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Achtung ansteckend! Von der Pest bis zum Nervenflattern

Das Museum Aargau zieht eine positive Bilanz für die Saison 2014

Insgesamt 270'000 Besucherinnen und Besucher reisten 2014 zu den Standorten des Museum Aargau und liessen sich von den Geschichten rund um 2000 Jahren Heilkunst begeistern. Die "Ansteckungsgefahr" war sehr vielseitig: Das Spektrum der Themen reichte von den medizinischen Erkenntnissen der Antike bis zu Heilmethoden im beginnenden 20. Jahrhundert. Die Schlösser Lenzburg, Hallwyl, Wildegg, Habsburg, das Kloster Königsfelden und der Legionärspfad waren aber auch als Ausflugsorte sehr beliebt. Insgesamt verzeichnet das Museum Aargau 2014 eine Steigerung der Besucherzahlen um rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Unter dem Titel "Achtung ansteckend!" präsentierte das Museum Aargau ein übergreifendes Thema an allen sechs Standorten. Im Legionärspfad stand das Lazarett mit den Krankengeschichten im ehemaligen Legionslager im Mittelpunkt, während im Kloster Königsfelden gleich nebenan die Heilkräuter aus dem Klostergarten zu Medizin verarbeitet werden konnten. Schloss Habsburg zeigte eine Ausstellung zum Thema Pest im Mittelalter. Der erstaunliche Wissens- und Kulturtransfer zur Zeit des Mittelalters war das Saisonthema auf Schloss Lenzburg. Intime Einblicke ins Badezimmer der Hallwyler gewann das Publikum anhand der Ausstellung "Stilles Örtchen. Heisses Bad". Wie schliesslich die Oberschicht um 1900 flatternde Nerven kurierte, erlebten Besucherinnen und Besucher im Schloss und Garten Wildegg.

Die Schlösser Hallwyl und Wildegg waren besonders beliebt

Einen erfreulicher Anstieg der Besucherzahlen verzeichnet Schloss Hallwyl mit einem Plus von 8'000 Personen auf total 56'000. Das ist ein neuer Besucherrekord. Die Ausstellung zum Jahresthema, das Schloss als Ausflugsziel sowie der bereits traditionelle Herbstmarkt im Oktober waren beim Publikum besonders beliebt. Ebenfalls einen neuen Rekord verbucht Schloss Wildegg mit knapp 60'000 Besucherinnen und Besuchern, was einer Steigerung von 5'000 Personen entspricht. Eine Konsolidierung der Besucherzahlen erfolgte auf Schloss Lenzburg.

Exerzieren im Legionslager Vindonissa

Im Legionärspad fanden vor allem die Aktivprogramme besonderen Anklang. Geburtstag feiern wie die Römer, eine römische Übernachtung mit Kocherlebnis am Feuer boten auch 2014 stimmungsvolle Erlebnisse. Und wer römisch gewandete Jugendliche im Gleichschritt mit einem Legionär vorbei marschieren sah, fühlte sich direkt in die Zeit des ehemaligen Legionslagers zurück versetzt. Für wachsende Besucherzahlen sorgten neben den Workshops für Schulen auch die öffentlichen Führungen und der gemeinsam mit dem Vindonissa-Museum veranstaltete Römertag in Brugg/Windisch.

Die Pest und betende Nonnen

Sehr erfreulich entwickelte sich auch der Ausflugsort Schloss Habsburg. Die Ausstellung "Pralles Leben. Schwarzer Tod" drehte sich um die Bedrohung durch die Pest und stiess bei einem breiten Publikum auf grosses Interesse, was sich vor allem bei den gebuchten Führungen und den Veranstaltungen zeigte.

Im Kloster Königsfelden führte ein Audio-Rundgang an vier Stationen rund um das Kloster und in den Klostergarten. In der vor allem auch bei Familien beliebten Klosterapotheke konnten zudem Sirup, Senf, Shampoo und Essig hergestellt werden. Nach drei Jahren wurde nun der temporäre Klostergarten abgebaut. Über einen neuen Standort wird zurzeit nachgedacht.

Veranstaltungsreihe Aargau/Österreich 1814–2014

Vor zweihundert Jahren begann der Wiener Kongress, welcher der zwanzigjährigen Periode der Revolutionskriege in Europa ein Ende setzte. Der Kanton Aargau und die österreichische Botschaft nahmen das Jahr 2014 zum Anlass, der gemeinsamen Geschichte zu gedenken. Das Museum Aargau war mit drei Anlässen beteiligt. Das Thema "Umgang mit Minderheiten" befasste sich mit der Geschichte der Schweizer Juden in Lengnau und Endingen. Der Habsburger Familiensonntag lud Gross und Klein zu spielerischen Rundgängen in die Geschichte der Habsburger auf ihrem Weg zur Weltmacht. Am Frauenabend im Schloss Hallwyl diskutierten die ehemalige österreichische Aussenministerin Ursula Plassnik und die Aargauer Ständerätin Pascale Bruderer Wyss, wie sich die Rolle der Frau in der Öffentlichkeit in den letzten zweihundert Jahren gewandelt hat. Alle drei Veranstaltungen wurden sehr gut besucht.

Der Jahresfilm auf www.museumaargau.ch

Der neue Kurzfilm mit den Höhepunkten des Jahres 2014 in den Schlössern, im Kloster und auf dem Legionärspfad steht auf www.museumaargau.ch (öffnet in einem neuen Fenster) und auf YouTube (öffnet in einem neuen Fenster) zur Verfügung.

2015 heisst es "Die Eidgenossen kommen!"

Der Kanton Aargau nimmt das Jahr 2015 zum Anlass, an die Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen vor sechshundert Jahren zu erinnern. Das Museum Aargau ist mit seinen historischen Schauplätzen prädestiniert für eine spannende und erlebnisreiche Auseinandersetzung mit dem historisch bedeutenden Meilenstein.

Der Legionärspfad befasst sich hingegen unter dem Motto "Geniale Römer" mit dem Erfindungsreichtum der Weltmacht, die vor rund 2000 Jahren bedeutende technische Errungenschaften ins Land brachten.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport
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