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Neue Gartenattraktion auf Schloss Wildegg ist eröffnet

Auf neue Art kann man in die Geschichte von Garten und raren Sorten eintauchen

Gelbe Randen, Haferwurzeln und Erdbeerspinat – im Nutz- und Lustgarten von Schloss Wildegg gibt es viele rare Nutzpflanzen zu entdecken. Die neue Vermittlungsstation namens "Gemüsekeller" wurde heute im historischen Gewölbekeller eröffnet. Sie ermöglicht einen Einblick in die Arbeit der Stiftung ProSpecieRara, die auf Schloss Wildegg seltene Gemüse- und Zierpflanzensorten kultiviert und vermehrt. Hier erzählt das Museum Aargau Gartengeschichte am Originalschauplatz.

Blumen im Schlossgarten Wildegg Bild vergrössern
Kanton Aargau

Wo lange Zeit Werkzeuge lagerten und Pflanzgut überwinterte, lässt sich heute auf spielerische Art die Geschichte des Wildegger Schlossgartens, die Bedeutung der Gartenkultur sowie die Vielfalt von historischen und modernen Nutzpflanzen entdecken. Wer den "Gemüsekeller" betritt, wird direkt von Julie von Effinger, der letzten adeligen Bewohnerin des Schlosses vor hundert Jahren und vom heutigen Gärtner Bruno begrüsst. Die Schlossherrin und der Gärtner, je in einem eigenen Bildschirm, tauschen sich über das Gestern und Heute, über Garten, Gemüse und seltene Pflanzen aus. Ein aktueller Pflanzplan veranschaulicht das breite Spektrum an Pflanzen im heutigen Barockgarten. Und ein Rezeptkalender regt zum saisonalen Kochen mit ProSpecieRara-Produkten an und lässt dabei Neues entdecken.

"Nützlich und schön" sollte ein Garten in der Barockzeit sein

Der Schlossgarten war für die Bewohnerinnen und Bewohner seit je von zentraler Bedeutung: Seit Bernhard von Effinger im 17. Jh. mit dem Bau der barocken Gartenanlage begann, war der repräsentative Garten nicht nur Gemüse- und Obstlieferant, sondern diente auch als Erholungsraum für die Herrschaften. Noch heute lädt der Nutz- und Lustgarten zum Flanieren, Riechen und Staunen ein, verdeutlicht aber gleichzeitig auch die eindrückliche Symbiose zwischen Menschen und Pflanzen, die unsere Leben seit jeher prägen.

Dass sich die Familie Effinger seit jeher intensiv mit der nachhaltigen Nutzung ihrer Gartenanlage beschäftigte, zeigen auch diverse Bücher zum Thema Gartenkunst und Gartentheorie, Botanik und Arznei, die sich noch immer in der Schlossbibliothek befinden. Ihre Haushaltbücher zeigen aber auch, dass noch im 18. Jahrhundert bedeutend mehr Gemüsesorten genutzt wurden als heute. Der Schlossgarten eignet sich deshalb hervorragend, seltene Gemüse- und Zierpflanzensorten zu kultivieren und den Besucherinnen und Besuchern einen vertieften Einblick in die Arbeit von ProSpecieRara zu ermöglichen.

Auf Schloss Wildegg werden Sorten vermehrt

Wesentlichen Anteil am Erfolg der Gartenanlage von Schloss Wildegg hat denn auch die enge Zusammenarbeit mit ProSpecieRara. Die Arbeit der Stiftung zum Erhalt von gefährdeten Kulturpflanzen leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die Artenvielfalt in der Schweiz zu erhalten und zu bereichern. Dies gilt auch für den Garten auf Wildegg. "Der Garten ist heute nicht nur ein Schaufenster sondern wird auch für die Vermehrung von vielen Gemüse- und Ackerpflanzensorten genutzt", erklärt Bela Bartha, Geschäftsführer der Stiftung ProSpecieRara. "Er unterscheidet sich mit seinen aufgeschossenen Salaten und den blühenden Mangoldpflanzen deutlich von anderen Schaugärten." Wichtig für die Arbeit von ProSpecieRara ist nun auch der neue Gemüsekeller am Rande des Gartens. Beim Betreten der Ausstellung bemerkt man gerade im Sommer sehr schnell, was diesen Raum ausmacht: Dank seines einzigartigen feuchtkühlen Klimas ist er nicht nur für die Überwinterung von Gemüse geeignet, sondern bietet auch ideale Voraussetzungen für die Vermehrung von Saatgut. So wird heute – wie bereits in der Barockzeit – auf besondere Art und Weise das Nützliche mit dem Schönen verbunden.

Grosszügige finanzielle Unterstützung

Die Coop Genossenschaft und der Swisslos Fonds Kanton Aargau unterstützten das Gartenprojekt mit namhaften finanziellen Beiträgen.

Weitere Informationen sind zu finden unter www.museumaargau.ch (öffnet in einem neuen Fenster).

  • Departement Bildung, Kultur und Sport
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