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Editorial

Nass, nässer, 2021

Landwirtschaft findet draussen statt. Die extremen Niederschlagsmengen gepaart mit unzähligen Hagelzügen setzten unserer Aargauer Landwirtschaft im vergangenen Sommer stark zu. So verwundert es nicht, dass die Erntemengen deutlich unterdurchschnittlich sind bei insgesamt schlechterer Qualität. Politisch blicken wir auf ein positives Jahr zurück: Trotz Sistierung der Agrarpolitik 22+ und dank den beiden abgelehnten Agrarinitiativen sind wir auf Kurs, die Schweizer Agrarpolitik konstruktiv weiterzuentwickeln.

Hagel und Nässe

Der Sommer 2021 war nördlich der Alpen einer der Nassesten seit Messbeginn. In Buchs-Aarau wurde mit 175 % der Niederschlagsnorm ein neuer Sommerrekord gemessen. Obendrauf wartete der Juni mit aufeinanderfolgenden Gewitterfronten vielerorts kombiniert mit verheerendem Hagel auf. Diese garstigen Witterungsbedingungen wirkten sich besonders stark auf den Pflanzenbau aus. Menge und Qualität des Emds und der Silage fielen unterdurchschnittlich aus. Auch die Erträge von Getreide, Ölsaaten, Körnerleguminosen und Gemüse waren deutlich kleiner. Mengenmässig muss der Weinbau im Aargau mit 62 Prozent weniger Ertrag im Vergleich zum 10-Jahres-Schnitt unten durch. Die Qualität der verbliebenen Trauben war glücklicherweise gut. Diese schlechte Ernte im Pflanzenbau hat zur Folge, dass die Preise steigen und Importe zunehmen. Erfreulich ist, dass sich in der tierischen Produktion mit Ausnahme der Schweine die Preise gut entwickeln. Beim Vieh sind die Bestände an Mutter- und Milchkühen stabil. Herausfordernd für unsere Land- und Ernährungswirtschaft sind die global steigenden Energiepreise und die Probleme in der Logistik. Dies hat zur Folge, dass sich die Produktionsmittel verteuern.

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung

In der Politik dreht sich das Rad schneller denn je. Obwohl die Agrarpolitik 22+ zurzeit sistiert ist und zum Glück die beiden Agrarinitiativen im Juni 2021 deutlich abgelehnt wurden, sind wir von Stillstand weit entfernt. Mit dem neu lancierten Massnahmenplan für sauberes Wasser, mit nationalen Aktionsplänen in den Bereichen Pflanzenschutzmittel, Biodiversität und Antibiotika und kantonalen Projekten wie Pflanzenschutzoptimierung mit PrecisionFarming und dem Forschungsprojekt Botrytis setzen wir die gesellschaftlichen Anliegen der Ökologisierung der Land- und Ernährungswirtschaft bereits heute um. Voraussichtlich nächstes Jahr werden wir über die Massentierhaltungsinitiative abstimmen. Mit der Biodiversitäts- und der Landschaftsinitiative sind zwei weitere Volksinitiativen hängig, die die Land- und Ernährungswirtschaft direkt betreffen. Unsere Land- und Ernährungswirtschaft ist politisch und gesellschaftlich hoch im Kurs. Es ist mir ein grosses Anliegen, diese Chance gemeinsam mit Ihnen zu nutzen und positiv darüber zu informieren.

Markus Dieth packt mit an

Unser Landwirtschaftsdirektor setzt sich mit grossem Effort für die Aargauer Land- und Ernährungswirtschaft ein. Mit vielen konkreten Projektumsetzungen und Projektbegleitungen sowie vielen Besuchen von Generalversammlungen zeigt Markus Dieth, dass Sie ihm, geschätzte Landwirtinnen und Landwirte, wichtig sind. Besonders hervorheben möchte ich seinen Einsatz an der Hofwoche vom Radio Argovia anfangs September 2021. Spielerisch bediente er auf dem Aettenberghof in Muri selbst grosse Maschinen und packte tatkräftig mit an.

