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Ein Klostermarkt und Medizingeschichte(n) hautnah

Das Museum Aargau lädt zu einer Entdeckungsreise durch 2'000 Jahre Medizingeschichte ein.

Was bedeutete die Vier-Säfte-Lehre, die Entdeckung des Blutkreislaufs oder die Erforschung der Radioaktivität für die Entwicklung der Medizin? Wer waren die Persönlichkeiten, die durch medizinische Errungenschaften von der Antike bis in die Gegenwart berühmt wurden? Am Ort des ersten Spitals der Schweiz begegnet das Publikum auf einer spannenden Entdeckungsreise verschiedenen Ärzten und Heilkundigen, welche die Geschichte der Medizin geprägt haben. Auf der Spur von drei Themen – Ärzte, Seuchen oder Hygiene – tauchen die Besucherinnen und Besucher in verschiedene Epochen ein, beteiligen sich aktiv an Experimenten und stellen eigene Produkte her. Das römische Feldlazarett, die Legionärsunterkünfte, der Klostergarten mit Apotheke und der Klostermarkt werden in die Aktivitäten miteinbezogen.

Wer schon immer einmal Hippokrates, William Harvey oder Marie Curie begegnen oder in einem kleinen Pflanzen-Versuchslabor experimentieren wollte, wird fündig. Schauspieler schlüpfen in die Rolle von historischen Persönlichkeiten und erzählen von ihrem Leben und bahnbrechenden Entdeckungen. Historische Darsteller präsentieren einen Hospitaliterorden oder die Medizin der Germanen samt Orakel und Zaubersprüchen und ein Capsarius erklärt die Tätigkeiten eines römischen Militärsanitäters. Am Klostermarkt werden Produkte und Köstlichkeiten wie Klosterguetzli, Früchtebrot, Honig, Bier, Schnäpse, Tee, Seifen, Wachskerzen, Filzprodukte und vieles mehr feilgeboten.

Medizingeschichte von der Antike bis in die Gegenwart

Der Drang des Menschen, Krankheiten zu heilen und zu erforschen, führte schon in der Antike zu Gesundheitskonzepten, die zum Teil auch heute noch Gültigkeit haben. Wie gross das medizinische Wissen und wie umfassend die Behandlungsmethoden der römischen Ärzte waren, erfahren Besucherinnen und Besucher anhand von drei exemplarisch ausgewählten Krankheitsfällen im Krankenzelt des Lazaretts. Die Krankheitstheorie in der griechischen und römischen Antike basierte auf der Vier-Säfte-Lehre. Die Ursache einer Krankheit lag nach Auffassung von Hippokrates und seinen römischen Nachfolgern im Ungleichgewicht der vier Körpersäfte Schleim, Blut, gelbe Galle und schwarze Galle.

Nach dem Untergang des römischen Reiches wurden die Erkenntnisse der antiken Medizin von den Arabern aufgegriffen und weiter entwickelt. Sie transferierten das hoch entwickelte medizinische Wissen nach Mittel- und Westeuropa. Parallel befassten sich Klöster in Europa seit der Spätantike mit der Heilkunde und erforschten die Wirkung von Kräutern und Pflanzen. In der Renaissance begann man die Dinge systematisch zu erfassen: Blätter, Gifte, Blumen und den menschlichen Körper. Auch die Gelehrten der Renaissance befassten sich mit antikem Schriftgut. Im 17. Jahrhundert erkannte William Harvey den grossen Blutkreislauf und rund hundert Jahre später lieferte Descartes ein Modell für die Funktion des Nervensystems. Ein bahnbrechender Meilenstein war die Erforschung der Radioaktivität und der Röntgenstrahlen durch Marie Curie im 19. Jahrhundert. In den letzten 113 Jahren folgten medizinische Errungenschaften in immer kürzeren Zeitabschnitten. Heute stehen wir Themen wie Genforschung und einer Fülle von ethischen Fragen gegenüber. Doch um Krankheiten vorzubeugen oder die Gesundheit wiederherzustellen, werden parallel zur hoch technisierten Medizin auch heute noch alternative Heilmethoden erfolgreich praktiziert, die bereits in der Antike bekannt waren.

Programm 21./22. September, jeweils 10.00 bis 17.00 Uhr

Medizinische Themen und Attraktionen

  • Römischer Medicus, mittelalterlicher Hospitaliterorden, arabische Medizin und europäische Heilkunde ab dem 16. Jahrhundert
  • Klostermarkt mit Kräuterpflanzen, Wein, Badesalzen, Kunsthandwerk, Gebäck, Kräuterseifen, Salben, Tee, etc.
  • Originalgetreu nachgebautes römisches Feldlazarett
  • Klosterapotheke und -garten mit über 80 mittelalterlichen Pflanzen

Zum selber Ausprobieren

  • Römische Fussbäder
  • Salben, Seifen und Salbeibonbons herstellen
  • Heiltee mischen
  • Massageöl kreieren
  • Pflanzenlabor
  • Blutkreislaufpumpe
  • Historische Erklärungsversuche zum Nervensystem
  • Ausbildung zum Capsarius (römischer Militärsanitäter)
  • Eid des Hippokrates: mit dem eigenen Namen und in griechischen Buchstaben schreiben
  • Kräuterquiz

Kulinarisches

  • Feines im Bistro Popina und an Verpflegungsständen auf dem Areal Königsfelden
  • Saft-Bar nach der Vier-Säfte-Lehre des Griechen Galen

Detailinformationen

  • Termine: Samstag und Sonntag, 21./22. September, 10.00 bis 17.00 Uhr
  • Ort: rund um das Kloster Königsfelden und den Legionärspfad, Windisch
  • Eintritt: Spezialeintritt (für Spiel- und Thementouren Legionärspfad gelten die regulären Preise)
  • Anmeldung: keine Anmeldung erforderlich
  • Departement Bildung, Kultur und Sport
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