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Regierungsrat erteilt Konzession für Kraftwerk Klingnau bis 2075

Nachhaltige Wasserkraftnutzung im Kraftwerk Klingnau für die nächsten Jahrzehnte gesichert

Der Regierungsrat hat der Aarekraftwerk Klingnau AG (AKA) die Konzession für das Wasserkraftwerk Klingnau bis 2075 erteilt. Von den zwei Einsprachen, welche im Rahmen der öffentlichen Auflage eingegangen waren, konnte eine vollständig und eine teilweise bereinigt werden. So konnte mit den Umweltverbänden eine Einigung gefunden werden, indem die geplanten ökologischen Massnahmen optimiert und eine weitere ermöglicht wird. Damit wird die Umwelt im und rund um den Klingnauer Stausee aufgewertet.

Anfang Juli 2015 endete nach 80 Jahren die Konzession für das Kraftwerk Klingnau. Der Kanton Aargau übte den Heimfall aus und schrieb die Anlage neu aus. Den Zuschlag erhielt ein Konsortium bestehend aus Axpo Power AG und AEW Energie AG. Die neu gegründete Aarekraftwerk Klingnau AG (AKA) mit Beteiligung der Axpo Power AG (60 Prozent) und der AEW Energie AG (40 Prozent) betreibt das Kraftwerk seit Anfang Juli 2015. Die AKA reichte Ende Juni 2017 das Konzessionsgesuch für die Wasserkraftnutzung bis 2075 ein. Die Neukonzessionierung ist unter anderem an die Umsetzung von ökologischen Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen gebunden, die Teil des Konzessionsgesuchs sind. An der Kraftwerksanlage selber sind vorerst keine baulichen Massnahmen vorgesehen. Die Stromproduktion wird im bisherigen Umfang weiterbetrieben.

Die mit der Neukonzessionierung des Kraftwerks Klingnau verbundenen ökologischen Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen werden von der Gesuchstellerin finanziert. Es handelt sich um eine Reihe von Massnahmen in der unmittelbaren Umgebung des Klingnauer Stausees (siehe auch Übersichtskarte):

  • Ufergestaltung Ifang: Gestaltung eines neuen Nebenarms der Aare
  • Beobachtungsplattformen: Bau von drei neuen Beobachtungsbuchten am linken Seeufer
  • Einrichten einer Nistwand für Uferschwalben
  • Vitalisierung des linken und des rechten Sickergrabens sowie des untersten Abschnitts des Binnenkanals: Verbesserung der Längsvernetzung (Wiederherstellung der Durchgängigkeit für die Fischwanderung) und Aufwertung des Lebensraums
  • Vitalisierung des Leuggernbachs: Neugestaltung des Mündungsbereichs zur Verbesserung der Längsvernetzung und Aufwertung des Lebensraums
  • Neue Watfläche im Stausee auf einer Fläche von rund 80 x 100 Meter
  • Uferstrukturierung Giriz: Abschnittweise Entfernung von harten Uferverbauungen, Schaffung von Buchten und Blocksteinbuhnen, Aufwertung des Lebensraums
  • Bruthilfe für Flussseeschwalben

Während der öffentlichen Auflage vom 4. Dezember 2017 bis 16. Januar 2018 waren zwei Einsprachen eingegangen, eine davon von den Umweltverbänden. Diese Einsprache konnte in der Zwischenzeit bereinigt werden. Einerseits wurden die bereits mit der Auflage bekannten Umweltmassnahmen optimiert; andererseits kann ein für einen späteren Zeitpunkt geplantes Auenprojekt vorzeitig realisiert werden: Das bestehende Auengebiet von nationaler Bedeutung "Unteri Au-Machme" am Klingnauer Stausee wird um rund 2,6 ha erweitert. Die entsprechende Parzelle ist bereits im Besitz des Kantons. Dieses Projekt ist nicht Teil des Konzessionsverfahrens, kann aber auch dank der Beteiligung der Kraftwerkbetreiberin sinnvollerweise gleichzeitig mit den anderen Umweltmassnahmen im Konzessionsgebiet umgesetzt werden. Bei der Einsprache einer Gemeinde konnte ebenfalls eine teilweise Einigung erreicht werden.

Weitere Massnahmen ausserhalb des Konzessionsgesuchs

Ausserhalb des Konzessionsgesuchs und nicht Bestandteil der öffentlichen Auflage sind die Sanierungsmassnahmen, die vom Gewässerschutzgesetz vorgeschrieben sind und sich derzeit in Planung befinden. So wird der Fischaufstieg beim Kraftwerk verbessert und der Geschiebehaushalt saniert. Die Massnahme zur Geschiebesanierung ist notwendig, weil sämtliches Geschiebe wie Sand und Kies, das natürlicherweise im Fluss transportiert wird, durch die Stauhaltung des Kraftwerks zurückgehalten wird. Ohne Kies fehlen jedoch die wichtigen Laichhabitate für viele Fischarten.

  1. Uebersichtkarte des Klingnauerstausees mit den geplanten Massnahmen
    Übersichtskarte Massnahmen
  • Regierungsrat
  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt
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