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Fokusthema digitale Innovationen #9: "Der Kanton Aargau kann dem Schweizer Silicon Valley der Robotik locker die Stange halten."

Die Standortförderung geht 2020 den Dingen auf den Grund und stellt Themen in den Fokus, welche den Kanton Aargau prägen. Bei unserem zweiten Fokusthema dreht sich alles um digitale Innovationen in und aus dem Kanton Aargau. Heute im Interview: Andreas Antener, Co-Founder von UAVenture AG. Andreas Antener beschreibt die Vision und Herausforderungen seines Unternehmens UAVenture, welches diesen Sommer sein 6-jähriges Bestehen gefeiert hat. Und beweist, dass es der Kanton Aargau auch bei den Themen Drohnen und Flugsteuerungssoftware in sich hat.

Standortförderung: Sie möchten mithilfe fortschrittlicher Flugsteuerungssoftware für die nächste Generation von UAV-Systemen (Englisch für Unmanned Aerial Vehicle) beitragen. Können Sie uns die Vision von UAVenture beschreiben?

Andreas Antener: Die Vision von UAVenture ist es, Systeme anbieten zu können, welche jeder nutzen kann. Mit anderen Worten: Hochkomplexe Drohnen sollen als Werkzeug für alle dienen, ohne dass man sich mit der Technologie auskennen muss. Nehmen wir ein Beispiel aus der Landwirtschaft: Ohne etwas von der Technik des Gefährts verstehen zu müssen, kann ein Traktor bedient werden; der Motor startet per Knopfdruck, das Feld kann mit wenigen Handgriffen und Steuerungen gedüngt werden. Dieses Ziel verfolgen wir mit UAV-Systemen und setzen es bereits um. Hersteller, welche mit uns kollaborieren, können die Bedienerfreundlichkeit unserer Software bezeugen.

Standortförderung: Welche Anwendungsfelder bieten UAV-Systeme?

Antener: UAV-Systeme sind divers einsetzbar – sie können für topografische Angelegenheiten, Powerline-Inspektionen, zum Kartographieren oder Scannen genutzt, für agrikulturtechnische Themen wie Samen verteilen oder sprayen, als auch für die Transportindustrie eingesetzt werden. In welchem Themenbereich wir uns auch immer bewegen, wir suchen uns Projekte aus, bei welchen wir mit voller Überzeugung und moralisch dahinterstehen können.

Standortförderung: Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen bei UAV-Systemen? Wie wird sich diese Technologie in Zukunft weiterentwickeln?

Antener: Die Technologie muss absolut autonom sein. Damit diese einwandfrei funktioniert, müssen von Menschenhand verursachte Fehler als auch die des Apparates selbst, verhindert werden. Eine solche technische Herausforderung besteht beispielsweise in der Topografie, wenn man sogenanntes "Berg-Mapping" macht: Einerseits muss vor dem Drohnenflug abgeschätzt werden, ob die Wetterbedingungen für einen Flug geeignet sind, andererseits muss die Software die Flugroute mit dem Geländemodell abstimmen, damit man dem Berg nicht zu nahe kommt. Letzteres muss ebenfalls auf der Drone selbst mit entsprechenden Sensoren während dem Flug geprüft werden, damit auch bei Planungsfehlern nichts schiefgehen kann.
Auf der etwas breiteren, gesellschaftlichen Ebene sehen viele die Akzeptanz – diejenige des Volkes als auch der Aviatik-Branche – als eine Herausforderung an. Vorausgesetzt, dass die Technik professionell gehandhabt wird, denke ich aber, dass diese Akzeptanz mit der Zeit von allein kommt. Regelungen und Richtlinien der Aviatik-Behörde, wie beispielsweise eine Gewichtsbeschränkung je nach Risikoprofil der Anwendung, schränken teilweise ein, sind aber auch enorm wichtig und ein Muss für die Drohnenbranche.

Standortförderung: Haben Sie ein aktuelles Projekt, das Sie uns erläutern dürfen?

Antener: Momentan haben wir ein spannendes Projekt mit einem deutschen Drohnenhersteller: Wingcopter. Wingcopter entwickelt in Zusammenarbeit mit dem UPS Tochterunternehmen für Drohnenzustellung, UPS Flight Forward (UPSFF), die nächste Generation von Drohnen zur Paketzustellung für eine Vielzahl von Anwendungsfällen in den Vereinigten Staaten und international.
UAVenture ist bei Wingcopter generell zuständig für die Flug- und Missionsplanung, als auch für den Autopiloten selbst - das ist derjenige Teil, der dafür sorgt, dass die Drohne selbstständig fliegt. Weiter managen wir viele Schnittstellen, weil unsere Software teilweise in bestehende Infrastruktur eingebunden werden muss. Die Zusammenarbeit mit Wingcopter ist zudem interessant, weil verschiedene Firmen beteiligt sind, unterschiedliche Systeme miteinander abgeglichen und Bestimmungen der Luftfahrtbehörde beachtet werden müssen.

Standortförderung: Aus welchem Grund haben Sie sich für den Standort Aargau als Firmensitz von UAVenture entschieden?

Antener: Es gibt viele praktische Gründe dafür: Einer davon ist, dass mein Gründungspartner, Simon Wilks, als auch ich aus dem Kanton Aargau stammen. Zudem haben wir hier gute Verbindungen in die ganze Schweiz und speziell zum "Silicon Valley der Robotik", sprich Zürich, aber der Standort Aargau bietet ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Zu guter Letzt ein wesentlicher Aspekt: Im Kanton Aargau haben wir viel Platz zum Fliegen, weil keine Beschränkungen durch grosse Flughäfen bestehen und die kleineren Flugplätze viel Verständnis für die UAV-Technologie aufbringen. Der Kanton Aargau kann dem Schweizer "Silicon Valley der Robotik" also locker die Stange halten.

Andreas Antener & Simon Wilks
UAVenture AG, Aarau
Co-Founder

(vom 04. September 2020)


Projektleiterin Standortmarketing

Telefon direkt: +41 62 835 24 49

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