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Ausgrabungen im Bäderquartier Baden abgeschlossen

Fülle neuer Erkenntnisse zur Geschichte der Bäderstadt

Die während den vergangenen drei Jahren im Badener Bäderquartier laufenden Grabungen und Bauuntersuchungen der Kantonsarchäologie Aargau haben eine Vielzahl neuer Erkenntnisse zur Geschichte des einstmals bedeutendsten Badekurorts der Schweiz erbracht. Nun sind die Feldarbeiten grösstenteils abgeschlossen. Weitere Untersuchungen werden erst unmittelbar vor den Bauarbeiten für die geplanten Neubauten erfolgen.

Im Vorfeld der geplanten Neugestaltung des Badener Bäderquartiers führte die Kantonsarchäologie Aargau zwischen Frühling 2009 und Mai 2012 im Badener Bäderquartier umfangreiche Ausgrabungen und Bauuntersuchungen durch. Die Arbeiten haben eine Fülle an bedeutenden Erkenntnissen zur Geschichte der Badener Bäder geliefert, welche ein neues Licht auf die Bedeutung und Entwicklung der Bäderstadt von ihren Anfängen in der Antike bis heute werfen.

Restliche Grabungen unmittelbar vor Baubeginn

Die grosse Vergangenheit der Badener Bäder verpflichtet zu einer umfassenden und sorgfältigen archäologischen Untersuchung und Dokumentation aller von den geplanten Bauvorhaben der Verenahof AG betroffenen Bauten und Areale.

Die verbleibenden Grabungsflächen im Bereich der Parkstrasse vor den Hotels Verenahof und Bären, des Strassenteils vor der Kapelle und des Teils der Bäderstrasse bis hin zur Dépendance Bären werden erst unmittelbar vor Baubeginn untersucht werden. Mit dieser Konzentration der archäologischen Arbeiten mit den weiteren baulichen Massnahmen kann die Gesamtbauzeit verkürzt und somit die Beeinträchtigung für Anwohner und Gäste des Bäderquartiers erheblich reduziert werden

Neue archäologische Erkenntnisse

Bei den Grabungen im Limmatknie wurden Reste mehrerer Badebassins und anderer Bauten der 2000 Jahre alten römischen Thermenanlagen freigelegt. Die Dimensionen der untersuchten Ruinen bezeugen hier eine monumentale Thermenanlage, die Einrichtungen in anderen grossen römischen Thermalkurorten wie Bath (GB) oder Aachen (D) kaum nachsteht.

Völlig neue Erkenntnisse lieferten die Grabungen und Bauuntersuchungen zur städtebaulichen Entwicklung des Bäderquartiers im Hochmittelalter. So konnte nachgewiesen werden, dass im 11. Jahrhundert der Bereich unter dem Verenahofgebiert drainiert und womöglich die dortigen Quellen neu gefasst wurden, um hier neue Bäder und Gasthäuser zu erbauen. Es lässt sich erstmals die Entstehung der bis heute gültigen räumlichen Struktur des Bäderquartiers fassen.

Eindrücklichste Zeugen der mittelalterlichen Bäder sind das im Hotel Ochsen erhaltene Badhaus aus dem 13. oder frühen 14. Jahrhundert und das "Kesselbad" im Bädergasthof Hinterhof, welches im Zustand aus der Zeit um 1500 im geplanten Neubau des Thermalbades wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport
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