Herzlichen Dank für den täglich harten Einsatz auf dem Feld und im Stall! Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachtstage im Kreise Ihrer engsten Lieben. Für das Jahr 2022 entbiete ich Ihnen viel Gelingen, Kraft und Gesundheit.

Herzliche Grüsse
Matthias Müller

Editorial

Landwirtschaft ist systemrelevant!

Nahrung in ausreichender Menge und guter Qualität zählt zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Noch vor einem Jahr dachten Herr und Frau Schweizer kaum daran, dieses Bedürfnis jemals nicht befriedigen zu können. Kaum in der Corona-Pandemie angekommen, rückten Begriffe wie "Systemrelevanz" und "Versorgungsicherheit" in den Fokus. Und damit auch Sie, geschätzte Landwirtinnen und Landwirte.

Reiche Ernte

Der Start in das Landwirtschaftsjahr 2020 war geprägt von häufigem Schönwetter mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen – insgesamt der drittwärmste Frühling seit Messbeginn 1864. In den wichtigen Sommermonaten konnten die Kulturen dank ausreichend und gut verteilten Niederschlägen optimal gedeihen. Dies wiederspiegelt sich auch in den beachtlichen Erträgen im Pflanzenbau. Auf dem Fleisch- und Milchmarkt entspannte sich die Situation weiter. So lagen die Schlachtviehpreise im Mittel für das vergangene Jahr höher als im Vorjahr und Milchproduzentinnen und -produzenten profitieren ebenfalls von leicht besseren Preisen. Im Weinbau stimmen Menge und Qualität der Ernte dieser Saison. Schwierigkeiten bereitet nach wie vor der Absatzkanal Gastronomie. Dahingegen profitierten direktvermarktende Betriebe von einer sehr guten Nachfrage.

Systemrelevanz & Versorgungssicherheit

Die leistungsfähige, nachhaltig produzierende und auf die Versorgungssicherheit ausgerichtete Land- und Ernährungswirtschaft ist systemrelevant. Systemrelevanz heisst, dass unsere Branche gemäss Bundesrat für den Betrieb und die Aufrechterhaltung der Grundversorgung der Schweiz bedeutsam sind. Es ist wichtig, dass Sie, geschätzte Landwirtinnen und Landwirte, vor unserer Haustüre gesunde, saisonale und schmackhafte Nahrungsmittel produzieren. Besonders freut mich, dass Sie auf die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie äusserst flexibel reagieren. Mit einer grossen Portion zusätzlichem Einsatz helfen sie mit, die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmittel immer sicherzustellen. Ich bin überzeugt, dass in den Diskussionen rund um die zukünftige Agrarpolitik in der Schweiz das Argument Versorgungssicherheit durch eine lokal produzierende Landwirtschaft deutlich stärker ins Gewicht fallen wird.

Landwirtschaftsdirektor an vorderster Front

Es freut mich besonders, dass unser Landwirtschaftsdirektor, Regierungsrat Dr. Markus Dieth, im September 2020 einstimmig in den Vorstand der Konferenz der kantonalen Landwirtschaftsdirektoren (LDK) gewählt wurde. Gerade weil in den nächsten Monaten entscheidende Weichen hinsichtlich der Agrarpolitik in der Schweiz gestellt werden, ist es zentral, eine starke Stimme aus dem Aargau in diesem wichtigen Gremium präsent zu haben. Vergessen wir nicht, der Aargau gehört zu den Top 5 der Schweizer Landwirtschaftskantone.

Herzlichen Dank für den täglich harten Einsatz auf dem Feld und im Stall! Ihre Arbeit ist systemrelevant und leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachtstage im Kreise Ihrer engsten Lieben. Für das Jahr 2021 entbiete ich Ihnen viel Gelingen, Kraft und Gesundheit.

Herzliche Grüsse
Matthias Müller

Editorial

Global denken – lokal handeln

Die Welt ist vernetzt. Nicht nur über das Internet und Transportmittel, sondern auch über unsere Atmosphäre und Ökosysteme. Sie, geschätzte Landwirtinnen und Landwirte, arbeiten täglich mit diesem Bewusstsein. Denn die Land- und Ernährungswirtschaft arbeitet in und mit der Natur und steht im globalen Wettbewerb. So war auch das Landwirtschaftsjahr 2019 geprägt von globalem Denken und lokalem Handeln.

