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Wo sich der Bauer und die Programmiererin "Guten Morgen" sagen…

Open was? Open Farming Hackdays? Was soll denn das sein? Und dann immer diese Anglizismen… Das kann eigentlich nur von unserer kantonalen Jugendabteilung stammen. Das tönt so modern, so fortschrittlich, so cool. Aber ist denn das wirklich was für die Landwirtschaft? Und noch vom Kanton organisiert…

Naja, schauen wir es uns mal an. Auf der Homepage steht "in interdisziplinären Teams digitale Lösungen innert 32 Stunden für die Landwirtschaft von morgen entwickeln". Der Trailer (öffnet in einem neuen Fenster) sieht schon verlockend aus. Und da steht noch "jeder und jede ist willkommen". Aber die Vorstellung ist schon komisch, dass da ein Landwirt mit einem "Pommes Chips essendem Nerd" an einem Tisch sitzt und über Gülle diskutiert. Doch laut den Organisatoren soll genau das die Stärke dieser Hackdays sein. Und aha, es geht nicht um das "Hacken im Feld", sondern das kommt vom Hacking aus der Informatikszene.

Ein kunterbunter Haufen 18 Challenges (öffnet in einem neuen Fenster), also aktuelle Herausforderungen in der Landwirtschaft, wurden vor den Hackdays eingereicht. Diese reichen von der "Entwicklung eines Decision Support Tools für den Besamungsentscheid" bis zu einer "App für die smarte Bewässerung von Kulturen". Und dann? Na dann kamen tatsächlich rund 70 Personen aus allen Gesellschafts- und Wirtschaftsbereichen am 4. & 5. September 2020 ins Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg, mit dem Ziel, diese Challenges zu bearbeiten. Da waren beispielsweise Fredi und Othmar, zwei passionierte Landwirte. Oder Vivienne und Marc, zwei Studierende der ETH Zürich, und Kilian, ein Informatiklehrling. Markus vom BLW programmierte zusammen mit Nils, der übers Internet von Glarus aus mitarbeitete. Und dann war da noch Serge, ein Unternehmensberater, für den 50 Jahre danach "Woodstock auf der Liebegg" passierte.

11 Prototypen - die Zukunft der Landwirtschaft? 11 Prototypen aus diesen 18 Challenges sind entstanden. Und sind denn diese auch brauchbar? Schon ein ambitionierter Anspruch, innert 32 Stunden die Landwirtschaft auf den Kopf zu stellen. Bei genauerem Hinschauen (öffnet in einem neuen Fenster) entpuppt sich allerdings schon, dass alle entwickelten Prototypen Potenzial haben. In jedem Bereich wurde ein Grundstein gelegt. Da entstand beispielsweise ein funktionsfähiger Prototyp einer App zur Vermeidung von Erosion auf dem Feld oder ein Online-Markplatz für Dünger. Andere Gruppen haben ganze Konzepte erarbeitet, beispielsweise zur Förderung der Biodiversität. Und es wurde erfolgreich ein machine-learning-tool zur Bearbeitung von Milchkuhdaten eingesetzt. Schon krass, nicht? Das war offensichtlich nicht nur fröhliches Beisammensein auf der Liebegg mit ein bisschen Wein und Yoga, da wurde wirklich gehirnt, diskutiert, Wandtafeln vollgekritzelt, Flipcharts "vernichtet", analysiert und programmiert. Da wurde die Digitalisierung vorgelebt und direkt umgesetzt.

Quo vadis? Was nun bleibt, ist folgendes:

  • Alle involvierten Personen wollen ihre Prototypen weitertreiben und daraus Projekte machen. Und diejenige, die wirklich Potenzial haben, werden früher oder später in der Landwirtschaft Fuss fassen. Wir bleiben dran.
  • Aus allen beteiligten Personen erwuchs eine Gemeinschaft, die sich auch in Zukunft mit der "Landwirtschaft von morgen" auseinandersetzen will. Das Ziel der Hackdays war es auch, verschiedenste Leute unter einer Idee zusammen zu bringen. Ziel erreicht!
  • Auch 2021 wird es wieder Open Farming Hackdays auf der Liebegg geben. See you there!

(vom 28. September 2020)


Fachspezialist Weinbau

Kanton Aargau
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