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Strafverfahren wegen sexuellen Handlungen mit Abhängigen eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm hat das Strafverfahren gegen eine 30-jährige Lehrerin, welcher vorgeworfen wurde, mit einem 17-jährigen Schüler sexuell verkehrt zu haben, eingestellt.

Gestützt auf eine durch eine unbeteiligte Drittperson eingereichte Strafanzeige eröffnete die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm ein Strafverfahren gegen eine 30-jährige Lehrerin wegen sexuellen Handlungen mit Abhängigen. Sie stand im Verdacht, in ihrer Funktion als Lehrerin der Kreisschule Mittleres Wynental in Unterkulm das zwischen ihr und einem 17-jährigen Schüler bestehende Abhängigkeitsverhältnis ausgenutzt zu haben, um ihn zu intimen Handlungen mit ihr zu bewegen.

Kein Straftatbestand erfüllt

Der Straftatbestand der sexuellen Handlungen mit Abhängigen erfordert, dass ein vom Täter abhängiges, unterlegenes Opfer eine sexuelle Handlung eigentlich nicht will und sich den sexuellen Handlungen nur unter dem Eindruck der Abhängigkeit des andern fügt. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Überlegene gegenüber dem Unterlegenen offen oder verdeckt Druck ausübt oder andere ernstliche Nachteile in Aussicht stellt und sich das Opfer nur deshalb sexuell mit dem Täter einlässt. Ein solcher Fall lag vorliegend jedoch nicht vor.

Die Lehrerin unterrichtete den Schüler nur wenige Stunden pro Woche, wobei lediglich ein Fach für das Abschlusszeugnis zählte. Zum fraglichen Zeitpunkt waren sämtliche Noten bereits geschrieben, zudem hatte die Lehrerin keinen Einfluss auf die Abschlussprüfung. Ferner sagten sowohl die Lehrerin wie auch der Schüler übereinstimmend und glaubhaft aus, es sei einvernehmlich zu den intimen Handlungen gekommen. Eine Drucksituation der Lehrerin gegenüber dem Schüler konnte durch die Strafuntersuchung nicht erkannt werden. Die Staatsanwaltschaft hat aus diesem Grund die Strafuntersuchung gegen die Lehrerin eingestellt. Die Einstellungsverfügung ist rechtskräftig.

  • Departement Volkswirtschaft und Inneres
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