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Hightech Aargau findet breite Zustimmung

Botschaft an den Grossen Rat überwiesen

Die vom Regierungsrat Mitte 2011 lancierte Initiative Hightech Aargau ist im Anhörungsverfahren auf breite Zustimmung gestossen. Die Vernehmlassungsteilnehmer sind sich einig, dass eine hohe Innovationskraft für die Wirtschaftsentwicklung von entscheidender Bedeutung ist. Der Regierungsrat hat in seiner Botschaft an den Grossen Rat diverse wertvolle Hinweise und Anregungen aus dem Anhörungsverfahren berücksichtigt und die Vorlage in verschiedenen Punkten überarbeitet. Der Grosse Rat wird die Botschaft noch vor den Sommerferien 2012 im Plenum beraten.

Mit Hightech Aargau will der Regierungsrat die Qualität des Produktions- und Forschungsstandorts Aargau auch in Zukunft sichern. Bestehende und neue Unternehmen im Kanton Aargau, insbesondere KMU, sollen von optimalen Rahmenbedingungen und Dienstleistungen im Bereich der Innovationsförderung und des Technologietransfers profitieren, damit sie ihre Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit erhöhen können. Hightech Aargau fördert den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen KMU, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie international ausgerichteten Grossunternehmen. Die Initiative soll dazu beitragen, dass im Aargau in den nächsten Jahren durch eine hohe Wertschöpfung bei tiefem Ressourcenverbrauch ein qualitatives Wirtschaftswachstum stattfinden kann.

Im Juli 2011 hat der Regierungsrat die Hightech-Initiative zur Förderung des Standorts Aargau vorgestellt und bis Oktober 2011 ein Anhörungsverfahren durchgeführt. Die vorgeschlagenen Massnahmen wurden von den sich an der Anhörung beteiligten Parteien, Verbänden und Institutionen grossmehrheitlich positiv aufgenommen. Der Innovationskraft wurde durchwegs ein hoher Stellenwert beigemessen, und sie wurde als wichtiger Faktor für eine positive Wirtschaftsentwicklung anerkannt. Der Kanton Aargau steht in einem schärfer werdenden Standortwettbewerb: Mit Hightech Aargau schliesst der Aargau zu anderen Standorten auf, die bereits über ähnliche Programme und Einrichtungen verfügen, und setzt darüber hinaus spezifische Akzente, um sich für künftige Herausforderungen optimal zu positionieren.

Auf Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichtete Massnahmen

Der Regierungsrat hat bereits im Entwicklungsleitbild 2009–2018 eine Hightech-Initiative angekündigt und in den Jahren 2010 und 2011 zusammen mit verschiedenen Partnern aus Wirtschaft, Forschung und Bildung eine innovative Gesamtkonzeption mit einem griffigen Massnahmenpaket erarbeitet. Bei der Ausarbeitung der definitiven Botschaft wurden wertvolle Erkenntnisse, Hinweise und Anregungen aus dem Anhörungsverfahren berücksichtigt. Hightech Aargau umfasst nun die folgenden, gegenüber dem Anhörungsbericht zum Teil angepassten beziehungsweise neuen Schwerpunkte:

  • Unterstützung der Hightech-Forschung (Freie-Elektronen-Röntgenlaser-Entwicklung SwissFEL, Paul Scherrer Institut PSI);
  • Dienstleistungen und koordinierte Massnahmen zur Entwicklung von unternutzten Gewerbeflächen und Revitalisierung von Industriebrachen zu Hightech-Arealen für Erweiterung und Ausbau von bestehenden beziehungsweise für die Ansiedlung neuer Unternehmen;
  • Gründung eines verwaltungsexternen Hightech-Zentrums für Innovationsabklärung und -beratung, Nanotechnologie und Energietechnologie;
  • Hightech-Kooperation mit den Kantonen der Nordwestschweiz im Rahmen des

Vereins "i-net" zur interkantonalen Zusammenarbeit und Vernetzung im Bereich Innovations-. und Technologieförderung; Aufwertung des Technoparks Aargau und Aufstockung des kantonalen Forschungsfonds.

Das Massnahmenpaket von Hightech Aargau ist auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichtet und erfolgt eng abgestimmt mit Partnern aus Wirtschaft, Forschung, Bildung und Politik. Diese Partnerschaft sorgt für eine breite Abstützung und schafft gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung. Das Dienstleistungsangebot wird nachfrageorientiert aufgebaut und aktuellen Entwicklungen und veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Es ist abgestimmt auf bereits lancierte und geplante kantonale und nationale Aktivitäten zur Wirtschafts- und Standortförderung (zum Beispiel Masterplan Cleantech, Nationaler Innovationspark). Hightech Aargau kann durch gezielte Innovationsförderung mithelfen, die negativen Auswirkungen des anhaltend starken Frankens auf die Exportindustrie zu verringern.

Hohe Standortqualität, aber strukturelle Schwächen

Der Kanton Aargau verfügt über eine hohe Standortqualität und bietet attraktive Bedingungen für Unternehmen und für private Haushalte. Im Standortqualitätsranking der Credit Suisse belegt der Aargau den dritten Platz. Die gute Erreichbarkeit, tiefe Steuern und die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern tragen massgeblich zu dieser Einstufung bei. Führende Industrieunternehmen, Forschung auf Weltklasseniveau und viele innovative KMU bilden eine hervorragende industrielle Basis. In Kombination mit den relativ tiefen Lebenshaltungskosten und einer hohen Lebens- und Freizeitqualität ist der Kanton gut positioniert, um als Wohn- und Unternehmensstandort aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu meistern.

Der Aargau weist im kantonalen Quervergleich jedoch einen hohen Anteil an industriellen Betrieben auf, wobei der Maschinen- und Metallbau sowie die Elektro- und Elektronikindustrie eine dominante Stellung einnehmen. Dieser Branchenmix beschert dem Aargau zwar eine starke Position im industriellen Sektor, führt aber auch zu einer ausgeprägten Exportabhängigkeit und bildet ein gewisses Klumpenrisiko. Gute Marktpositionierungen müssen unter dem Druck des intensiven internationalen Preiswettbewerbs laufend durch technologischen Fortschritt und Innovationen neu erarbeitet werden. Im Vergleich mit andern Kantonen sind im Aargau die Wertschöpfung pro beschäftigte Person wie auch das Volkseinkommen pro Kopf der Bevölkerung unterdurchschnittlich. Der Indikator Volkseinkommen weist in den letzten 10 Jahren eine schwache Dynamik aus. Hightech Aargau soll dazu beitragen, diese strukturellen Defizite zu beheben.

Mittelbedarf von 37,92 Millionen Franken

Für 2012 bis 2017 wird insgesamt von einem Mittelbedarf von 37,92 Millionen Franken ausgegangen. Die Botschaft mit dem entsprechenden Grosskredit soll vor den Sommerferien 2012 im Grossen Rat beraten werden. Bei einem zustimmenden Entscheid kann nach Ablauf der Referendumsfrist noch in diesem Jahr mit der Umsetzung der einzelnen Massnahmen begonnen werden. In den Jahren 2015/16 sollen die Massnahmen von Hightech Aargau evaluiert werden.

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