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Betrug

Betrüger nützen sämtliche Kanäle und teilweise raffinierte Methoden, um Opfer anzulocken und hinters Licht zu führen. Obwohl sich die meisten Betrugsmaschen längst ins Internet verlagert haben, gibt es nach wie vor «analoge» Betrugsformen, also per Telefon, Brief oder persönlich an der Haustüre. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Betrugsphänomene.

Die häufigsten Maschen beim Telefonbetrug

Enkeltrick

Enkeltrick

«Jetzt sag bitte nicht, dass du nicht weisst, wer dran ist!?» In dieser Art beginnen die sogenannten Enkeltrick-Anrufe. Durch geschickte Fragestellung gelingt es den Anrufern, dem Opfer schrittweise Informationen zu entlocken. Darauf baut der Betrüger auf und bringt die angerufene Person zur Überzeugung, tatsächlich mit dem fraglichen Verwandten zu telefonieren. Bald folgt eine Geschichte über einen Immobilienkauf und eine damit verbundene finanzielle Notlage. In diesem Zusammenhang drängt der Anrufer das Opfer zu einem Darlehen. Fällt das Opfer auf den Schwindel herein, arrangieren die Betrüger ein Treffen mit einem Mittelsmann, der sich gegenüber dem Opfer als Notar oder Freund des vermeintlichen Verwandten ausgibt.

So alt der Enkeltrick ist, so erfolgreich ist er nach wie vor. Im Fokus der Betrüger stehen ältere Menschen, deren Hilfsbereitschaft und Gutgläubigkeit schamlos ausgenützt wird. Die in Osteuropa sitzenden Banden sind streng hierarchisch gegliedert und erwirtschaften mit ihren Machenschaften enorme Summen.

So können Sie sich schützen:

  • Seien Sie immer misstrauisch, wenn Sie einen angeblichen Verwandten am Telefon nicht sofort erkennen. Stellen Sie ihm Fragen, die nur echte Familienmitglieder richtig beantworten können.
  • Nennen Sie niemals die Namen Ihrer Verwandten am Telefon. Sagen Sie bei angeblichen Notfällen, Sie müssten erst Rücksprache halten, und legen Sie einfach den Hörer auf. Dann wählen Sie eine Ihnen vertraute Nummer aus Ihrer Familie und überprüfen die Information.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte.
  • Melden Sie verdächtige Anrufe sofort der Polizei (Notruf 117).
  • Informieren Sie Verwandte und Bekannte über den Enkeltrick.

«Spoofing» - falsche Polizisten am Telefon

«Spoofing» - falsche Polizisten am Telefon

Ein in der Schweiz recht neues Phänomen ist das sogenannte «Spoofing». To spoof heisst zu deutsch «jemanden reinlegen». Und genau dies versuchen Betrüger, indem sie sich am Telefon als Polizisten ausgeben. Besonders dreist: Mit technischen Mitteln können sie ihre Rufnummer so manipulieren, dass auf dem Telefon zum Beispiel der Polizeinotruf 117 angezeigt wird.

Mit abenteuerlichen Geschichten versuchen die falschen Polizisten die Betroffenen davon zu überzeugen, dass ihr Vermögen nicht mehr sicher sei. Sie drängen dann darauf, der vermeintlichen Polizei möglichst das ganze Geld in Verwahrung zu geben. Fällt das Opfer auf den Schwindel herein, schicken die Täter einen «Kriminalpolizisten» vorbei, der dann das Geld abholt. Die Betrugsmasche gleicht dem Enkeltrick und ist der Polizei in Deutschland seit Jahren bekannt.

So können Sie sich schützen:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn Sie jemand – und sei es angeblich die Polizei – am Telefon dazu bringen will, Geld oder Wertsachen an jemanden zu übergeben.
  • Geben Sie am Telefon niemals Bankdaten oder andere sensiblen Informationen preis.
  • Überprüfen Sie, ob es sich um einen echten Polizisten handelt, indem Sie die Nummer 117 wählen und nach dem anrufenden Polizisten fragen.