Lokal Handeln: Das Landwirtschaftsjahr 2019

Gute landwirtschaftliche Produkte entstehen durch professionelles Handeln der Produzentinnen und Produzenten, gute Wetterbedingungen und etwas Glück. Je nach Betriebsausrichtung blicken die Aargauer Bäuerinnen und Bauern unterschiedlich auf die Vegetationsperiode 2019 zurück. Die Getreideernte verzeichnete einen deutlichen Zuwachs gegenüber dem durch Trockenheit geprägten Vorjahr. Besonders erfreulich ist, dass sich die Raufuttervorräte nach dem schwierigen letzten Jahr wieder erholen konnten. Im Weinbau wurde im Kanton Aargau rund 13 % weniger geerntet als im Rekordjahr 2018. Trotz der geringeren Erntemenge ist mit einem guten Jahrgang 2019 zu rechnen. Die tierische Produktion entwickelt sich verhalten positiv: Zwar stagniert der Milch- und Rindviehmarkt, jedoch hat sich der Durchschnittspreis für Schweine dank dem Rückgang der Schlachtungen erholt. In der Geflügel- und Eierproduktion ist weiterhin eine Zunahme feststellbar.

Global Denken: Der Klimawandel

Wir blicken auf den drittheissesten Sommer seit Messbeginn zurück. Er ist in guter Gesellschaft mit den letzten ähnlich heissen Sommern 2018, 2017 und 2015. Die Land- und Ernährungswirtschaft ist sowohl Akteurin als auch Betroffene des Klimawandels. Einerseits nimmt sie durch die Freisetzung von Treibhausgasen beziehungsweise der Speicherung von Kohlenstoff direkt Einfluss auf die Entwicklung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre. Andererseits beeinflussen Klimaänderungen die Produktionsbedingungen auf Ihrem Betrieb direkt. Für die Land- und Ernährungswirtschaft sind die grössten direkten Herausforderungen des Klimawandels die Zunahme von Extremereignissen wie Hitzewellen, Trockenperioden und Starkniederschlägen, neue invasive Organismen (zum Beispiel Japankäfer und das einjährige und kanadische Berufskraut) und Krankheitsdruck.

Landwirtschaftsdirektor on tour

Regierungsrat und Landwirtschaftsdirektor Dr. Markus Dieth nahm sich auch 2019 viel Zeit für Ihre Anliegen und war sehr präsent an landwirtschaftlichen Veranstaltungen im Kanton Aargau. Zudem brachte er die Änderung der Weinbauverordnung per. 1. November 2019 problemlos durch die Regierung. Auch nächstes Jahr stehen mit der AP 22+ und diversen Initiativen intensive Debatten auf politischer Ebene an. Ich freue mich, mit unserem Landwirtschaftsdirektor das bestmögliche für die Aargauer Land- und Ernährungswirtschaft herauszuholen. Für eine kleine Auszeit kann ich Ihnen den Marché-Concours national de chevaux vom 7.-9. August 2020 empfehlen: Am berühmten Pferdefest im jurassischen Saignelégier mit spannenden Rennen, faszinierenden Quadrillen und dem wunderbaren folkloristischen Umzug ist der Kanton Aargau Ehrengast.

Ich danke Ihnen herzlich für den täglich harten Einsatz auf Feld und im Stall! Das ist lokales Handeln. Nehmen Sie sich in einer ruhigen Minute Zeit, um Ihr tägliches Handeln zu reflektieren – denken Sie global. Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachtstage mit Ihren Lieben und im Jahr 2020 viel Gelingen und Gesundheit.

Herzliche Grüsse
Matthias Müller

Editorial

Wo Wasser ist, ist Leben

Maiskultur mit Trockenstress Sommer 2018
Maiskultur mit Trockenstress Sommer 2018

Wasser ist Leben. Eine Ressource, die für Mensch, Tier und Pflanzen eine herausragende Bedeutung hat. Dies hat uns die vergangene Sommersaison der Extreme vor Augen geführt. Vom niederschlagsarmen Frühling über einen der wärmsten und trockensten Sommer seit Messbeginn, hin zum überaus trockenen und milden Herbst – das Landwirtschaftsjahr 2018 war geprägt von einer ausserordentlichen Trockenheit.

