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Abschied von einer 210-jährigen Einrichtung

Am 17. Dezember fand im Kultur- und Kongresszentrum in Aarau die Abschlussveranstaltung der Bezirksämter statt

Mit der Auflösung der elf Aargauer Bezirksämter wird am 31. Dezember 2012 eine traditionsreiche staatliche Institution aufgehoben. Zur Verabschiedung der Bezirksämter lud Regierungsrat Urs Hofmann die Mitarbeitenden der Bezirksämter und zahlreiche Gäste ins Kultur- und Kongresszentrum (KUK) in Aarau ein.

An der gestrigen Abschiedsfeier zur Auflösung der Bezirksämter lobte Obergerichtspräsident Armin Knecht im Kultur- und Kongresszentrum die langjährige und gute Zusammenarbeit mit den Bezirksamtmännern und ihren Stellvertretern. Er dankte allen Beteiligten für ihr unermüdliches Engagement. Grossratspräsidentin Kathrin Scholl-Debrunner hob in ihrem Grusswort die wertvollen Dienstleistungen der Bezirksämter und deren Beitrag zur gelebten Demokratie hervor. Gerade die Bürgernähe des Bezirksamtmanns, der oft als Ombudsmann tätig war, habe dieses Amt besonders ausgezeichnet.

Bürgernahe Bezirksämter

Bezirksamtmann Urs Hoppler wies seinerseits auf den grosse Einsatz der Bezirksamtmänner und ihren Mitarbeitenden hin, der sich nicht auf die üblichen Bürozeiten beschränkte. "Wir wurden von Bürgerinnen und Bürgern gewählt", so Hoppler, "und wollten ihnen im Alltag jederzeit in die Augen schauen können." Dass dieser Einsatz von der Bevölkerung geschätzt wurde, zeigte sich nicht zuletzt in den notorisch guten Wahlresultaten der Bezirksamtmänner.

In seiner literarischen Rede über den Doppelmord von Baldingen trat der Schrifsteller Karl Gautschi den Beweis an, dass auch erfundene Mordfälle Eingang in die Geschichtsbücher finden können. Obwohl er immer wieder auf den fiktiven Charakter seiner Mordgeschichte hingewiesen habe – es war ein 1. April-Scherz – geistert sie bis heute in den Köpfen herum. Sie scheine den Leuten so zu gefallen, dass sie unlöschbar sei.

Beständigkeit napoleonischer Strukturen

Regierungsrat Urs Hofmann zeigte in seinem historischen Rückblick auf, dass im Laufe der 210 Jahre immer wieder grundlegende Anpassungen der Bezirksstrukturen zur Diskussion gestellt wurden. Doch das Beharrungsvermögen der napoleonischen Strukturen und der den Bezirksämtern zugewiesenen Aufgaben war jedes Mal stärker. Zum Abschluss dankte Urs Hofmann all jenen, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten auf den Bezirksämtern wertvolle Dienstleistungen für die Aargauerinnen und Aargauer erbracht haben: "Keine andere kantonale Verwaltungseinheit war in einem derart breiten Spektrum tätig. Dass diese Arbeiten während mehr als zwei Jahrhunderten zur Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger erledigt wurden, ist wohl der zentrale Grund dafür, dass sämtliche Versuche für grundlegende Reformen immer wieder im Sande verlaufen sind."

Dezentrale Staatsanwaltschaften

Mit der Schaffung der sechs regionalen Staatsanwaltschaften im Zusammenhang mit dem neuen Strafprozessrecht verloren die Bezirksämter ihre Hauptaufgaben. Sie werden Ende 2012 aufgehoben. Die Verwaltungsaufgaben wurden entweder andern Justiz- oder Verwaltungsstellen übertragen oder aufgehoben.

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