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Suchthilfe: Prävention und Beratung

Die Suchtberatung hilft Betroffenen und Angehörigen, Wege aus der Sucht zu finden. Die Präventionsarbeit soll den Einstieg in die Sucht verhindern.

Verschiedene Icons, welche das Thema Sucht repräsentieren wie trinken, rauchen, Internetsucht. Die einzelnen Icons werden unter "Einzelne Aspekte unter der Lupe" genauer erklärt.
© BurgerGasser GmbH

Jede vierte Person im Aargau raucht täglich oder gelegentlich. Dieser Anteil hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert. Der chronisch riskante Alkoholkonsum hat in den letzten 20 Jahren abgenommen. Im Gegensatz dazu hat der punktuell risikoreiche Konsum, das sogenannte "Rauschtrinken", zugenommen. Zwischen 2007 und 2017 ist der Anteil von 8,8 % auf 12,0 % gestiegen.
Die erstmals erhobenen Zahlen zur problematischen Internetnutzung zeigen, dass vor allem junge Menschen davon betroffen sind. Wirksame Präventionsarbeit und erreichbare Angebote der Suchthilfe sind daher zentral, um eine Suchtentstehung zu verhindern und die negativen Auswirkungen zu reduzieren.

Hintergründe und Zusammenhänge

Die Suchtthematiken sind im Wandel: Neue Produkte und Phänomene, wie zum Beispiel E-Zigaretten oder das sogenannte "Rauschtrinken", stellen die Präventionsarbeit und Suchthilfe vor neue Fragen. Aber auch im Bereich der Verhaltenssüchte sind neue Grundlagen- und Sensibilisierungsarbeiten sowie alternative Ansätze gefragt, beispielsweise wenn es um einen gesunden Umgang mit den digitalen Medien geht.

Einzelne Aspekte unter der Lupe

Alkoholkonsum und Rauschtrinken

Mensch, der eine Flasche ansieht mit dem Kopf in die Hand gestützt.
© BurgerGasser GmbH

9,6% der Aargauerinnen und Aargauer trinken täglich Alkohol. Der tägliche Konsum ist bei den über 65-Jährigen weitaus stärker verbreitet als in anderen Altersgruppen (22,2% gegenüber 8,5% bei den 40- bis 64-Jährigen). 3,0% der Aargauerinnen und Aargauer weisen einen chronisch riskanten Alkoholkonsum auf.

Mensch, der den Kopf auf seinen Arm gelegt hat und ein halbvolles Glas und eine umgefallene Flasche vor sich hat.
© BurgerGasser GmbH

12,0% der Aargauer Bevölkerung betrinken sich mindestens einmal pro Monat. Dieses sogenannte "Rauschtrinken" betrifft mehrheitlich junge Männer zwischen 15 und 34 Jahren (22,0%*).
* Schweizer Werte, da Aargauer Stichprobe zu klein

Übermässiger Alkoholkonsum ist eine der Hauptursachen für vorzeitige Sterblichkeit und für Beeinträchtigungen der Gesundheit. Es wird zwischen zwei Formen von risikoreichem Alkoholkonsum unterschieden:

  • Chronisch riskanter Konsum: regelmässig pro Tag ≥ 4 Standardgläser (öffnet in einem neuen Fenster) eines alkoholischen Getränks (z.B. eine Stange Bier) bei Männern und ≥ 2 Gläser bei Frauen.
  • Rauschtrinken: pro Trinkgelegenheit ≥ 5 Gläser bei Männern und ≥ 4 Gläser bei Frauen. Es wird von einem Risiko gesprochen, wenn dies einmal pro Monat oder öfter der Fall ist.

Fast jede zehnte Person im Kanton Aargau konsumiert täglich Alkohol, 3% weisen einen chronisch riskanten Konsum auf. Diese Werte liegen unter dem Schweizer Durchschnitt von 10,9% bzw. 5%. Ebenso ist das Rauschtrinken im Kanton Aargau (12,0%) etwas weniger stark verbreitet als in der Gesamtschweiz (15,9%). Sowohl im Kanton Aargau (+3,2 Prozentpunkte) als auch in der Gesamtschweiz (+4,9 Prozentpunkte) hat das Rauschtrinken in den letzten zehn Jahren zugenommen.

Passivrauchen

Zwei menschen, der eine raucht und der andere hält sich die Nase zu.
© BurgerGasser GmbH

5,9% der Aargauerinnen und Aargauer sind täglich mindestens eine Stunde Passivrauch ausgesetzt. Im Vergleich zum Jahr 2007 entspricht dies einer Abnahme um 7,1%.

Passivrauchen schadet der Gesundheit ähnlich stark wie das Rauchen. Passivrauchen kann auch bei Nichtraucherinnen und Nichtrauchern Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Asthma und Infektionen der Atemwege verursachen.

Im Jahr 2007 waren 13,1 % der Aargauerinnen und Aargauer täglich mindestens eine Stunde Passivrauch ausgesetzt. Im Oktober 2009 wurde das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen verabschiedet. Seither ist das Rauchen in öffentlichen Räumen untersagt. Damit hat sich der Anteil sowohl auf nationaler Ebene als auch im Kanton Aargau mehr als halbiert und liegt aktuell bei 5,9%.

