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Vogelhochzeit in der Buntbrache

In Gippingen konnte letztes Jahr die erfolgreiche Brut eines Schwarzkehlchenpaares in einer Labiola-Buntbrache beobachtet werden. Mindestens zwei Jungvögel wurden gesichtet.

Farbenprächtiges Schwarzkehlchen-Männchen auf seiner Sitzwarte in einer Buntbrache. Foto: Urs Hungerbühler

Die Brache wurde 2012 von Landwirt Daniel Albiez im Rahmen seines Bewirtschaftungsvertrags Biodiversität angelegt. Nach acht Jahren sollte die Brache verlegt werden. Es kam anders! Der lokal ansässige Ornithologe Werner Portmann meldete Agrofutura die erfolgreiche Brut eines Schwarzkehlchenpaares und die Sichtung zweier Jungvögel. Mit dem Bewirtschafter wurden aufgrund dieses aussergewöhnlichen Ereignisses Pflegemassnahmen abgesprochen und vereinbart, die Brache mindestens ein weiteres Jahr stehen zu lassen.

Offene Bodenstellen und Sitzwarten sind wichtig

Das Schwarzkehlchen ist in der Schweiz eine potenziell gefährdete Art und kommt in warmen, trockenen Gebieten tieferer Lagen vor. Schwarzkehlchen bauen ihr Nest in kleine Vertiefungen im Boden. Daher sind sie auf offene Bodenstellen angewiesen, wie sie in Buntbrachen oder in Kiesgruben vorkommen.

Eine strukturreiche Buntbrache bietet verschiedenen Tieren Nahrung, Versteck und Lebensraum. Foto: Agrofutura

Mit der Förderung von Buntbrachen im Kulturland seit 1993 hat der Schwarzkehlchenbestand in der Schweiz in vielen Gebieten leicht zugenommen. Buntbrachen bieten, neben den offenen Bodenstellen, ein reiches Nahrungsangebot an Spinnen und Insekten. Ausserdem werden die hohen Stängel der Kräuter oder Gebüschgruppen als Sitz- und Jagdwarten genutzt. Solche Strukturen kommen vor allem in älteren Brachen vor. Tatsächlich bevorzugen Schwarzkehlchen Brachen, die sechs Jahre und älter sind.

Brachen haben Einfluss auf Vogelwelt

Eine Studie aus der Reinacher Ebene (BL) hat gezeigt, dass sich eine Erhöhung des Brachenanteils positiv auf den lokalen Schwarzkehlchenbestand auswirkte. Natürlich profitieren auch andere Kulturlandvögel und viele weitere Tierarten von Buntbrachen im Kulturland. Daniel Albiez säte einen zweiten Buntbrachestreifen auf der anderen Seite des Ackers. Diese neu angelegte Brache soll zukünftigen Schwarzkehlchenpaaren attraktive Brutplätze bieten.

Text: Carla Mosimann, Agrofutura

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