Von sehr gut bis herausfordernd

Die Gemütslage der Aargauer Landwirtinnen und Landwirte ist nach der langen Vegetationsperiode 2018 äusserst unterschiedlich. Im Obst- und Weinbau waren die Erträge deutlich besser wie im vergangenen Jahr. Die diesjährigen Weine werden hoffentlich als Spitzenjahrgang in Erinnerung bleiben. Anders sieht es im Feldbau aus. Die Kulturen litten aufgrund der Trockenheit früh unter einer schlechten Wasserversorgung. Daher ist es nicht erstaunlich, dass sowohl die Qualität als auch die geernteten Mengen im Vergleich mit dem Vorjahr geringer waren. Die Dürre wird besonders in der Tierhaltung noch einige Zeit Spuren hinterlassen. Weil das frische Futter knapp war und wenig Heu und Emd geerntet werden konnte, mussten Tierhaltungsbetriebe Futter zu- oder Tiere verkaufen. Anderseits erleichterte das schöne Herbstwetter die verbleibenden Feldarbeiten und die Saat von Winterfrüchten. Verhalten positiv, wenn auch immer noch auf viel zu tiefem Niveau, dürfen die Preise auf dem Milchmarkt und der etwas stärkere Eurokurs beurteilt werden.

Vernehmlassung AP 22+ läuft

Aktuell in aller Munde ist die neue Agrarpolitik des Bundes ab 2022 (AP 22+). Noch im November 2017 wollte der Bundesrat mit der AP 22+ nebst den Umweltzielen vorab die Anliegen des Freihandels berücksichtigen. Weil sich für diese Kombination an der Basis und in der Politik keine Mehrheit fand, läuft nun die Vernehmlassung bei Kantonen und Verbänden ohne dass der Freihandel dominierender Teil davon ist. Dies darf als Erfolg gewertet werden. Informieren Sie sich am Agrarpolitikabend vom 10. Januar 2019 an der Liebegg aus erster Hand über die AP 22+. Der Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft, Bernard Lehmann, stellt sich Ihren Fragen.

Mit Bewässerungsanlagen gegen Trockenheit

Auf kantonaler Ebene werden voraussichtlich im Frühling 2019 das geänderte kantonale Landwirtschaftsgesetz (LwG AG) und die Verordnungen in Kraft gesetzt. Das Erstellen von gemeinschaftlichen Bewässerungsanlagen wird mit dem revidierten LwG AG vereinfacht. So bekommen Sie, geschätzte Bäuerinnen und Bauern, ein zusätzliches Instrument zur Verfügung gestellt, um auf zukünftige Klimaveränderungen reagieren zu können.

Engagierter Landwirtschaftsdirektor

Begeistert bin ich, wie sich Regierungsrat und Landwirtschaftsdirektor Dr. Markus Dieth für die Landwirtschaft im Aargau einsetzt. Von Betriebsbesuchen über Medienkonferenzen im Feld zu persönlichen Begegnungen auf Betriebsbesuchen oder am Buure-Sunntig: Unser Landwirtschaftsdirektor ist nahe bei Ihnen und nimmt Ihre Herausforderungen ernst. Eine tolle Überraschung ist, dass Dr. Markus Dieth im Frühling 2019 einen Tag lang auf dem Hof des "Aargauer Bauern 2018" Simon Lüscher mitarbeiten wird.

Grossen Dank für den täglich harten Einsatz auf Feld und im Stall! Sie produzieren wunderbare Produkte direkt vor unserer Haustüre. Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachtstage mit Ihren Lieben und im Jahr 2019 viel Gelingen und gute Gesundheit.

