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Wichtige Weichenstellung zur Stärkung der Berufsbildung im Aargau

Regierungsrat beschliesst neues Standortkonzept Berufsfachschulen

Mit der Bildung von Kompetenzzentren stärkt der Regierungsrat die duale Berufsbildung im Kanton Aargau, verbessert ihre Zukunftsfähigkeit und erhöht durch die verschiedenen Synergieeffekte die Ausbildungsqualität. Der Regierungsrat ist überzeugt, mit dem nun beschlossenen Standortkonzept Berufsfachschulen eine zukunftsfähige und regional ausgewogene Lösung für die zahlreichen und vielfältigen Herausforderungen der Berufsbildung beschlossen zu haben. Die Erarbeitung des Konzepts erfolgte unter Einbezug der Schulen, Trägerschaften, Standortgemeinden und Berufsverbände.

Das neue Standortkonzept definiert folgende Eckwerte zur Berufsbildungslandschaft im Aargau ab dem Schuljahr 2020/21:

  • Die aktuell sieben Standorte der gewerblich-industriellen Berufsfachschulen (GI) werden auf fünf Standorte entlang der Hauptverkehrsachsen konzentriert: Zofingen, Aarau, Lenzburg, Brugg und Baden. Die bisherigen GI-Standorte Rheinfelden (BZF Rheinfelden) und Wohlen (BBZ Freiamt) werden bei der Berufszuteilung nicht mehr berücksichtigt. Die Schule für Gestaltung (SfGA Aarau) bleibt vorderhand als eigenständige Schule bestehen, erhält jedoch den Auftrag zur Zusammenarbeit mit der Berufsschule Aarau (bsa Aarau) mit dem mittelfristigen Ziel einer Fusion.
  • Die aktuell sieben Standorte für die kaufmännischen Berufe und den Detailhandel (KV) werden zu vier Zentren zusammengeführt. Die neue KV-Landschaft besteht aus den drei grossen Zentren: Ost in Baden (mit den Aussenstandorten Brugg und Bad Zurzach), Süd in Wohlen und West in Aarau sowie einem kleinen, regionalpolitisch begründeten Standort Nord in Rheinfelden. Das KV Lenzburg Reinach und der KV-Bereich des BW Zofingen werden bei der Berufszuteilung nicht mehr berücksichtigt. Der Detailhandel verbleibt in Baden, Aarau und Rheinfelden.
  • Die Ausbildung der Gesundheits- und Sozialberufe erfolgt weiterhin mit Schwerpunkt an der Berufsfachschule Gesundheit (BFGS) in Brugg. Aufgrund der räumlichen Auslastung der BFGS Brugg sind – unter der Trägerschaft der BFGS – neu Aussenstandorte in Lenzburg (Fachangestellte Betreuung) und Rheinfelden (Fachangestellte Gesundheit) geplant. Unverändert werden Dentalassistenten und medizinische Praxisassistenten in Aarau und Podologen in Zofingen unterrichtet.
  • Die Ausbildung der landwirtschaftlichen Berufe verbleibt unverändert am LZL Gränichen.

Kriterien der Berufszuteilung

Der Regierungsrat richtete die Zuteilung der Berufe nachfolgenden Kriterien aus: Jeder GI-Beruf wird maximal an zwei Standorten geführt und verwandte oder ähnliche Berufsgruppen zusammengefasst. Eine Ausnahme bildet dabei der grösste Beruf Polymechaniker, der an drei Standorten verbleibt. Bei grossen Berufsfeldern werden jeweils alle Lehrarten/Ausbildungsniveaus geführt (EBA, EFZ, BM) beziehungsweise bei den KV-Schulen sämtliche Profile (B-Profil, E-Profil, M-Profil). Für die KV-Schulen gilt eine minimale Lernendenzahl von 400, bei der Klassenbildung wird von einer durchschnittlichen Klassengrösse von 22 Berufslernenden ausgegangen. Für den Standort Rheinfelden weicht der Regierungsrat aus regionalpolitischen Überlegungen von den Kriterien ab: Hier werden inskünftig Lernende der drei grössten regionalen Berufe KV, Detailhandel und Fachangestellte Gesundheit unterrichtet.

Die Zuteilung der Lernenden auf die Standorte erfolgt weiterhin nach dem Lehrortsprinzip. Um optimale Abteilungsgrössen zu erreichen, wird die Zuteilung in Zukunft flexibler gehandhabt.

Handlungsbedarf schon länger erkannt

Auf politischer Ebene wird seit dem Jahr 2011 über eine Erneuerung der Berufsschullandschaft diskutiert. Der Regierungsrat hat die Thematik im Mai 2017 im Rahmen der Gesamtsicht Haushaltsanierung mit dem Modul "Reform Berufsfachschulen" wiederaufgenommen. Mit der Überweisung einer Motion der FDP, CVP und GLP betreffend möglichst baldiger Schaffung von Kompetenzzentren bei den gewerblich-industriellen und den kaufmännischen Berufsfachschulen hat der Grosse Rat den diesbezüglichen Handlungsbedarf im November 2017 nochmals bekräftigt.

Es besteht Handlungsbedarf in Bezug auf Kompetenzzentren, Berufszuteilungen, Schulraum und Finanzen. Die Berufe und Berufsfelder haben sich in den vergangenen Jahren sehr unterschiedlich entwickelt: Während manche Berufe Rückgänge von 20 Prozent und mehr erlebten, wuchsen andere um über 50 Prozent an. Diese Trends werden sich vermutlich fortsetzen. Zudem ist mit einer Zunahme der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen um 18 Prozent bis ins Jahr 2040 zu rechnen.

Ziele werden erreicht

Mit dem neuen Standortkonzept Berufsfachschulen werden die angestrebten Ziele weitgehend erreicht: Mit der Schaffung von Kompetenzzentren wird die duale Berufsbildung im Kanton Aargau gestärkt, die Zukunftsfähigkeit verbessert und die Ausbildungsqualität durch die verschiedenen Synergieeffekte erhöht. Auch werden die im Rahmen der Haushaltsanierung erwünschten Einsparungen für den Kanton und die Gemeinden erzielt. Die Modellrechnungen ergeben insgesamt ein Einsparpotenzial von jährlich rund 4,15 Millionen Franken (Kanton rund 2,9 Millionen Franken, Gemeinden rund 1,25 Millionen Franken). Zudem wird die Auslastung der bestehenden Berufsfachschulen verbessert und die erwartete Bevölkerungsentwicklung der nächsten 20 Jahren berücksichtigt.

  • Regierungsrat
  • Departement Bildung, Kultur und Sport
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