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UNESCO-Welterbe im Aargau

Beinwil-Aegelmoos und Seengen-Riesi sind neu Welterbestätte

Mit den Pfahlbauten Beinwil-Aegelmoos und Seengen-Riesi kann sich der Aargau über seine ersten UNESCO-Welterbestätten freuen. Die Präsentation dieser unsichtbaren Denkmäler stellt nun für die Verantwortlichen eine ganz eigene Herausforderung dar.

Am 27. Juni wurde in Paris die Serienkandidatur "Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen" von der UNESCO akzeptiert und die Pfahlbauten zum Welterbe erklärt. 111 Fundstellen in sechs Ländern (Schweiz, Deutschland, Österreich, Slowenien, Italien und Frankreich) gehören jetzt zum universellen Erbe der Menschheit und stehen damit unter besonderem Schutz. Im Aargau sind es die beiden Fundstellen in Beinwil-Aegelmoos und Seengen-Riesi, die dieses auch für den Tourismus wertvolle Label tragen.

Grosses Potenzial für Forschungen

Beinwil-Aegelmoos, die einzige frühbronzezeitliche Fundstelle am Hallwilersee (18. bis 16. Jh. v. Chr.), ist von grosser Bedeutung, um die Architektur dieser Epoche besser zu verstehen. Weil bislang nur wenige archäologische Untersuchungen stattgefunden haben und die Strukturen noch sehr gut erhalten sind, besitzt die Fundstelle ein grosses Potenzial für künftige Forschungen. Auf der Halbinsel Riesi bei Seengen zeigen die drei Siedlungsphasen beispielhaft die kulturelle Entwicklung während der Spätbronzezeit (11. bis 9. Jh. v. Chr.) im zentralen Schweizer Mittelland. Von speziellem Interesse sind verschiedene Konstruktionsweisen wie Block- und Ständerbauten. Die beiden Fundstellen gehören zu den wertvollsten archäologischen Forschungsreserven in der Schweiz und sollen deshalb für die Nachwelt erhalten bleiben.

Von alledem ahnt der Besucher kaum etwas, wenn er am Ufer des Hallwilersees steht. Bei der öffentlichen Präsentation des unsichtbaren Welterbes müssen daher in Zukunft vielfältige und zum Teil neue Wege beschritten werden.

Unsichtbares sichtbar machen

Ein erstes Angebot richtet sich gezielt an die jüngere Generation. Wer entsprechend ausgerüstet ist, kann sich zu den einzelnen Fundstellen einen Audio-Text und Bilder als App auf sein iPhone laden und erhält so vor Ort Informationen zu jeder Fundstelle. Diese iPhone-App wurde vom Bundesamt für Kultur in Zusammenarbeit mit den Kantonen erstellt und verbreitet. Es gibt sie für die meisten Schweizer Welterbe-Pfahlbauten. Eine Hinweistafel, die auch allgemeine Informationen enthält, zeigt jeweils den Standort dieser Audio-Punkte an.

Durch das Welterbe-Label für die Pfahlbauten erfahren auch die bereits im Aargau etablierten Vermittlungsorte eine Aufwertung. Zu nennen sind das Pfahlbauhaus in Seengen, die Steinzeitwerkstatt in Seengen und Lenzburg und das Museum Burghalde Lenzburg, wo Fundstücke aus den Ausgrabungen Seengen-Riesi von 1923 ausgestellt sind.

An der heutigen Informationsveranstaltung für Medienschaffende hat die Kantonsarchäologie die Hinweistafeln für die beiden Fundstellen präsentiert. Gleichzeitig konnten den Medienschaffenden die Dachsanierung des Pfahlbauhauses durch die Firma Bergamini mitverfolgen.

Mit Audio-Texten, Tafeln, Pfahlbauhaus und dem Museum Burghalde in Lenzburg verfügt der Aargau über ein breites Angebot an Vermittlungsformen, die den Besuchenden einen Zugang zum UNESCO-Welterbe Pfahlbauten bieten.

Weitere Informationen im Internet:
www.palafittes.org und "Palafittes Guide"

Unter folgendem Link können Fotos heruntergeladen werden:
www.ag.ch/medienmitteilung > Bilder

  • Departement Bildung, Kultur und Sport
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