Herzliche Grüsse
Matthias Müller

Editorial

Vom Aargau – für den Aargau – für die Schweiz

Ohne den Wermutstropfen zu vergessen, blicken wir auf ein gutes Landwirtschaftsjahr 2017 zurück: Im Feldbau konnten deutlich bessere Ernten wie im Vorjahr eingefahren werden, auf dem Milchmarkt hat sich die Situation etwas entspannt und die Preise in der tierischen Produktion sind immerhin stabil. Zudem ist der Franken deutlich weniger hart als noch vor Jahresfrist. Früh hielt im Jahr 2017 der Frühling Einzug. Mit den warmen Temperaturen im März hatte die Vegetation bald einen deutlichen Vorsprung. So ist es im Nachhinein auch nicht erstaunlich, dass der Frühling 2017 der Drittwärmste seit Messbeginn 1865 war. Allerdings währte die Freude nur kurz, womit ich den Wermutstropfen anspreche: Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt führten zu massiven Ertragseinbussen im Obst- und Rebbau. Ein schwerer Schlag für die betroffenen Bauernfamilien.

Schnell reagierte unser neuer Landwirtschaftsdirektor, Regierungsrat Markus Dieth, mit einer Medienkonferenz auf einem stark betroffenen Betrieb und versprach unkomplizierte Lösungen. Er stellte einerseits verstärkte fachliche (und mentale) Unterstützung in Aussicht, damit Sie sich in Zukunft noch besser gegen Spätfrostereignisse schützen können. Zusätzlich versprach er finanzielle Hilfe mittels zinslosen Darlehen oder Stundungen von Investitionskrediten. Und dann nahm er direkt über die Landwirtschaftsdirektorenkonferenz beim Bund Einfluss in den Themen Elementarschadenfonds, Kurzarbeit und Zukunftsforschung. Mit seiner Präsenz in dieser herausfordernden Situation, aber auch mit seinem Engagement am 7. Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte und seinen Auftritten an den Veranstaltungen "9. Int. Oldtimer-Traktorentreffen", "Vo Buur zu Buur", "Horba" oder auch der "Junior Expo" zeigte der Landwirtschaftsdirektor viel Herzblut und Leidenschaft für die nachhaltig produzierende Landwirtschaft im Aargau.

Es freut mich besonders, dass der oberste Aargauer Landwirt nicht nur engagiert ist, sondern auch einen klaren Fokus für die Landwirtschaft im Aargau hat: Vom Aargau – für den Aargau – für die Schweiz. Wir sind überzeugt, dass Sie, geschätzte Landwirtinnen und Landwirte, eine Vorreiterrolle in der Landwirtschaft der Schweiz einnehmen. Diese Überzeugung kommt nicht von ungefähr: Wir zählen zu den Top 5 Agrarkantonen der Schweiz, bewirtschaften das Doppelte an Biodiversitätsförderflächen wie von der Agrarpolitik vorgegeben und prägen den Trend der Regionalität mit dem Jurapark Aargau mit. Dieses enorme Potenzial wollen wir gemeinsam noch stärker nützen.

Auch in der Politik ist unser Kurs erfolgreich. So wurde zum Beispiel die Teilrevision des kantonalen Landwirtschaftsgesetzes in der ersten Lesung des Grossen Rats einstimmig gutgeheissen. Oder auf Bundesebene wurden mehr als ein Drittel unserer Anträge zum Agrarpaket 2018–2021 stattgegeben. Ein toller Erfolg ganz im Sinne der Konsolidierung und administrativen Vereinfachung.

Der Kanton ist bestrebt, trotz knappen Ressourcen, der Aargauer Landwirtschaft die erforderlichen personellen und finanziellen Mittel zur bestmöglichen Umsetzung der Agrarpolitik zur Verfügung zu stellen. Wir sind uns bewusst, dass Sie für den Erfolg auf Feld und im Stall täglich hart arbeiten. Wir tun es Ihnen gleich, ganz nach dem Motto "Vom Aargau – für den Aargau – für die Schweiz."

Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachtstage mit Ihren Lieben und im Jahr 2018 viel Gelingen und Gesundheit.

Herzliche Grüsse
Matthias Müller

Editorial

Allen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann

Laufhof
© Kanton Aargau

Das Jahr 2016 war eines der schwierigsten Jahre in der Landwirtschaft. Der nasse Frühling mit intensiven und anhaltenden Niederschlägen bis in den Sommer beschädigte unsere Kulturen stark. Kumuliert mit dem tiefen Milchpreis und dem schwachem Euro gibt es vermehrt Liquiditätsprobleme auf den Betrieben. Zudem steigt das Spannungsfeld der Ansprüche und Strategien kontinuierlich.