Broschüre der Schweizerischen Kriminalprävention mit weiteren Infos und Tipps (PDF, 205 KB)

Falsche Anrufe von Microsoft

Falsche Anrufe von Microsoft

Der Anrufer am Telefon spricht Englisch mit Akzent und gibt sich als Supporter von Microsoft aus. Er behauptet, auf dem Computer des Betroffenen ein Problem festgestellt zu haben und drängt darauf, via Internet Fern-Zugang zum Rechner zu erhalten. Dazu sendet er eine E-Mail mit einem Link oder lockt den Betroffenen auf eine Webseite. Wer darauf einsteigt, lädt sich unbewusst eine Software herunter, welche den Betrügern freien Zugriff auf sämtliche Daten ermöglicht. Hinter den Anrufen stecken kriminelle Netzwerke, die rund um den Globus operieren.

Tatsache ist: Weder Microsoft noch andere IT-Unternehmungen würden jemals unaufgefordert anrufen und dazu noch nach persönlichen Daten oder Kreditkartennummern fragen.

So können Sie sich schützen:

  • Gehen Sie nicht auf solche Anrufe ein und beenden Sie diese sofort.

Unseriöse Haustürgeschäfte

Unseriöse Haustürgeschäfte

Echte Hausierer sind selten geworden. Erscheinen solche an der Haustüre, ist die Gefahr gross, dass es sich um unseriöse Gesellen oder gar Kriminelle handelt. Immer noch recht verbreitet sind dubiose Handwerker, die den Betroffenen Pfusch-Arbeit zu Wucherpreisen aufschwatzen wollen. Es geht darum beispielsweise um laienhaft ausgeführte Teer-Arbeiten, Vorplatz-Reinigungen oder Sanierung von Fensterläden. Zuweilen sind auch Hausierer unterwegs, die minderwertige Geräte (zum Beispiel Strom-Generatoren) oder Werkzeuge zu massiv überhöhten Preisen feilbieten.

Im Fokus dieser Ganoven stehen einmal mehr ältere Menschen, die der Überrumpelungstaktik nicht standhalten können.

So können Sie sich schützen:

  • Lassen Sie sich an der Haustüre niemals zu einem Kauf oder einem Auftrag überreden. Unterschreiben Sie keine Verträge oder Papiere.
  • Prüfen Sie das Angebot sorgfältig und holen Sie bei Ihnen bekannten Fachbetrieben zusätzliche Offerten ein.
  • Weisen Sie die Personen weg und rufen Sie sofort die Polizei (Notruf 117).

Die häufigsten Online-Betrugsmaschen

Betrügerische Online-Shops

Betrügerische Online-Shops

Schnell und unkompliziert lassen sich heute Waren fast aus der ganzen Welt bestellen. In der Fülle von Online-Shops gibt es leider auch zahlreiche Seiten, hinter denen Betrüger stecken. Auf den ersten Blick sieht zwar alles professionell aus, doch nach der Vorauszahlung wartet man vergeblich auf eine Lieferung. Auch kann es sein, dass minderwertige oder beschädigte Ware geliefert wird.

So können Sie sich schützen:

  • Achten Sie auf die Rechtschreibung des Online-Shops.
  • Achten Sie auf die Gütesiegel und prüfen Sie, ob eine Kontaktadresse vorhanden ist.
  • Recherchieren Sie im Zweifelsfall, welche Erfahrungen andere Kunden mit dem fraglichen Online-Shop gemacht haben.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn ein Händler auf Vorkasse besteht und keine anderen Zahlungsmöglichkeiten bestehen.
  • Vermeintliche Schnäppchen könnten Fälschungen sein. Wenn Sie solche importieren, können Sie sich strafbar machen. Weitere Infos (öffnet in einem neuen Fenster)

Vorschussbetrug

Zu fantastisch um wahr zu sein

Vorschussbetrüger locken mit fantastischen Angeboten. Die vermeintlich privilegierten Opfer, die davon profitieren sollen, müssen allerdings zuerst Geld überweisen. Wer auf den Schwindel hereinfällt, wartet vergeblich auf den Segen und ist sein Geld für immer los.

Ein alter Klassiker des Vorschussbetrugs sind Gewinne in ausländischen Lotterien oder Erbschaften irgendwelcher Millionäre. Die Leute, die auf wundersame Weise begünstigt werden sollen, sollen vor dem Geldsegen natürlich noch Kosten für Gebühren decken. Die Tatsache, dass nach wie vor solche E-Mails ankommen, weist darauf hin, dass diese alte Masche immer noch zu funktionieren scheint.

