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Bund will das Fernverkehrsangebot im Kanton Aargau stark verdichten

Departement Bau, Verkehr und Umwelt fordert weitergehende Ausbauten

Am 31. Oktober 2018 hat der Bundesrat die Vorlage STEP 2035 zuhanden des Bundesparlaments verabschiedet. Gegenüber der Vernehmlassung hat der Bund die Vorlage stark verbessert, insbesondere hat er auf der West-Ost-Achse wichtige Angebotsverbesserungen im Fernverkehr in die Vorlage aufgenommen. Dennoch nimmt das Departement Bau, Verkehr und Umwelt enttäuscht zur Kenntnis, dass wichtige Taktverdichtungen und neue Haltestellen bei der S-Bahn nicht berücksichtigt wurden. Bei den Direktverbindungen soll in den kommenden Planungsphasen noch nach Optimierungen gesucht werden.

Ende 2017 hat sich der Regierungsrat des Kantons Aargau im Rahmen der Vernehmlassung zum nächsten Bahnausbauschritt STEP 2035 geäussert. Der Regierungsrat hat damals stark kritisiert, dass auf eine Neubaustrecke zwischen Aarau und Zürich verzichtet wird, obwohl der Bund das Projekt gesamtschweizerisch als eines der Besten bewertet hat. Die Kapazität des Bahnnetzes im Mittelland lediglich mit Fahrplananpassungen zu steigern, kann der Regierungsrat nur als Übergangsmassnahme akzeptieren. Zudem kann diese sogenannte Systematisierung (siehe Infobox) nur mit zusätzlichen Angebotsausbauten umgesetzt werden. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt ist sehr erfreut, dass der Bund diese Forderungen nun mehrheitlich erfüllt.

Stark verdichtetes Fernverkehrsangebot

Beim Fernverkehrsangebot hat der Bund für den Kanton Aargau starke Verbesserungen aufgenommen, die der Regierungsrat in seiner Stellungnahme Ende 2017 gefordert hatte. Neben dem 15-Minuten-Takt von Brugg–Baden nach Zürich, der bereits in der Vernehmlassungsvorlage enthalten war, wurden auch die Viertelstundentakte von Aarau–Lenzburg nach Zürich sowie von Baden nach Aarau berücksichtigt. Auch ist ein halbstündlicher InterCity-Halt in Aarau Bestandteil des künftigen Angebots.

Mit dem Viertelstundentakt von Baden nach Aarau können viertelstündliche Umsteigeverbindungen zwischen der Region Baden/Brugg nach Bern angeboten werden. Noch unklar ist, wie künftig die Direktverbindung von Aarau in die Westschweiz sichergestellt wird. Der Kanton Aargau wird im Rahmen der laufenden Konkretisierung der Planung mit dem BAV nach Optimierungen bei Direktverbindungen suchen.

Ausbau der S-Bahn wird grösstenteils zurückgestellt

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt stellt erfreut fest, dass das S-Bahn-Angebot zwischen Wohlen und Lenzburg ebenfalls zum Viertelstundentakt ausgebaut werden soll. Damit wird das Freiamt optimal an die neuen viertelstündlichen Fernverkehrshalte in Lenzburg Richtung Ost und West angebunden. Der Kanton Aargau hofft, dass in den nächsten Planungsschritten Lösungen für die Direktverbindungen in der Hauptverkehrszeit zwischen dem Freiamt und Zürich gefunden werden.

Bereits im Jahr 2014 hat die Planungsregion Nordwestschweiz, zu der auch der Kanton Aargau gehört, seine Vorstellungen zum künftigen Angebot eingegeben. Wichtige geforderte Ausbauten, wie die Viertelstundetakte der S-Bahn im Fricktal und im Unteren Aaretal, stellt der Bund nun aber zeitlich zurück.

Abstimmung Siedlung und Verkehr stark vernachlässigt

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt begrüsst, dass der dringende Ausbau des Bahnhofs Lenzburg über den nächsten Ausbauschritt finanziert wird. Die neuen Bahnhaltestellen Oftringen Zentrum, Wettingen Tägerhard und Hunzenschwil Schoren wurden jedoch in der Vorlage nicht berücksichtigt. Eine rasche Realisierung dieser Haltepunkte ist notwendig, damit die vom starken Bevölkerungswachstum ausgelöste Siedlungsentwicklung auf Standorte konzentriert wird, die mit der Bahn gut erschlossen sind. Damit lassen sich wichtige Zielsetzungen der kantonalen Mobilitätsstrategie und des Richtplans derzeit nicht umsetzen.

Zuverlässiger Bahnbetrieb langfristig gefährdet

Mit der Realisierung der Entflechtung in Oberentfelden kann sowohl die Betriebsstabilität auf der Nationalbahnlinie Zofingen–Lenzburg als auch auf der Linie Aarau–Schöftland der Aargau Verkehr (AVA) erhöht werden. Aus Sicht des Departements Bau, Verkehr und Umwelt reichen diese Massnahmen jedoch nicht, um einen stabilen Bahnbetrieb im Mittelland langfristig sicherzustellen. Ohne Neubaustrecke zwischen Aarau und Zürich wird das Netz bis zur Kapazitätsgrenze ausgelastet. Auch macht der Bund zu wenig verbindliche Aussagen, wie eine Neubaustrecke zwischen Aarau und Zürich im Rahmen der künftigen Ausbauschritte finanziert und realisiert werden kann. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt ist der Ansicht, dass nur mit einer Neubaustrecke langfristig ein zuverlässiges, pünktliches Bahnangebot im Mittelland garantiert und alle gewünschten, umsteigefreien Verbindungen angeboten werden können.

Einsatz für die Aargauer Anliegen im Bundesparlament

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt wird nun die Botschaft des Bundesrats vertieft prüfen. Bei Bedarf wird der Kanton Aargau seine Anliegen über die Aargauer Bundesparlamentarier in die parlamentarische Beratung einbringen. Der Beschluss des Parlaments untersteht dem fakultativen Referendum.

Systematisierung Mittelland

Das heutige Bahnnetz im Mittelland basiert grundsätzlich auf Stundentakten. Zwar ergibt sich auf diversen Abschnitten durch die Überlagerung von zwei stündlichen Zügen ein Halbstundentakt, aber einzelne Halte oder Direktverbindungen werden nur stündlich angeboten. Mit der Systematisierung sollen alle Züge grundsätzlich halbstündlich und immer an die gleichen Endpunkte verkehren. Dadurch können wesentlich mehr Züge auf einer Strecke verkehren, man muss jedoch auf gewissen Verbindungen zusätzlich umsteigen. Bei einer Systematisierung müssen die Umsteigeknoten gut funktionieren, damit die Reisewege nicht unterbrochen werden und sich die Reisezeiten nicht verlängern.

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