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Die Eidgenossen kommen!

2015 – ein Gedenkjahr zur historischen Weichenstellung vor 600 Jahren im Aargau

In einem handstreichartigen Feldzug haben im Frühling 1415 die Eidgenossen den Habsburgern ihre Stammlande im Aargau entrissen. Für die Entwicklung des Aargaus hatte die Integration grosser Teile des heutigen Kantons in die Eidgenossenschaft weitreichende Folgen. Der Regierungsrat beauftragt die Abteilung Kultur mit der Durchführung eines Gedenkjahres zu diesem Ereignis. Mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm im Museum Aargau und in zahlreichen Partnermuseen soll 2015 dieses Aargauer Schicksalsjahr in Erinnerung gerufen werden. Es schliesst an das Habsburger-Gedenkjahr von 2008 an und trägt damit zu einer aktiv vom Kanton gepflegten Erinnerungskultur bei.

Das Konzept des Gedenkjahres 2015 baut auf einer Reihe von Veranstaltungen und Vermittlungsaktivitäten in den Schlössern und Museen im Aargau auf. In Ausstellungen, Führungen und mit lebendiger Geschichtserzählung sowie einem kulturell-sportlichen Grossanlass sollen der Aargauer Bevölkerung die Bedeutung dieser historischen Wendemarke und das Leben im 15. Jahrhundert auf anschauliche Weise vermittelt werden. Thematische Schwerpunkte bilden der Konflikt mit den Habsburgern, die Bedeutung der Aargauer Regionen für die Identität des Kantons und die Rolle des Aargaus bei der Entstehung der Schweiz. Aus der Zeit des 15. Jahrhunderts sind aus dem ganzen Aargau zahlreiche Ereignisse und Geschichten dokumentiert. Schicksale von Menschen und ihren Angehörigen, von Schultheissen und Stadtschreibern, Klosterfrauen und Adligen auf der Suche nach einer neuen Perspektive, Raubrittern und Ausgeraubten. Ein grosser historischer Stoff, den es im Gedenkjahr 2015 zu erzählen gilt.

Die Geburtsstunde der vier Aargauer Regionen

Ein Streit zwischen dem Habsburger Herzog und dem deutschen König läutete eine historische Zäsur im Aargau ein. Nach der Aufforderung des Königs, dem Habsburger seine Stammlande abzunehmen, liessen sich die benachbarten Eidgenossen nicht zweimal bitten und marschierten in den Aargau ein. In nur vier Wochen gingen die habsburgischen Städte, Burgen und Landschaften mit Ausnahme des Fricktals, das noch über Jahrhunderte österreichisch blieb, in den Besitz der Berner, Zürcher und Innerschweizer über. Mit der Aufteilung des Aargaus unter den Eidgenossen im Frühling 1415 entstanden in nur wenigen Wochen die heute noch den Kanton prägenden Regionen Freiamt, Baden, Berner Aargau und Fricktal.

Die Schweiz entsteht im Aargau

Durch die Ereignisse im Jahr 1415 veränderte sich das relativ lose Bündnis der eidgenössischen Orte nachhaltig. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte mussten die Eidgenossen gemeinsam Ländereien regieren und verwalten. Die zu tragende Verantwortung über die Gemeinen Herrschaften von Baden und den Freien Ämtern spielte eine wichtige Rolle in der Stärkung des Bündnisses. Und sie führte zur ersten regelmässig stattfindenden eidgenössischen Tagsatzung in Baden, dem vormaligen Verwaltungszentrum der Habsburger.

Das Ringen um die staatliche Selbständigkeit

Im Herbst 2015 ist ein Schlussanlass geplant, der ein wichtiges Ereignis aus der jüngeren Geschichte des Kantons aufgreift. Am Wiener Kongress und in den nachfolgenden Verhandlungen unter den europäischen Grossmächten konnte sich der Aargau 1815 seine staatliche Souveränität sichern. Dieser erfolgreiche Kampf um die Selbständigkeit des Kantons Aargau kann als Abschluss der 1415 angestossenen Entwicklung verstanden werden.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport
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