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"Kaiser, Könige und Königin" lassen bitten!

Die Standorte des Museum Aargau öffnen am 1. April die Tore für das Publikum. In Ausstellungen und Veranstaltungen werden an den Originalschauplätzen, den Schlössern Lenzburg, Hallwyl, Wildegg, Habsburg, dem Kloster Königsfelden, dem Vindonissa Museum und dem Legionärspfad, Geschichten rund um Kampf, Macht und Reichtum erzählt. Getreu dem Jahresthema "Kaiser, Könige und Königin" stehen an allen Standorten illustre Persönlichkeiten, Aargauer Adelsfamilien und ihre Beziehungen zu Kaiser- und Königshäusern, im Zentrum. Es geht um römische Legionäre, die den Kaiserkult pflegten, und reisefreudige Kaiser und Gefolgsmänner im Mittelalter, um junge Pagen am französischen Hof und einen Kaiser, der zum Frühstück auf der Habsburg war. Es werden spannende Ausschnitte aus 2000 Jahren Herrschaftsgeschichte im Aargau erzählt. Und – der beliebte Drache Fauchi ist nach einer Erfrischungskur pünktlich zum Saisonstart zurück auf Schloss Lenzburg.

Etwas zeigt sich in allen Geschichten: Das Gebiet der heutigen Schweiz war mitten im Geschehen rund um die europäischen Kaiser- und Königshäuser, denn die Adeligen waren untereinander gut vernetzt. Sie reisten viel und orientierten sich in mancher Hinsicht an grossen Herrschern. Objekte als Zeugen wichtiger Ereignisse unterstreichen dies. So steht in der Sonderausstellung auf Schloss Wildegg ein prachtvoll verziertes Panzerhemd im Zentrum. Dieses war nicht nur ein Erinnerungsstück an eine legendäre Schlacht, sondern auch eine Trophäe, die von den Taten und dem Ruhm der Vorfahren zeugte und von der Familie Effinger als Familienschatz streng gehütet wurde.

Der letzte Lenzburger Graf, die Grosstante der Queen und Fauchi "reloaded"

Drei Themen stehen auf Schloss Lenzburg im Fokus: Die Sonderausstellung zum Jahresthema heisst "Der letzte Graf von Lenzburg und das Heilige Römische Reich". Die im Geschichtsatelier inszenierte Ausstellung erzählt von Ulrich IV. von Lenzburg, der im 12. Jahrhundert Könige und Kaiser auf ihren Reisen durch das Heilige Römische Reich begleitete. Er war nicht nur ein einfacher Gefolgsmann, sondern wurde enger Vertrauter von Kaiser Friedrich I. Er hinterliess Barbarossa nach seinem Ableben alle seine Besitztümer inklusive der Lenzburg.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zog Lady Mildred Marion Bowes-Lyon auf das Schloss, das 1893 von ihrem Gatten, Augustus Jessup, mit allerlei Komfort ausgestattet worden war. Mildred war die Grosstante der Queen und stammte aus dem schottischen Hochadel. In der Kabinettausstellung "Lenzburg Royal – Lady Mildred, die Grosstante der Queen" sind Fotografien und Originalobjekte ausgestellt. Ausserdem zeigt die Dauerausstellung im Wohnmuseum drei Zimmer aus Lady Mildreds Zeit, die im überlieferten Zustand restauriert wurden. Die beiden Ausstellungen zum Jahresthema sind ab 1. April zu sehen. Und alle Kinder dürfen sich auf Fauchi freuen, der in diesem Winter in einer buchstäblich belebenden Erneuerungskur war.

Ein Kaiser zum Frühstück auf Schloss Habsburg

Europa war zur Zeit des Wiener Kongresses um 1815 in Aufruhr und die eidgenössischen Gesandten waren untereinander so verkracht, dass sie gemeinsame Interessen gar nicht richtig wahrnehmen konnten. Zum Glück war dem österreichischen Kaiser, dem russischen Zaren und deren Diplomaten das Schicksal der Schweiz nicht egal. Russland und Österreich setzten sich für den Aargau ein und verhinderten, dass der Kanton wieder Berner Untertanengebiet wurde. Dafür empfing der Regierungsrat die gekrönten Häupter nacheinander auf der Habsburg. Dem Erzherzog Ferdinand wurde gar ein improvisiertes Frühstück angeboten. Die Inszenierung auf der Habsburg zeigt den Frühstückstisch, erzählt über den Besuch der verschiedenen Vertreter von Kaiser- und Königshäusern und darüber, wie der Regierungsrat als Gastgeber auftrat. Die Ausstellung wird am 27. April eröffnet.

