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Zwei wichtige Grossprojekte gehen in die Anhörung

Neugestaltung von Schulhausplatz und Mellingerstrasse in Baden

Der Schulhausplatz in Baden, einer der am stärksten belasteten Verkehrsknoten in der Schweiz, ist bautechnisch sanierungsbedürftig und genügt den heutigen Verkehrsansprüchen nicht mehr. Mit der geplanten Umgestaltung werden die Verkehrsströme entflechtet und die Weite Gasse vom Busverkehr entlastet. Ergänzend dazu ist die Neugestaltung der Mellingerstrasse im Bereich Schadenmühle ein wichtiger Teil zur städtebaulichen Aufwertung und zur Verflüssigung des Verkehrs im Zentrum von Baden. Für beide Projekte wird nun ein Anhörungsverfahren durchgeführt.

Der Schulhausplatz in Baden wurde in den 60er-Jahren erstellt. Seither hat sich der Verkehr mehr als vervierfacht. Heute fahren nebst den über 46'000 privaten Fahrzeugen pro Tag in Spitzenstunden zusätzlich über hundert öffentliche Busse über die Kreuzung. Der Schulhausplatz ist somit einer der am stärksten belasteten Verkehrsknoten in der Schweiz. Er hat seine Kapazitätsgrenze längst erreicht, was bereits heute in Spitzenstunden regelmässig zu langen Rückstaus führt. Die Situation wird sich mit dem zu erwartenden Verkehrswachstum noch verschärfen. Nebst der dringend angezeigten Entflechtung der Verkehrsströme macht der schlechte bauliche Zustand eine umfassende Sanierung der Belags- und Betonkonstruktionen sowie der Lichtsignalanlage nötig. Zusätzlich belastet die stetig wachsende Anzahl Busse den Schulhausplatz und die Weite Gasse.

Neugestaltung unter Einbezug der Öffentlichkeit

In einem langen Prozess wurde unter Einbezug der Öffentlichkeit ein Neugestaltungsprojekt für den Schulhausplatz ausgearbeitet. Nebst der Neuanordnung der Verkehrsebene wird unter dem Schulhausplatz eine attraktive Fussgänger- und Veloebene mit Ladeneinbauten erstellt. Kernelement des Projekts ist die Busachse Ost. Diese besteht aus der Durchleitung der RVBW-Busse und Postautos vom Bahnhof Baden über die Bahnhofstrasse und Tunnelgarage entweder über die Busrampe in Richtung Mellingerstrasse oder durch den Bustunnel unter dem Schulhausplatz in Richtung Hochbrücke. Dadurch wird die Weite Gasse vom Busverkehr weitgehend entlastet und kann sich als attraktive Wohn- und Geschäftsstrasse weiter entwickeln. Die Anbindung der Altstadt erfolgt künftig über die neue Bushaltestelle Schlossbergplatz.

Flüssigerer und sicherer Verkehr auf der Mellingerstrasse

Die Mellingerstrasse ist ein wichtiges Element der Verkehrsinfrastruktur Badens. Nebst ihrer Funktion als Hauptverkehrsachse für den öffentlichen und individuellen Verkehr dient sie als Haupterschliessung des Meierhof-Quartiers und der Parkierungsanlage Schadenmühleplatz. Der Verkehr auf der Mellingerstrasse stösst regelmässig an die Kapazitätsgrenzen, was in Spitzenstunden zu langen Rückstaus führt.

Die zentralen Bauwerke der Neugestaltung der Mellingerstrasse sind ein Kreisel bei der Einmündung der Burghaldenstrasse sowie die Erneuerung und Anpassung der SBB-Brücke. Um den für den Kreisel notwendigen Querschnitt und die Lichtraumprofilhöhe zu erhalten, wird die bestehende Strasse abgesenkt und die Brücke durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. Damit wird das Strassenbild aufgewertet, der Verkehrsablauf verbessert und die Verkehrssicherheit erhöht. Zudem erhält der Veloverkehr mit diesem Projekt eine separate Spur und muss nicht mehr die Melligerstrasse überqueren. Bis auf den Bereich "Schadenmühlestich" erhält die Mellingerstrasse eine Strassenraumaufteilung mit einem durchgehenden Mehrzweckstreifen, der als Raum zum Abbiegen dient. Damit werden die bereits heute zur Verfügung stehenden Verkehrsflächen neu aufgeteilt und besser genutzt. Stellenweise werden für Strassenaufweitungen, Radstreifen und Fussgängerführungen zusätzliche Flächen der angrenzenden Liegenschaften benötigt.

Die Kosten für die Neugestaltung des Schulhausplatzes sind auf 94,7 Millionen Franken veranschlagt (Preisbasis 2010). Davon entfallen rund 47,3 Millionen auf die Stadt Baden und 47,4 Millionen auf den Kanton. Diese Anteile reduzieren sich voraussichtlich um einen Beitrag von 13 Millionen welche der Bund aus dem Agglomerationsprogramm provisorisch zugesagt hat. Die Neugestaltung der Mellingerstrasse kostet etwa 20,3 Millionen Franken (Preisbasis 2010), wovon 12,2 Millionen auf die Stadt Baden und 8,1 Millionen auf den Kanton entfallen. Vom Bund ist ein Beitrag von 1,4 Millionen Franken aus dem Agglomerationsprogramm provisorisch zugesagt. Zudem ist eine Kostenbeteiligung der SBB AG an der neuen SBB-Brücke in Verhandlung.

Am 24. Juni 2011 beginnt die Anhörung zu diesen Projekten. Die Anhörungsunterlagen können bis zum 23. September 2011 beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) sowie auf der Stadtverwaltung Baden eingesehen werden. Im Rahmen der Anhörung können sich alle zum Projekt äussern. Nach Ablauf der Anhörungsfrist werden die Eingaben ausgewertet und mit dem Botschaftsentwurf an den Grossen Rat zur Beschlussfassung und Genehmigung des erforderlichen Kredits weitergeleitet.

  • Regierungsrat
  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt
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