Da soll die Landwirtschaft gemäss Bund auf der einen Seite mehr Nahrungsmittel und Kalorien produzieren, auf der anderen Seite auf Pflanzenschutzmittel und Antibiotika verzichten und gleichzeitig die Biodiversitätsstrategie umsetzen. Ein anderes Beispiel ist der Clinch der Klimastrategie. Da müssen die Klimagase um zwei Drittel gesenkt werden. Anderseits werden tierfreundliche und offene Stallsysteme für BTS oder RAUS, welche viel mehr Ammoniak abgeben als geschlossene Stallsysteme, zum Standard für die Milchproduktion diskutiert. An der diesjährigen Fachkonferenz Brennpunkt Nahrung in Luzern äusserte ein Referent, dass wir aus Klimagründen besser ganz auf Rindvieh in der Schweiz verzichten sollten... Weitere Spannungsfelder liessen sich beliebig auflisten. Es gibt viele gute, logische, international begründete oder vom Volk und Bundesrat beschlossene Visionen, Strategien und rechtlich abgeleitete Massnahmenpläne. Die Umsetzung auf den Landwirtschaftsbetrieben ist in dieser Summe aber nicht mehr möglich. Allen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann. Die Landwirtschaftsdirektorenkonferenz setzt sich in Bern verstärkt für eine Konsolidierung in der Agrarpolitik und für Vereinfachungen ein.

Abtretender Landwirtschaftsdirektor

Das Jahresende steht im Zeichen unseres abtretenden Landwirtschaftsdirektors Roland Brogli. In seiner Ära von 16 Jahren als Regierungsrat gibt es zahlreiche Geschäfte, welche die Landwirtschaft im Kanton entscheidend prägten. Sein grösster Meilenstein ist sicher die Totalrevision des kantonalen Landwirtschaftsgesetzes gewesen. Damit hat der Aargau ein massgeschneidertes Fundament für die Zukunft einer unternehmerischen und nachhaltigen Aargauer Landwirtschaft bauen können. Roland Broglis Nähe zur Landwirtschaft und seine Verbundenheit zum ländlichen Raum kamen der nachhaltig produzierenden Landwirtschaft stets zu Gute. Im kommenden Landwirtschaft Aktiv 2017 werden wir die Gelegenheit nutzen, uns in gebührendem Masse von unserem Landwirtschaftsdirektor zu verabschieden.

Labiola und Bienen

Mit Beschluss des Grossen Rats vom 21. Juni 2016 wurde das Programm "Landwirtschaft – Biodiversität – Landschaft (Labiola)" und der für das Programm benötigte Rahmenkredit für einen einmaligen Bruttoaufwand von 135 Millionen Franken für die Jahre 2016–2024 bewilligt. Beschlossen wurde auch der Kantonsanteil von 10 Prozent des Bruttoaufwands und maximal 13,5 Millionen Franken. Auf kantonaler Ebene sendet die Landwirtschaft mit dem erfolgreichen Programm positive Impulse an die Gesellschaft. Als freiwillige und für die Landwirtschaft überaus wertvolle Sache startet das Ressourcenprogramm Bienen am 01. Januar 2017. Mit Ihrer Anmeldung können Sie aus zahlreichen praxistauglichen Massnahmen auswählen und sich damit für eine bienenschonende Bewirtschaftung einsetzen.