Tabakkonsum

Mensch, der raucht und eine Zeitung liest.
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26,7% Rund ein Viertel der Aargauer Bevölkerung raucht täglich oder gelegentlich. Männer rauchen etwas häufiger als Frauen. Jedoch haben sich die Geschlechterunterschiede in den letzten
10 Jahren verringert, da der Anteil rauchender Frauen um 4,3% zu- und jener der Männer um 4,1% abgenommen hat.

Mehr als jeder siebte Todesfall ist Krankheiten zuzuschreiben, die durch Rauchen verursacht werden. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen und verschiedene Krebsarten.

Im Kanton Aargau ist der Anteil Raucherinnen und Raucher etwas tiefer als in der Gesamtschweiz. Dass jede vierte Person im Kanton Aargau täglich oder gelegentlich raucht, hält sich trotz des eingeführten Rauchverbots in öffentlichen Räumen über Jahre stabil.

Problematische Internetznutzung

Mensch, der vor einem Laptop sitzt und sehr nahe am Bildschirm ist.
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3,2% der Aargauerinnen und Aargauer weisen eine problematische Internetnutzung auf. Männer (4,3%*) und junge Menschen zwischen 15 und 39 Jahren (7,6%*) sind davon besonders betroffen.
* Schweizer Werte, da Aargauer Stichprobe zu klein

Daten zur problematischen Internetnutzung wurden erstmals mit der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) im Jahr 2017 erhoben. Für die Beurteilung, ob ein problematisches, suchtähnliches Verhalten vorliegt, sind die negativen gesundheitlichen und sozialen Folgen entscheidend. So bleibt beispielsweise für alltägliche Aktivitäten keine Zeit mehr, soziale Beziehungen und die Arbeitsleistung leiden. Zudem besteht das Risiko einer Verschuldung und gesundheitlicher Beeinträchtigungen.

In der SGB wurde nach der Nutzungshäufigkeit in der Freizeit und dem Auftreten der folgenden Situationen in den vergangenen zwei Wochen gefragt (Liste nicht vollständig):

  • Mir fällt es schwer, die Internetsitzung zu beenden, wenn ich online bin.
  • Ich nutze lieber das Internet, anstatt mit anderen (z.B. Partner, Freunde, Familie) Zeit zu verbringen.
  • Ich habe erfolglos versucht, weniger Zeit im Internet zu verbringen.
  • Ich vernachlässige gewisse Sachen (z.B. Studium, Arbeit, Aktivitäten mit Freunden oder mit der Familie), weil ich lieber online bin.
  • Ich nutze das Internet, wenn ich mich nicht gut fühle (traurig, deprimiert).
  • Ich fühle mich ruhelos, frustriert oder gereizt, wenn ich das Internet nicht nutzen kann.

Besondere Anziehungskraft üben spezielle Bereiche des Internets aus. Dazu zählen beispielsweise das Glückspiel, die Pornografie, Online-Kommunikation (z.B. über soziale Netzwerke), Online-Shopping oder Videospiele.

Aktivitäten im Kanton Aargau

Im Auftrag der Fachstelle Sucht stellt die Suchtprävention Aargau (öffnet in einem neuen Fenster)Schulen, Gemeinden, Betrieben, Kitas, Pflegeheimen und weiteren Organisationen ein umfassendes Angebot bereit. Das Ziel ist, Menschen in jedem Alter für kritische Momente im Leben zu stärken, süchtiges Verhalten zu verhindern oder früh zu erkennen.

Tabakpräventionsprogramm (TPP)

Mit dem Tabakpräventionsprogramm (TPP) sollen der Konsum von Nikotinprodukten in der Bevölkerung gesenkt und die Menschen vor den Folgen des Konsums geschützt werden. Ziel des TPP ist, den Einstieg in den Konsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu verhindern. Zudem sollen der Schutz vor Passivrauchen gestärkt und der Ausstieg aus dem Konsum unterstützt werden. Das TPP umfasst tabakpräventive Angebote für Familien, Schulen, Betriebe und für den Freizeitbereich.

Suchtberatungsstellen

In den Suchtberatungsstellen der Aargauischen Suchthilfe ags (öffnet in einem neuen Fenster) und des Beratungszentrums Baden BZBplus (öffnet in einem neuen Fenster) beraten ausgebildete Suchtberaterinnen und -berater Betroffene, Angehörige und Bezugspersonen sowie Fachpersonen beispielsweise bei Fragen zur Alkoholabhängigkeit oder exzessiver Nutzung von digitalen Medien. Alle Beratungen – ob allein oder in der Gruppe, vor Ort oder per Telefon – sind für die Klientinnen und Klienten kostenlos.

Weitere relevante Programme

Auch bei den Schwerpunktprogrammen (SPP) der Gesundheitsförderung bestehen Verbindungen zum Thema Sucht. So wird beim SPP Ernährung und Bewegung beispielsweise auf den gesunden Umgang mit dem eigenen Körper fokussiert und damit ein Beitrag zur Prävention von Essstörungen geleistet.

Ernährung und Bewegung
Psychische Gesundheit
Gesundheitsfördernde Schulen
Betriebliches Gesundheitsmanagement

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