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Der Kunstpreis 2017 des Kantons Aargau geht an die Saxofonistin Co Streiff

Das Aargauer Kuratorium verleiht den Kunstpreis des Kantons Aargau an Co Streiff. Die Jazzmusikerin aus Jonen (AG) hat ein Werk von beeindruckendem Format und hoher musikalischer Qualität geschaffen. Der mit 40'000 Franken dotierte Kunstpreis ist die höchste Auszeichnung für künstlerisches Schaffen des Kantons.

Co Streiff gilt als eine der wichtigsten Saxofonistinnen der Schweiz. Geboren 1959, nahm Co Streiff zunächst in Zürich ein Studium in Geografie, Ethnologie und Soziologie auf. Parallel dazu begann sie zu musizieren und liess die Fakultät bald Fakultät bleiben: "Ein Crossfade zur Musik", wie sie sagt. Nach einer klassischen Querflöten-Ausbildung hat sie sich am Saxofon mehrheitlich autodidaktisch durch sämtliche Stücke und Stile gespielt. In Streiffs Fall bedeutet diese musikalische Selbstermächtigung vor allem eines: Konzentration, Beharrlichkeit, Eigensinn. So ist ihre Musik heute geprägt von der Tradition, aber auch von der Eigenständigkeit derjenigen, die sich vieles selber erarbeiten mussten. Von dieser Basis aus ist sie eine der bedeutendsten Schweizer Jazz-Musikerinnen geworden. Auch weil sie, wie die Jury betont, als Pionierin die Strukturen erst schaffen musste, in denen sich heute viele Jazzmusikerinnen bewegen.

Auf ihrer künstlerischen Suche interessiert sich Co Streiff auch für Volksmusik im Grenzbereich zum Jazz. Nach mehrmonatigen Tourneen in Europa, aber auch in Nigeria, Ghana, Benin, Namibia, Zimbabwe, Ägypten, Kuwait und in Kirgistan dokumentieren zahlreiche Tonträger, diverse Auszeichnungen und Kompositionsaufträge dieses künstlerische Wirken. Stets lässt sie lokale Grenzen hinter sich und fühlt sich dort zu Hause, wo die Grenzenlosigkeit in eigene, definierte Formen mündet, sei dies als Bandleaderin in ihren eigenen Formationen, aber auch als feuriges Mitglied in einem grösseren Ganzen. Etwa als Saxofonistin im legendären Vienna Art Orchestra, als treibende Kraft des Circus Theaters Federlos oder in zahlreichen weiteren Zusammenarbeiten mit Grössen wie Irène Schweizer oder Fred Frith. Bezeichnend für ihre Vielfalt ist, dass sie ihre Wege immer wieder aus dem Free Jazz hinaus führt, um gestärkt in ihn zurückzukehren. All dies tat sie lange Zeit als erste und einzige Frau in einer von Männern geprägten Szene.

Die Auszeichnung wird der Musikerin am 20. Mai 2017 um 13 Uhr in der Alten Reithalle in Aarau übergeben. Die Laudatio hält der Kulturjournalist Manfred Papst.

www.aargauerkuratorium.ch (öffnet in einem neuen Fenster)

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  • Medienmitteilung
  • 15.02.2017
    • Departement Bildung, Kultur und Sport
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