Drittes Sparprogramm in Folge

LWAG hat aufgrund der beschränkten Ressourcen in den letzten Jahren mehr als 10 Prozent der Stellen abgebaut und Kürzungen in Millionenhöhe unter anderem im Bereich Strukturverbesserungen und Projekte für die regionale Entwicklung (PRE) umgesetzt. Mit Beschluss des Grossen Rats vom 6. Dezember 2016 werden folgende zusätzliche Massnahmen umgesetzt:

  • Reduktion von Fördermassnahmen im Bereich der Grundlagen- und Strukturverbesserungen (Fr. 240'000.– im Jahr 2017)
  • Erhebung von Bearbeitungsgebühren im Bereich Direktzahlungen und Beiträge (Fr. 250'000.– pro Jahr)
  • Einführung von Zinsen für neue Darlehen aus dem kantonalen Agrarfonds (bis zu Fr. 120'000.– pro Jahr)

Der Kanton ist bestrebt, trotz knapper finanzieller Ressourcen, der Aargauer Landwirtschaft die erforderlichen personellen und finanziellen Mittel zur bestmöglichen Umsetzung der Agrarpolitik zur Verfügung zu stellen. Mit Freude stelle ich immer wieder fest, dass gerade in der Aargauer Landwirtschaft Menschen arbeiten und leben, die bereit und in der Lage sind, ihre Zukunft zu "machen". In Anbetracht des Mottos allen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann, gilt es die Weihnachtstage umso mehr zu geniessen und Zeit mit seinen Lieben zu verbringen. Dazu wünsche ich Ihnen gesegnete Weihnachtstage und alles Gute im 2017.

Herzliche Grüsse
Matthias Müller

Gewässerraumausscheidung und deren Bewirtschaftung

Gewässerraumausscheidung und deren Bewirtschaftung

Gewässerraum
© Kanton Aargau

Der Bund hat im Jahr 2011 mit der Revision des Gewässerschutzgesetzes beschlossen, den Raumbedarf der oberirdischen Gewässer festzulegen. In der dazugehörigen Gewässerschutzverordnung wurden die Detailvorgaben für die Bemessung des Gewässerraums und dessen Bewirtschaftung geregelt. Grund dieser Revision war die Volksinitiative "Lebendiges Wasser". Zuständig für die Ausscheidung der Gewässerräume sind die Kantone. Der Kanton Aargau als Wasserkanton schlechthin mit rund 3'000 km Gewässern hat für die Erfüllung der Bundesvorgaben einen effizienten und pragmatischen Weg gewählt.

Zuerst wurden die Gewässer nach ihrer Gerinnesohlenbreite in verschiedene Kategorien eingeteilt. Die Bauabstände zu den Gewässern sind bereits im Gesetz über Raumentwicklung und Bauwesen (Baugesetz, BauG) geregelt. Aus diesem Grund hat der Grosse Rat beschlossen, für einen grösstmöglichen Teil der Gewässer den Gewässerraum im BauG mit einer Revision des § 127 zu regeln. Eingedolte Bäche machen einen Drittel aller Gewässer aus. Für diese Gewässer ändert sich die Situation nicht, weil weiterhin der Gewässerraum als Bauabstand gilt, aber nicht zu Bewirtschaftungseinschränkungen führt. Ebenso wurde auf eine Gewässerraumausscheidung bei sehr kleinen Bächen mit einer Gerinnesohlenbreite von weniger als 0.5 m und bei künstlich angelegten Kanälen (zum Beispiel Kraftwerkskanäle) verzichtet. Bei diesen Gewässern gilt jedoch weiterhin das Pufferstreifenmerkblatt. Mit Inkrafttreten des revidierten BauG konnte so bei über 80 Prozent der Gewässer die Gewässerräume definiert und grundeigentümerverbindlich festgelegt werden.

Für mittlere Bäche mit einer natürlichen Breite von ≥ 2 m wird der Gewässerraum bei der nächsten Revision des kommunalen Nutzungsplanes festgelegt. Bei diesen Gewässern gilt bis zur Inkraftsetzung der revidierten Bau- und Nutzungsplanung bezüglich Bewirtschaftungsauflagen weiterhin das Pufferstreifenmerkblatt.

Die durch den Regierungsrat verabschiedete Fachkarte Gewässerraum dient als behördenverbindliche Grundlage für die Umsetzung der Gewässerräume in der kommunalen Nutzungsplanung und als Visualisierung der geltenden Abstandsvorschriften pro Gewässerabschnitt.

Die Ausscheidung der Gewässerräume in der Landwirtschaftszone ist im gleichnamigen Merkblatt festgehalten, ein Merkblatt mit umfassenden Angaben zur Bewirtschaftung der Gewässerräume ist in Arbeit.