", sagte Hürzeler, auch mit Blick auf moderne Bedrohungen, die sich mit der Vernetzung und Digitalisierung der Welt ergeben. "Cyberangriffe und deshalb auch Cyberverteidigung sind zu zentralen Elementen der Sicherheitspolitik geworden." Hier müsse auch der Bildungsbereich einen Beitrag leisten, damit der Armee gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung stünden. Der Kanton Aargau vollbringe dafür Pionierhaftes: Im Schuljahr 2016/17 sei ein neues, obligatorisches Fach Informatik für alle Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der ersten und zweiten Klasse eingeführt worden. Daneben stärke auch der neue Aargauer Lehrplan für die Volksschule die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler im Bereich Medien und Informatik. Diese Entwicklungen seien nicht nur eine Chance für die jungen Menschen im Kanton Aargau, sondern auch für die Armee.

Bundesrat Parmelin: "Sicherheit der Menschen so wichtig wie schon lange nicht mehr"

"Sicherheitsthemen stehen wieder weit oben auf der Agenda der Schweizer Politik", stellte Bundesrat Guy Parmelin in seiner Ansprache fest, "die Sicherheit der Menschen in unserem Land ist so wichtig wie schon lange nicht mehr." Der Chef des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) erwähnte in diesem Zusammenhang den Terrorismus. In den letzten zwei Jahren seien bei Anschlägen rund 350 unschuldige Menschen gestorben. Eine weitere Gefahr stellten Cyber-Angriffe dar. Die Armee baue zwar eine Cyberkompanie auf, um Angriffe auf Verteidigungssysteme abzuwehren; sie könne aber nicht alles abdecken, auch andere Institutionen müssten Massnahmen ergreifen. Im Bereich der militärischen Bedrohung wies Parmelin auf die Annektierung der Insel Krim durch Russland hin. Die Schweiz müsse im Sicherheitsbereich an das Unmögliche denken und auf das vorbereitet sein, was in 10, 20 oder 30 Jahren passieren könnte.

Angesichts der komplexen Bedrohungslage müsse die Sicherheitspolitik vielfältig und anpassungsfähig gestaltet sein, betonte der VBS-Vorsteher: "Die Weiterentwicklung der Armee ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Das Projekt besteht nicht nur aus Jokertagen für Rekruten und Mobilisierung über SMS. Die Reform geht viel tiefer. Wir gestalten heute die Armee der Zukunft, die kleiner und flexibel ist. Und die wieder stark in den Regionen verankert ist – wie hier im Aargau."

Die Armee brauche neue, moderne Ausrüstung und Mittel. Insbesondere auch zum Schutz des Luftraums. Das alles koste Geld. Die Habsburger hätten früher ihre militärischen Aktivitäten unter anderem mit Weinbau finanziert. Das funktioniere heute nicht mehr, erklärte Parmelin: "Wenn ich die Buchhaltung meines Bruders anschaue, weiss ich: So viel Geld geben Weintrauben heute nicht mehr her." Er zähle deshalb auf die Akzeptanz und den Rückhalt der Armee in der Bevölkerung: "Wir haben eine moderne Armee, die für den Schutz der Menschen in unserem Land sorgt, für unsere Unabhängigkeit, unsere Freiheit und Wohlstand. Und wenn es nach mir geht, soll es auch so bleiben."

Ehrung von Offizieren

Der Habsburgrapport 2018 stand im Zeichen der Weiterentwicklung der Armee. Im Zuge des Reformprojektes wurde auf Ende 2017 unter anderem die im Aargau historisch verwurzelte Infanterie-Brigade 5 aufgelöst. Weiter wurde die Durchdiener-Rekrutenschule der Infanterie von Aarau nach Birmensdorf im Kanton Zürich verlegt. Diese führte dazu, dass die Aargauer Militärdirektorin Franziska Roth am Habsburgrapport 2018 aussergewöhnlich viele Offiziere ehrte, die ihre Funktion abgegeben haben. Darunter Brigadier Alexander Kohli (50, Grenchen), der die Infanterie-Brigade 5 die letzten zwei Jahre geführt hat und seit dem 1. Januar 2018 als Kommandant der Mechanisierten Brigade 4 amtet. Ebenfalls geehrt wurde Oberst im Generalstab Oliver Müller (44, Richterswil), letzter stellvertretender Kommandant der Infanterie-Brigade 5 sowie Oberstleutnant im Generalstab Oliver Wolf (39, Fislisbach). Er kommandierte seit 2014 das Führungsunterstützungsbataillon 5, das mit der Weiterentwicklung der Armee aufgelöst wird.

  • Regierungsrat
  • Departement Gesundheit und Soziales
zurück