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PSI testet effiziente Biogasanlage

 
Die HydroPilot-Anlage, die die Effizienz bei der Gewinnung von Biogas steigern soll. Bild: Paul Scherrer Institut/Markus Fischer

Villigen AG - Das Paul Scherrer Institut (PSI) hat eine Biogasanlage in Betrieb genommen, die effizient Methan aus nasser Biomasse wie Gülle produzieren kann. Die Pilotanlage kann 100 Kilogramm Biomasse pro Stunde verarbeiten und hat eine Ausbeute von 60 bis 75 Prozent.

Aus Biomasse lasse sich Methan in Erdgas-Qualität gewinnen, erläutert das PSI in einer Mitteilung.  Die in der Schweiz anfallende Menge werde derzeit jedoch nur zu rund der Hälfte genutzt, heisst es dort weiter. Dies liege vor allem daran, dass nasse Biomasse wie Gülle, Klärschlamm oder Bioabfall nicht so einfach nutzbar sei wie trockene Holz- oder Erntereste.

Am PSI in Villigen wird derzeit eine Pilotanlage getestet, die diesem Umstand Abhilfe schaffen soll. Bei ersten Testläufen sei eine Ausbeute von 6 bis 75 Prozent erreicht worden, schreibt das PSI. Herkömmliche Biogasanlagen bringen es dagegen nur auf etwa 30 Prozent.

„Mit dieser Pilotanlage werden wir all das testen, was später eine noch grössere, industrielle Anlage können soll, die zwei bis fünf Tonnen Biomasse pro Stunde verarbeiten wird“, wird Chemie-Ingenieur Frédéric Vogel in der Mitteilung zitiert. „Da Biomasse genauso wie Rohöl aus hunderten verschiedenen Substanzen besteht, deren Reaktionen man unmöglich alle genau berechnen kann, mussten wir viel experimentieren“, erläutert der Leiter der Gruppe Katalytische Verfahrenstechnik im Labor für Bioenergie und Katalyse des PSI. Dabei konnten die Forschenden auf die Synchroton Lichtquelle Schweiz am PSI zurückgreifen, mit dem sich chemische Reaktionen in atomarer Auflösung beobachten lassen.

Mit ihrer Pilotanlage wollen die Forschenden zeigen, dass sich Methan in Erdgas-Qualität aus verschiedenen Formen nasser Biomasse erzeugen lässt, ohne dass dabei unerwünschte Nebenprodukte entstehen. Im Anschluss sollen Konzepte für Anlagen im industriellen Massstab erprobt werden. Dazu stehen die Forschenden am PSI laut Mitteilung bereits mit Firmenpartnern wie der KASAG Swiss AG und Trea Tech Sàrl in Kontakt. hs

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