Schloss Hallwyl: Zwei Hallwyler am französischen Hof

Im 15. Jahrhundert wurden junge Söhne als Pagen an den französischen Hof geschickt. Hier sollten Sie Umgangsformen lernen und zu "Männern von Welt" werden. Dietrich von Hallwyl entwickelte sich am Hof von Louis XI vom Pagen zum Vertrauten des Königs. Auch sein Bruder Hans startete am französischen Hof durch. Abenteuer, Krieg und Freundschaft begleiteten ihren Weg. Die Ausstellung wird am 13. Mai eröffnet.

Schloss Wildegg: Bernhard Effinger und der Familienschatz

Der Wildegger Schlossherr Bernhard von Effinger nahm auf der Seite von Leopold I., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, 1683 an der Schlacht zur Befreiung von Wien teil. Nach Familienüberlieferung kehrte Bernhard verwundet, aber mit wertvollen Schätzen heim. Ein prachtvoll verziertes Panzerhemd, Armschienen und ein Krummsäbel stehen im Mittelpunkt der Ausstellung "Ein Effinger im Kampf für Kaiser Leopold I". Die Eröffnung der Ausstellung ist am 18. Mai.

Römische Götter und ein Fahnenheiligtum auf dem Legionärspfad

Der Legionärspfad Vindonissa eröffnet am 18. Juni eine neue Station, das Fahnenheiligtum. Alles dreht sich um römische Religion: Götter, Geister, heilige Orte und aufwändige Opfer. Mit der mediterranen Kultur hielten auch die römischen Götter im Legionslager Vindonissa Einzug. Und wie es sich für ein richtiges Legionslager gehört, wurde auch ein Fahnenheiligtum errichtet. Hier bewahrte man die Standarten der Truppen und ein Abbild des Kaisers auf. Mit der neuen Station entstehen auch zwei neue Audio-Touren; die Spiel-Tour "Beim Jupiter – Rettet den Goldenen Adler" und die Themen-Tour "Die Götter Roms – Kult und Glaube in Vindonissa".

Nach Kaiser Neros Tod gerieten die Helvetier in die Bredouille

Im Vindonissa Museum ist die Ausstellung "Kampf um Neros Erbe – Die Helvetier zwischen den Fronten" bis am 12. November 2017 zu sehen. Nach Neros Selbstmord im Jahr 69 n.Chr. kämpften vier Kaiser um den Thron. Dabei gerieten die Helvetier und die in Vindonissa stationierte 21. Legion zwischen die Fronten und in den Sog eines Bürgerkriegs. 

Königin Agnes von Ungarn – Eine Habsburgerin zwischen Kloster und Eidgenossen

Die Sonderausstellung im Kloster Königsfelden erzählt die Geschichte von Agnes von Habsburg, die als junge Frau mit dem ungarischen König Andreas III verheiratet wurde. Nach dessen Tod kam sie nach Königsfelden, wo ihre Mutter, Königin Elisabeth, das Kloster gegründet hatte. Die Habsburgerin zeichneten politisches und diplomatisches Geschick, ein ausgeprägter Wille zur Machtentfaltung sowie ein beinahe schon modernes Management, entsprechender Instinkt für die Organisation und Weiterentwicklung des Klosters Königsfelden aus. Königin Agnes machte Königsfelden zu einem der reichsten Klöster im Mittelalter. Die Sonderausstellung wird am 6. Juli eröffnet.

Rahmenprogramm und kulinarische Köstlichkeiten zum Jahresthema

Neben den Ausstellungen ist das Jahresthema in Veranstaltungen und Gruppenprogrammen am originalen Schauplatz erlebbar. Ausserdem bieten die Schlosscafés auf das Saisonthema angepasste Angebote wie "Tea Time" auf Schloss Lenzburg, Picknick-Körbe auf Schloss Hallwyl, Wiener Kaffee im Bistro Schloss Wildegg oder einen Kaiserbrunch auf der Habsburg, an.

Weitere Informationen sind zu finden unter Museum Aargau (öffnet in einem neuen Fenster).

  • Departement Bildung, Kultur und Sport
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