Eine häufige Form dieser Betrugsform ist der Fahrzeug-Vorschussbetrug. Auf gängigen Online-Portalen schalten Betrüger Anzeigen mit sagenhaften Angeboten für Autos oder Motorräder. Wer anbeisst, soll allerlei Vorschusszahlungen (z. B. Zollgebühren, Frachtkosten) leisten, da sich das Objekt der Begierde noch im Ausland befindet. Geliefert wird das Fahrzeug natürlich nie, zumal dieses gar nicht existiert.

Videoclip der Schweizerischen Kriminalprävention (öffnet in einem neuen Fenster)

So können Sie sich schützen:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn das Angebot zu fantastisch klingt, um wahr zu sein. Vergleichen Sie den Preis mit anderen Angeboten.
  • Passen Sie auf, wenn Sie den Kaufbetrag nur über Geldtransfer-Services (z. B. Western Union) überweisen können.
  • Geben Sie dem Anbieter keine persönlichen Daten bekannt und stellen Sie ihm keine Ausweiskopien etc. zur Verfügung.
  • Wenn Sie mit den vermeintlichen Anbietern bereits in Kontakt stehen, brechen Sie diesen sofort ab.
  • Melden Sie betrügerische Angebote der Verkaufsplattform.

«Rip-Deal»

Geldwechselbetrug in grossem Stil

Ins gleiche Kapitel wie der Vorschussbetrug geht das Betrugsphänomen «Rip-Deal». Als Interessenten getarnt gelangen die Betrüger meist über Verkaufsanzeigen für Immobilien an die Verkäufer - ihre späteren Opfer. Angeblich für Verkaufsverhandlungen locken sie die Opfer nach Italien oder sonst ins Ausland. Dort geht es dann plötzlich nicht mehr um das Verkaufsobjekt, sondern um ein vermeintlich lukratives Devisentauschgeschäft. Der Fantasie der Betrüger sind dabei keine Grenzen gesetzt. Geht das Opfer auf den Leim, ist es sein echtes Geld für immer los und wird im Gegenzug mit Falschgeld oder präparierten Geldbündeln abgespiesen. Zuweilen werden die Opfer auch mit Drohungen oder sogar Gewalt gefügig gemacht.

So können Sie sich schützen:

  • Seien Sie vorsichtig, wenn Unbekannte an Sie herantreten und ein Geschäft mit ungewöhnlich hohem Gewinn vorschlagen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sich die Interessenten vom Ausland her melden.
  • Senden Sie Unbekannten nie einen Kostenvorschuss oder eine Vermittlungsgebühr.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und geben Sie keinerlei persönliche Daten bekannt.

«Phishing»

Wenn ein Link ins Unglück führt

Beim Betrugsphänomen Phishing geht es im Prinzip darum, dass Kriminelle versuchen, an vertrauliche Daten von ahnungslosen Internet-Benutzern zu gelangen. Ziel der Betrüger ist natürlich, an das Geld des Opfers zu kommen. Häufig tarnen sich die Täter als eine bekannte Firma oder Behörde und versenden E-Mails, die teilweise täuschend echt aussehen. Die elektronischen Nachrichten enthalten einen Link, welchen der Empfänger anklicken soll. Dieser führt zu einer Seite, wo der User persönliche Daten eintragen soll oder wo er eine Datei herunterladen soll. Dies führt dann unweigerlich dazu, dass Schadsoftware auf dem betroffenen Rechner installiert wird.

So können Sie sich schützen:

  • Geben Sie nie sensible Daten wie Passwörter oder Kreditkartendaten bekannt. Seriöse Institutionen wie Banken oder Behörden würden Sie dazu nie per E-Mail oder Telefon auffordern.
  • Löschen Sie verdächtige E-Mails sofort.
  • Melden Sie den Phising-Angriff der Fachstelle MELANI (öffnet in einem neuen Fenster)
  • Falls Sie Daten preisgegeben haben, sollten Sie sich sofort an Ihre Bank oder Ihren Provider wenden. Ändern Sie sofort sämtliche Passwörter und trennen Sie den Computer vom Internet.

