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Ab kommendem Schuljahr wird im Kindergarten grundsätzlich Mundart gesprochen

Volkwille wird pragmatisch umgesetzt

Am 18. Mai 2014 hat das Aargauer Stimmvolk die Volksinitiative "JA zu Mundart im Kindergarten" mit klarer Mehrheit angenommen. Die Umsetzung der Initiative erfordert ein ordentliches Gesetzgebungsverfahren, das erfahrungsgemäss rund zwei Jahre dauert. Der Regierungsrat will das Anliegen der Initiative jedoch rasch umsetzen und hebt die aktuell geltenden Bestimmungen zur Standardsprache im Kindergartenlehrplan umgehend auf. Schon im nächsten Schuljahr soll im Kindergarten grundsätzlich in Mundart unterrichtet werden.

Die vom Aargauer Stimmvolk angenommene Volksinitiative "JA zu Mundart im Kindergarten" war als allgemeine Anregung formuliert und verlangt, das kantonale Schulgesetz so zu ändern, dass die Unterrichtssprache im Kindergarten grundsätzlich die Mundart ist. Die Umsetzung der Initiative erfordert ein ordentliches Gesetzgebungsverfahren, das erfahrungsgemäss rund zwei Jahre dauert. Voraussichtlich Anfang 2015 wird die Gesetzesvorlage in die öffentliche Anhörung gegeben und im zweiten Halbjahr 2015 dem Grossen Rat zur Beratung überwiesen. Das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) rechnet damit, dass die neuen gesetzlichen Regelungen auf das Schuljahr 2016/17 in Kraft treten werden.

Hochdeutsch im Lehrplan wird gestrichen

Im Sinne eines indirekten Gegenvorschlags auf Ebene Verordnung hatte der Regierungsrat bereits im Oktober 2013 beschlossen, den Anteil Hochdeutsch im Kindergarten von rund der Hälfte auf einen Drittel zu senken. Diese Verordnungsänderung würde auf das kommende Schuljahr 2014/15 in Kraft treten. Aufgrund der Annahme der Initiative ist es aus Sicht des Regierungsrats jedoch angezeigt, auf diese Änderung zu verzichten. Stattdessen will der Regierungsrat ab dem kommenden Schuljahr die Regelungen zur Standardsprache ganz aus dem Lehrplan streichen.

Empfehlungen ab Schuljahr 2014/15

Die Abteilung Volksschule des Departements BKS hat für die Schulen Empfehlungen zu Mundart im Kindergarten ausgearbeitet. Diese Empfehlungen gelten im Sinne einer Übergangsregelung bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Regelung. Den Kindergarten-Lehrpersonen wird empfohlen, grundsätzlich Mundart zu sprechen, wobei einzelne Sequenzen wie beispielsweise das Singen von Liedern, das Vortragen von Versen oder im Spiel der Kinder Standardsprache gesprochen werden darf. Lehrpersonen Hochdeutscher Muttersprache können weiterhin im Kindergarten unterrichten und auch Deutsch als Zweitsprache (DAZ) im Kindergarten kann in Standardsprache gehalten werden.

  • Regierungsrat
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