«Hacking» und «Malware»

Ungebetener Besuch auf dem Computer

Meist indem sie Sicherheitslücken nutzen, dringen Hacker in ein fremdes Computersystem ein. Sie installieren dort Schadsoftware - auch «Malware» genannt - und sind damit in der Lage, das System lahmzulegen oder nach Belieben zu verändern. Die Motive der Täter sind unterschiedlich. Oftmals geht es aber darum, die betroffene Person oder Unternehmung zu erpressen.

So können Sie sich schützen

  • Wählen Sie starke Passwörter und wechseln Sie diese regelmässig.
  • Verwenden Sie für verschiedene Anwendungen unterschiedliche Passwörter.
  • Misstrauen Sie E-Mails, deren Absenderadresse Sie nicht kennen.
  • Klicken Sie in verdächtigen E-Mails auf keine Anhänge und folgen Sie keinen Links.
  • Öffnen Sie nur Programme aus vertrauenswürdigen Quellen und nur nach vorgängiger Prüfung mit einer aktuellen Antiviren-Software.
  • Halten Sie den Virenschutz Ihres Computers stets auf neustem Stand und sichern Sie Ihre Daten regelmässig.

«Romance Scam» / «Love Scam»

Wenn der Märchenprinz ein Betrüger ist

Getreu dem Motto «Liebe macht blind» zielt diese dreiste Masche auf Menschen ab, die verzweifelt auf Partnersuche sind. Die Betrüger erfinden eine mit allen positiven Eigenschaften ausgestattete Persönlichkeit, welche dann die betroffene Person als verliebte(n) Verehrer(in) umschwärmt - natürlich nur via Internet oder telefonisch. Das vom Opfer herbeigesehnte erste persönliche Treffen wird aufgrund angeblicher Notfälle, Krankheit oder anderer Schicksalsschläge ständig hinausgeschoben. Stattdessen stellt der Verehrer plötzlich Geldforderungen.

Dieser raffinierten Betrugsmasche fallen immer wieder intelligente Menschen zum Opfer. In ihrer emotionalen Abhängigkeit schlagen sie sämtliche Alarmzeichen in den Wind und lassen sich dazu bringen, einer Person, die sie nie gesehen haben, grosse Geldbeträge zu überweisen.

Videoclip der Schweizerischen Kriminalprävention (öffnet in einem neuen Fenster)

So können Sie sich schützen

  • Zahlen Sie niemals Geld an Menschen, die Sie nicht persönlich kennen.
  • Werden Sie umso misstrauischer, wenn das Geld mittels eines Geldtransfer-Services, wie Western Union oder Moneygram, überwiesen werden soll.
  • Stellen Sie kritische Fragen.
  • Bleiben Sie so anonym wie möglich und verschicken Sie keine intimen Bilder oder Videos von sich selbst.

Sextortion

In die Sexfalle gelockt

Mit einer attraktiven Frau als Lockvogel treten die Kriminellen auf sozialen Netzwerken und Dating-Plattformen an ihre männlichen Zielpersonen heran. Die Frau erschleicht das Vertrauen des Opfers und bringt es dazu, sich in einem Videochat auszutauschen. Indem sie sich selbst sexuell freizügig gibt, drängt die Frau den Mann dazu, sich vor der Webcam zu befriedigen. Buchstäblich blind vor Erregung ahnt das Opfer nicht, dass alles aufgezeichnet wird. Nach der Lust die Ernüchterung: Die Täter fordern Geld und drohen damit, das Video im Internet zu veröffentlichen.

Meist bewegt sich die Geldforderung in einem Rahmen, die das Opfer angesichts des drohenden Gesichtsverlusts zu zahlen bereit ist. Der Polizei sind Fälle bekannt, wo die Erpresser ihre Drohung wahr machten.

So können Sie sich schützen:

  • Seien Sie vorsichtig, wenn Sie Freundschaftsanfragen von unbekannten Personen erhalten.
  • Machen Sie sich stets bewusst, dass Sie während eines Videochats gefilmt werden könnten und verzichten Sie deshalb auf Handlungen, für welche Sie sich im Nachhinein schämen könnten.
  • Gehen Sie nicht auf die Forderung der Erpresser ein: Zahlen Sie nicht!
  • Falls Videos veröffentlicht worden sind: Verlangen Sie bei Youtube oder Facebook die sofortige Löschung der Inhalte.
  • Sichern Sie alle Beweise und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Weitere Infos: www.stop-sextortion.ch (öffnet in einem neuen Fenster)